Protokoll vom 11. März 2008

Die Sitzung wird geleitet von Sina-Arman Jahanshahi.

Top 1: Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit

Herr Jahanshahi begrüßt die Mitglieder und Gäste des Forums. Die Beschlussfähigkeit ist gegeben.

Top 2: Genehmigung der Tagesordnung

Frau Diren, die für TOP 7 vorgesehen war, um das LOS-Projekt „Integrationspreis Gaarden“ zu präsentieren, ist leider erkrankt. Statt dessen stellt nun Andrea Günther das AWO-Streithaus-Projekt in Gaarden vor.

Es gibt keine Einwände.

Top 3: Protokoll der Sitzung am 8. Januar 2008

Im Nachversand zum Protokoll war die Power-Point-Präsentation von Herrn Stargardt, Bildungsministerium, verschickt worden, da diese nicht rechtzeitig vorgelegen hatte. Außerdem war eine Einladung zur Veranstaltung „Alltagsrassismus betrifft alle“ beigefügt worden.

Mit Bezug auf das Protokoll wird nach dem erwähnten Angebot des Jobcenters gefragt. Birgit Lawrenz erklärt, dass das Jobcenter angeboten hat, zu einem späteren Zeitpunkt die aktuellen Maßnahmen gemeinsam vorzustellen. Noch ist kein konkreter Termin dafür vorgesehen.

Änderungswünsche oder Anmerkungen liegen nicht vor.

Top 4: Termine

  • 12. März, 18.00 – 20.30 Uhr: „Rassismus- Was ist das ?“, KulturForum.
  • 13. März, 18.30 Uhr: Filmvorführung „Glück“ im Rahmen der Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag in türkischer Sprache, AWO Bürgerzentrum Räucherei.
  • 18. März, 13.00 – 17.00 Uhr, Regionale Ausbildungs- und Zukunftskonferenz in Neumünster der Türkischen Gemeinde Neumünster. Frau Ünsal referiert dort.
  • 19. März, 17.00 Uhr: Sozialpolitisches Hearing, Rathhaus.
  • 25. März, 10.00 Uhr: Casting für „You on stage – Wir suchen Kiels größtes Bühnentalent“, AWO Bürgerzentrum Räucherei.
  • 26. März, 18.00 Uhr: Die Entscheidung zum Casting.
  • 17. Mai: Geplant ist ein Eventtag zum Projekt „Sport- und Begegnunspark Gaarden“. Herr Bünning bittet, sich diesen Termin vorzumerken. Das genaue Programm steht noch nicht fest. Ansprechpartner ist das Büro Soziale Stadt Gaarden.

Top 5: Bericht des Vorstands und der Geschäftsführung

Bericht des Vorstands:
Ehrenamtsmesse am 3. Februar:

Özlem Ünsal berichtet, dass das Forum mit einem Stand vertreten war und es eine gute Resonanz gab. Auf den ausgelegten Listen konnten viele Interessierte geworben werden. Es sind bereits Gäste im Forum, die sich dort über das Forum informiert hatten. Der Vorstand bedankt sich für die gute Unterstützung und Mithilfe aller Beteiligten, die dort die Präsenz gesichert haben.

Özlem Ünsal informiert über die Veranstaltung vom 12. Februar, „Migrantinnen und Migranten in der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit“. Die Veranstaltung sollte vor allem der allgemeinen Information zu diesem Thema dienen. Frau Ünsal bittet um ein Signal, ob sich das Forum weiter bei diesem Thema engagieren und beteiligen möchte.

Aus dem Plenum kommen ausschließlich positive Rückmeldungen, man hält die Thematik für zukunftsrelevant und eine gute Möglichkeit, Projekte vorzustellen und ggf. Finanzierungsmöglichkeiten zu erweitern. Das Forum ermutigt den Vorstand, weiter in dieser Richtung zu arbeiten. Herr Bünning würde begrüßen, wenn beim Land eine Anlaufstelle eingerichtet werden könnte, die Fachwissen bündelt, Auskünfte gibt und Anträge weiterleitet.

Özlem Ünsal wird ein großes Lob für die gute Moderation der Veranstaltung ausgesprochen. Frau Ünsal sagt zu, dass in einer Dokumentation noch einmal die Ansprechpartner aufgeführt werden.

Am 16. Februar fand das Tagesseminar „Chancengleichheit für alle – Wunsch oder Wirklichkeit“ mit etwa 40 Teilnehmer/innen statt, Veranstalter waren die Europa Union, die Arbeitsgemeinschaft Kieler Auslandsvereine und das Forum. Herr Jahanshahi fasst kurz die wichtigsten Diskussionspunkte zusammen. Insbesondere an der Einrichtung von niedrigschwelligen Anlaufstellen bei Diskriminierung, wie auch in den Kieler Handlungsempfehlungen vorgeschlagen, soll weitergearbeitet werden.

