Protokoll vom 13. Januar 2009

Die Sitzung wird geleitet von Özlem Ünsal.

Top 1: Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit

Die Vorsitzende begrüßt die Mitglieder und Gäste des Forums. Die Beschlussfähigkeit ist gegeben.

Top 2: Genehmigung der Tagesordnung

Herr Papaspyratos schlägt vor, die aktuellen Vorgänge in Nahost anzusprechen. Das Thema wird unter „Sonstiges“ aufgenommen.

Top 3: Protokoll der Sitzung am 9. Dezember 2008

Es gibt keine Anmerkungen.

Top 4: Termine

  • Der Interreligiöse Arbeitskreis lädt ein zum Interreligiösen Gebet am Sonntag, den 25. Januar um 12.30 Uhr in der Pumpe. Handzettel sind ausgelegt.
  • „Land in Sicht – Arbeit für Flüchtlinge in Holstein“ lädt ein zur Auftaktveranstaltung des Integrationsnetzwerkes am Freitag, den 6. Februar von 10.00 – 14.00 Uhr im Landeshaus.
  • Der große Vorbereitungskreis für die Interkulturellen Wochen findet statt am 26. Februar um 14.00 Uhr im Stephan-Heinzel-Haus (altes Arbeitsamt am Wilhelmplatz), Raum 208.

Top 5: Bericht des Vorstands und der Geschäftsführung

Frau Ünsal begrüßt zunächst Frau Herbst, die die CDU-Ratsfraktion im Forum vertritt. Frau Herbst ist seit Dezember 2008 sozialpolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion und freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem Forum.

Bericht des Vorstands:
Der Bericht des Forums in der Ratsversammlung wird in der Sitzung am Donnerstag, den 15. Januar erfolgen. Bei den Vorbereitungen ist Frau Ünsal noch einmal die Vielzahl der Aktivitäten im vergangenen Jahr deutlich geworden, die das Forum durchgeführt hat. Auch für 2009 stehen bereits wieder einige Vorhaben fest:

  • die Veranstaltung „Partizipation – Nur ein Wort?“ anstelle der nächsten Forumssitzung am 10. Februar
  • eine ganztägige Veranstaltung im Rahmen der Woche gegen Rassismus am 27. März mit einem Vormittagsprogramm an der Fachhochschule und einem Nachmittagsprogramm im KulturForum
  • einen „Tag der Weiterbildung“ im Mai, wie auch die anderen Veranstaltungen in Kooperation mit weiteren Mitveranstaltern
  • Infoveranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein
  • eine Beteiligung bei den Veranstaltungen zum Ehrenamtsforum
  • eine Beteiligung bei den Veranstaltungen der Sicherheitsberater
  • als Sachverständige für den Sport- und Begegnungspark Gaarden, später auch evtl. für Mettenhof
  • ein gemeinsames Seminar mit der Europa Union
  • möglicherweise eine Zusammenarbeit mit dem Schleswig-Holsteinischen Heimatbund (ein Termin ist für Anfang Februar vorgesehen).

Bericht der Geschäftsführung:
Zum Stand der Dinge „Ort der Vielfalt“ berichtet Birgit Lawrenz, dass von der Oberbürgermeisterin das O.K. für die Anbringung des Schildes im Eingangsbereich des Rathauses gekommen ist. Ein Termin mit dem Amt für Immobilienwirtschaft und dem Denkmalschutz zur Bestimmung eines geeigneten Platzes ist vereinbart.

Eine Nachfolgerin für Hans Baumann-Rivadeneira ist inzwischen gefunden worden. Petra Iwahn wird in Kürze die Arbeit im Referat aufnehmen.

Top 6: „Niedrigschwellige Beratung und Begleitung für Migrant/innen auf dem Kieler Ostufer“

Die Tages- und Begegnungsstätte des Kieler Fensters wird durch Ekaterina Manoschwili und Ilknur Kartal vorgestellt. Eine Zusammenfassung der Referate ist im Anhang beigefügt. Beigefügt ist ebenfalls, wie vom Forum gewünscht, eine Pressemitteilung der Landeshauptstadt Kiel mit aktuellen Zahlen zum Ausländer- und Migrantenanteil in der Stadt.

Frau Ünsal dankt den Referentinnen für den ausführlichen Bericht. Aus dem Forum wird gefragt, ob neben der türkischen und russischen Sprache auch Arabisch angeboten wird. Die Referentinnen verneinen dies, erklären aber, dass sie dabei seien, die Zusammenarbeit mit Dolmetschern auszubauen. Auf die Frage, worin die Ursachen für die psychischen Erkrankungen liegen, weist Frau Manoschwili darauf hin, dass sich die Fachleute hierzu streiten, ein Teil läge wohl im Umfeld der Betroffenen, ein Teil im biogenetischen Bereich. Es kämen viele Faktoren zusammen, darunter auch, welche Stressbewältigungsmöglichkeiten der Mensch hat. Bei Migrant/innen könne ein Kulturschock der Auslöser sein, Sorgen und Ängste, die mit dem Aufenthalt verbunden sind, aber auch Erlebnisse im Herkunftsland. Dies bestätigt Oxana Stahlke, die im Projekt der Gesundheitslots/innen MiMi mit Menschen aus Kriegsgebieten entsprechende Erfahrungen gemacht hat.

