Protokoll vom 9. September 2008

Die heutige Sitzung wird für ein interkulturelles Training der Forums-Mitglieder genutzt, das durchgeführt wird von Anita Gruber, Institut für interkulturelles Training.

Oxana Stahlke begrüßt die Mitglieder des Forums und die Trainerin. Bevor das Training startet, erteilt Frau Stahlke Birgit Lawrenz das Wort für einige Informationen:

  • Der AWO-Landesverband bittet um die Mitteilung an das Forum, dass durch eine zusätzliche Förderung des MiMi-Gesundheitsprojektes durch die Landeshauptstadt Kiel nun weitere kostenlose Informationsveranstaltungen der Gesundheitslotsen möglich sind. Sie können gebucht werden über die Koordinatorin Frau Pfeifer unter der Telefonnummer 0431/ 7802702.
  • Die Interkulturellen Wochen beginnen mit dem Eröffnungsfest und Brunnenfest am 13. September. Programme und Plakate, auch zur weiteren Verteilung liegen aus.
  • Das Forum beteiligt sich mit einer Lesung im Literaturhaus am 14. September anstelle der regulären Sitzung. Karten für diese Lesung, ebenso für die interreligiöse Stadtrundfahrt und die Veranstaltung mit Ernesto Cardenal können in der Pause gekauft werden.

Nun übergibt Frau Stahlke an Anita Gruber, die sich kurz vorstellt. Sie ist an der FH Kiel Dozentin für sozialpädagogische Ausbildung und hat darüber hinaus das Institut für interkulturelles Training – ifit –, worüber sie bundesweit Fortbildungen zu Fragestellungen der Migration durchführt.

Die Trainings laufen in der Regel über ein bis zwei Tage, daher können heute nur kleine Sequenzen aus dem sonstigen Programm genommen werden. Frau Gruber kündigt an, dass sie Übungen anbieten wird, die anschließend gemeinsam angesehen und ausgewertet werden. Sie bittet darum, am Ende der Veranstaltung die Bögen zur Bewertung des Trainings auszufüllen, da diese dann dem Forum als schriftliche Reflexion, wie das Training angekommen ist, zur Verfügung gestellt werden.

Das Training beginnt mit einer Vorstellungsrunde etwas anderer Art. Jede Teilnehmerin / jeder Teilnehmer stellt sich mit dem Vornamen vor und kann zu dem Namen etwas erzählen. Es nehmen 16 Personen an diesem Training teil. Frau Gruber erläutert, dass ihr diese Art der Vorstellung wichtig ist, weil der Name mit Identität – auch kultureller Identität – zu tun habe. Das interkulturelle Training habe zum Ziel, die Sensibilität für die eigene und für andere kulturelle Identitäten zu schärfen.

In der zweiten Einheit des Trainings werden gegenseitige Interviews zwischen den Teilnehmer/innen zu unterschiedlichsten Fragen im Zusammenhang mit kultureller Identität, Fremdheitsgefühlen, Diskriminierung und Kontakten zu anderen Kulturen geführt und die Ergebnisse anschließend in der Runde wiedergegeben. Die Teilnehmer/innen melden zurück, dass ihnen gefallen habe, einen direkten Dialog zu führen und zum Nachdenken über ungewöhnliche Fragestellungen gezwungen gewesen zu sein. Frau Gruber erklärt, dass dies auch eine Übung im interkulturellen Dialog sei, da die Interviewpartner/innen sich auf gleicher Augenhöhe austauschen, jede Seite Fragen an die andere hat und sich damit beide für den anderen interessieren.

Im dritten Teil des Trainings werden Merkmale von Menschen zugeordnet zu „gesellschaftlich akzeptiert“ und „gesellschaftlich nicht akzeptiert“. Es entstehen rege Diskussionen und es herrschen zum Teil kontroverse Wahrnehmungen, so dass nicht immer eine eindeutige Zuordnung vorgenommen werden kann. Frau Gruber betont, dass es wichtig sei, gesellschaftliche Diskriminierungen wahrzunehmen und zu thematisieren, um ihnen wirksam entgegentreten zu können.

Das gemeinsame Feedback ergibt:

  • gute Übungen
  • angeregte Diskussionen
  • gute Gruppengröße
  • Anregung zum Nachdenken
  • sich bewusst werden über den eigenen Standpunkt
  • angenehme Atmosphäre
  • eine besondere Gruppe mit vielen Teilnehmer/innen mit Migrationshintergrund und besonderem Engagement im Migrationsbereich.

Bedauert wird von den Teilnehmer/innen und der Trainerin, dass nicht mehr Zeit zur Verfügung stand, da Übungen weggelassen werden mussten und bei anderen nicht in die notwendige Tiefe gegangen werden konnte.

Birgit Lawrenz

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