Bericht der Geschäftsführung:
Birgit Lawrenz weist auf die Tischvorlage hin, die über ein Schülerstipendienprogramm informiert. Einzelne umfangreichere Informationen und Plakate können bei ihr am Ende der Sitzung abgeholt werden. Sie bittet besonders die Mitarbeiter/innen in Jugendeinrichtungen, diese Informationen weiterzugeben und Jugendliche für das Stipendium zu werben.

Das neu entstandene Lübecker Forum hat bereits Kontakt zur Geschäftsführung aufgenommen und ist sehr an einem Austausch interessiert. Geplant ist, zunächst mit den Vorständen aus Kiel, Neumünster und Lübeck zusammenzukommen.

Frau Lawrenz weist auf den im Rahmen der Interkulturellen Wochen geplanten „Markt der Vereine“ hin. Es wird im September für Migrantenorganisationen die Möglichkeit geben, sich mit den kulturellen Angeboten im Holstentörn zu präsentieren. Damit soll der Öffentlichkeit die Vielfalt der Aktivitäten präsentiert werden, mit denen die Vereine das kulturelle Angebot der Stadt bereichern und mit denen sie alle Interessierten, nicht nur Vereinsmitglieder, ansprechen möchten. Leider sind bisher nur sehr wenige Anmeldungen eingegangen. Da davon ausgegangen wird, dass bei einigen Vereinen Interesse besteht, das Schreiben möglicherweise aber nicht die richtigen Ansprechpartner erreicht hat, sollen die Vereine noch einmal telefonisch informiert werden. Das Referat bittet die Anwesenden, die Informationen in den Vereinen weiterzugeben.

Top 6: Handlungsempfehlungen: Diskussion und Stellungnahme zum Integrationsbericht der Landeshauptstadt Kiel

Der Integrationsbericht sowie die dazu von Frau Ünsal angefertigte Stellungnahme des Forums liegt allen Forumsmitgliedern als Entwurf vor. Birgit Lawrenz erläutert kurz die drei Teile des Berichtes, im 1. Teil wird ein Abgleich versucht zwischen dem Nationalen Integrationsplan (NIP) und den Kieler Handlungsempfehlungen, im 2. Teil werden aktuelle Kieler Konzepte und Maßnahmen vorgestellt, im 3. Teil werden die Darstellungen der städtischen Ämter zur Umsetzung der Handlungsempfehlungen wiedergegeben. Nach Verabschiedung durch das Forum wird die Stellungnahme in den Integrationsbericht eingefügt, da sie Bestandteil des Berichtes sein soll. Der Bericht soll dann im April im Ausschuss für Soziales, Wohnen und Gesundheit und im Mai in der Ratsversammlung vorgelegt werden.

Özlem Ünsal stellt fest, dass das Forum lange daran gearbeitet habe, um diesen Punkt zu erreichen und dass es interessant sei, darauf zu schauen, was in dem vergangenen Jahr passiert sei. Zu der vorliegenden Stellungnahme gibt es bereits von ihrer Seite einige Ergänzungen, die noch eingearbeitet werden sollen. Im Kapitel „Gesundheit, Seniorinnen und Senioren“ soll der Arbeitskreis „Migration und Alter“, das Seniorensicherheitskonzept sowie die vorhandenen Gesprächskreise für ältere Migrant/innen aufgenommen werden. Im Bereich „Wohnen und Wohnumfeld“ sollten die Büros Soziale Stadt in Gaarden und Mettenhof erwähnt werden. In den Absatz über Förderung der Selbstorganisation und Partizipation möchte sie die Forderung einfließen lassen, die Migrantenvereine stärker einzubinden.

Die vorliegende Stellungnahme wird mit den geplanten Ergänzungen mit 12 Ja-Stimmen, ohne Gegenstimme und mit einer Enthaltung von den Mitgliedern verabschiedet.

Top 7: Vorstellung des AWO-Streithaus-Projektes durch Andrea Günther

Frau Günther bedankt sich beim Forum für die Gelegenheit, das Projekt „Streithaus“ kurzfristig vorstellen zu können. Das Projekt ist auf Gaarden beschränkt und im Werkhof Ost angesiedelt, aber auch Anliegen aus anderen Stadtteilen werden nicht abgewiesen. Durchgeführt wird es von der AWO Kiel mit Unterstützung der Aktion Mensch und ist auf 1 ½ Jahre begrenzt. Ziel des Projektes ist, mit Kindern und Jugendlichen, Akteuren in Gaarden sowie Lehrer/innen und Pädagog/innen ein spezielles gewaltfreies Konfliktmanagement und eine nachhaltige Streitkultur in Gaarden zu etablieren. Nähere Informationen siehe beigefügte Power-Point-Präsentation.