Auf die Frage, ob eher Kinder oder Erwachsene betroffen sind, berichtet Frau Kartal, dass auffallend viele junge Frauen aus der Türkei, die im Rahmen des Familiennachzuges nach Deutschland gekommen sind, unter Depressionen leiden. Grund dafür könnten die fehlenden Sprachkenntnisse oder auch die Isolation zu Hause sein. Insgesamt würden mehr Frauen als Männer ihr Angebot nutzen. Um sich bekannt zu machen, besuchen die Mitarbeiterinnen auch Moscheen, die jüdische Gemeinde und weitere Orte.
Angebote für bereits bestehende Gruppen sind bisher nicht gemacht worden, Vereine können jedoch gern auf sie zugehen. Momentan ist das Projekt jedoch auf das Ostufer beschränkt. Im Rahmen der Interkulturellen Wochen sind Aktionen geplant.

Dreisprachige Flyer zum Projekt sind derzeit noch im Druck, aber die Anwesenden haben die Möglichkeit, sich in eine Liste einzutragen und bekommen dann nach Fertigstellung die gewünschte Anzahl zugeschickt.

Top 7: Informationen aus Ausschüssen und Beiräten

Aus dem Kulturausschuss berichtet Frau Dickhoff, dass der Gesamtprozess für das Kulturkonzept der Landeshauptstadt Kiel neu aufgerollt werden soll. Sie schlägt vor, sich als Forum in die Diskussion einzuschalten und die Berücksichtigung von Migranteninteressen zu sichern. Dies könne für eine spätere Förderung oder die Nutzung von Räumlichkeiten wichtig sein. Um nicht zu spät in die Diskussion einzusteigen, wird der Vorstand das Thema aufnehmen und mit Frau Dickhoff die weitere Vorgehensweise besprechen.

Aus dem Jugendhilfeausschuss berichtet Herr Papaspyratos über die neue Förderperiode von LOS – Lokales Kapital für soziale Zwecke. Es gibt einige Neuerungen, unter anderem sind die Fördergebiete nicht mehr auf Gaarden und Mettenhof beschränkt, sondern auch für andere Bereiche in Kiel können Anträge gestellt werden. Zielgruppen sind ausschließlich Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren. Auch kleine Träger, Initiativen und Einzelpersonen können Anträge stellen, allerdings nicht mehr die Antragsteller aus den letzten Perioden. Voraussetzung für eine Förderung ist die Kooperation mit der ARGE. Nähere Informationen über LOS können über die Website des Büros Soziale Stadt abgerufen werden.
Zu kontroversen Diskussionen kam es beim Gesetz zur Förderung von Kindern unter drei Jahren. Nähere Informationen gibt es über das Ratsinformationssystem auf der Website der Landeshauptstadt Kiel, Drucksache 1109/2008.

Auf der Tagesordnung des Jugendhilfeausschusses stand ebenfalls das Spielplatzkonzept sowie der Freizeitpark Ostufer. Von der Bundesebene ist grünes Licht gegeben worden und die Planung hat begonnen, allerdings sind viele Genehmigungen erforderlich.

Top 8: Neue Mitglieder

Für die TGSH ist ein neuer Vertreter im Forum. An die Stelle von Herrn Bahadır Böttcher ist Herr Sadık Dumlu gerückt. Er stellt sich kurz vor und wird vom Vorstand herzlich begrüßt. In der TGSH haben Vorstandswahlen stattgefunden. Herr Dumlu ist stellvertretender Vorsitzender, ebenso Herr Gürsel Ayan, der heute auch im Forum anwesend ist.

Top 9: Sonstiges

Aus der TGSH wird berichtet, dass dort zwei neue Projekte anlaufen, ein Mutter-Kind-Projekt für Kinder von 0 bis 3 Jahre zu den Themen Gesundheit, Ernährung und Erziehung sowie ein Projekt zur Motivation türkischer Frauen für die Teilnahme an Integrationskursen.

Zur Diskussion um den Nahost-Konflikt erklärt Herr Papaspyratos, dass normalerweise nur kommunale Themen im Forum besprochen werden, dass er aber dennoch die seit drei Wochen herrschende Situation im Nahen Osten thematisieren möchte, da von den Kämpfen so viele Frauen und Kinder betroffen seien und niemand etwas dazu sage und es verurteile. Herr Anaissi betont, dass er keine Politik machen möchte, dass auch er aber die Situation als sehr bitter und unmenschlich empfindet. Schon seit 40 Jahren hätte man eine friedliche Lösung finden müssen. Frau Siebke weist darauf hin, dass es keine einseitige Diskussion geben dürfe, sondern beide Seiten gesehen werden müssten. Im Anschluss an die weitere, teilweise kontrovers geführte Diskussion erklärt die Vorsitzende, dass in der Vergangenheit durchaus in Ausnahmefällen, z. B. beim Karikaturenstreit, übergreifende Themen ihren Platz im Forum gefunden hätten. Vorrangig ginge es um Menschlichkeit und Leben auf beiden Seiten. Gerade im Hinblick darauf, dass ein Drittel der Toten Kinder seien, müsse der Krieg so schnell wie möglich beendet werden. Aktivitäten, die zum Frieden aufrufen, würde das Forum unterstützen.

Birgit Lawrenz

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