Angeregt durch die Projekt-Vorstellung entsteht eine kontroverse Diskussion über Effektivität und Bedarf im Hinblick auf das Projekt. Es wird nachgefragt, ob das Projekt die Arbeit der Polizei ersetzten könne. Dies wird von Frau Günther eindeutig verneint. Diskutiert wird darüber, ob das Projekt geeignet sei für die Art der Konflikte in Gaarden. Frau Günther betont, dass es sich an Menschen/ Konfliktparteien wendet, die freiwillig kommen und von sich aus ein Interesse an einer Lösung haben. Wichtig ist ihr vor allem die Arbeit mit Schulen, da Kinder und Jugendliche so früh wie möglich motiviert werden sollen, gewaltfreie Konfliktlösungen zu suchen. Trotz einiger Skepsis wird das Projekt als Chance für Gaarden von vielen Forumsmitgliedern sehr begrüßt.

Auch im Bereich interreligiöser Konflikte kann Frau Günther sich das Streithaus als Anlaufstelle vorstellen.

Frau Günther legt eine Liste für Interessierte an einem Workshop aus.

Top 8: Informationen aus den Ausschüssen und Arbeitsgruppen

Frau Krah, die für das Forum Kontakt zum Beirat für Senior/innen hält, berichtet über die letzte Sitzung am 6. Februar. Großes Thema war der Verkehrsentwicklungsplan. Außerdem wurde berichtet, dass für den Nordfriedhof Barrierefreiheit erreicht wurde und in Meimersdorf ein Supermarkt zugesagt habe, sich besonders für Ältere und Menschen mit Behinderung auszurichten.

Frau Dickhoff, die die Sitzung bereits verlassen musste, hatte aus dem Kulturausschuss mitteilen lassen, dass die Entscheidung gefallen sei, einen privaten Betreiber für das KulturForum zu suchen. Wenn das Forum noch Einfluss nehmen möchte, müsste es sich direkt mit dem Dezernenten oder Herrn Pasternak in Verbindung setzen.

Top 9: Neue Mitglieder

Für die Arabischen Gesellschaft ist anstelle von Herrn Hassan Algodai nun stellvertretendes Mitglied Herr Mukhtaar Sheekh Cali. Für den DRK-Kreisverband sind neu im Forum Frau Anna Diekmann und als Vertretung Frau Gesche Faber. Neues Mitglied für den interreligiösen Arbeitskreis ist Herr Orhan Cerrah anstelle von Frau Barbara Heesch. Die Stellvertretung durch Herrn Aliriza Ağgül bleibt bestehen.

Frau Krah, die bisher keine Gelegenheit hatte, sich dem Forum vorzustellen, berichtet, dass sie seit 12 Jahren in Deutschland lebe und sich einsetzen möchte für Kontakte zwischen Deutschen und Menschen türkischer Herkunft. Neben der neuen Aufgabe im Senior/innenbeirat ist sie tätig bei der Zeitschrift „Alternative“ und im Gesundheitsprojekt MiMi.

Top 10: Sonstiges

Frau Grieger berichtet von dem Projekt „Seniortrainer/in“ in Schleswig-Holstein des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren (siehe Anlage). Sie möchte sich gern an der Arbeit im Forum beteiligen und hatte Kontakt während der Ehrenamtsmesse geknüpft.

Kontakt zu den Seniortrainer/innen kann über das Ehrenamtsbüro hergestellt werden:
Nette-Kieler-Ehrenamtsbüro,
Andreas-Gayk-Straße 31, 24103 Kiel,
Tel. 0431/ 901-5504.

Orhan Cerrah berichtet, dass das Bildungs- und Arbeitsministerium Handlungsbedarf an Schulen festgestellt haben, da immer mehr Jugendliche ohne Abschluss entlassen werden und ohne Ausbildung auf der Straße stehen. Es wurde ein Handlungskonzept mit verschiedenen Handlungsfeldern auf den Weg gebracht. Einmalig sei dabei in Deutschland, dass beide Ministerien zusammenarbeiten.

Die Schüler/innen der 8. Klassen der Hauptschulen werden Potenzialanalysen unterzogen und zu den Ergebnissen finden Gespräche zwischen Schüler/innen, Eltern und Lehrkräften statt, um Zukunftspläne zu erarbeiten. Die Gespräche sollen einen positiv orientierten Ansatz haben und sich an den Chancen und Fähigkeiten der Schüler/innen orientieren. An mehreren Kieler Schulen werden Integrationsbegleiter eingesetzt, hierzu gehört auch Orhan Cerrah. Seine Aufgaben sind vor allem Einzelfallberatung und –begleitung und intensive Elternarbeit mit dem Ziel, die Bildungschancen der Jugendlichen mit Einwanderungshintergrund zu verbessern.

Dorothee Christiani und Birgit Lawrenz

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