Protokoll vom 14. Juli 2009

Die Sitzung wird geleitet von Hussein Anaissi.

Top 1: Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit

Der Vorsitzende begrüßt die Mitglieder und Gäste des Forums und stellt die Beschlussfähigkeit fest.

Top 2: Genehmigung der Tagesordnung

Es gibt keine Änderungswünsche.

Top 3: Protokoll der Sitzung am 9. Juni 2009

Das Protokoll wird ohne Änderungswünsche genehmigt.

Top 4: Termine

  • Sonntag, 13. September 2009, 11.00 – 19.00 Uhr:
    16. Gaardener Brunnenfest 2009
    mit traditionellem Flohmarkt in der Elisabethstraße und auf dem Alfons-Jonas-Platz.

Top 5: Bericht des Vorstandes und der Geschäftsführung

Bericht des Vorstands

Hussein Anaissi berichtet von der Konferenz „Kiel global – Migration und Entwicklungszusammenarbeit auf lokaler Ebene“, die am Dienstag, den 7. Juli 2009 stattfand. Nach der Begrüßung durch Özlem Ünsal und dem Grußwort von Oberbürgermeister Torsten Albig, stellten sich im Verlauf der Veranstaltung verschiedene Gruppierungen, die in der Entwicklungszusammenarbeit aktiv sind, vor. Es wurde zu unterschiedlichen Fragestellungen in Arbeitsgruppen gearbeitet und Vereinbarungen für die weitere Zusammenarbeit geschlossen. Eine Dokumentation wird zurzeit erstellt, die dann auch den Forumsmitgliedern zugänglich sein wird.

Bericht der Geschäftsführung
Petra Iwahn stellt sich als neue Mitarbeiterin des Referates für Migration vor. Sie vertritt Birgit Lawrenz heute im Forum.

Top 6: Netzwerk Ältere Migranten in Kiel

Hussein Anaissi begrüßt Julia Wagner, Mitarbeiterin der Kieler Servicehäuser der AWO und Koordinatorin des Netzwerkes „Ältere MigrantInnen“ in Kiel-Mettenhof, die die Arbeit in den Stadtteilen Mettenhof und Gaarden vorstellt.

Zielgruppen dieses Projektes sind Menschen mit Migrationshintergrund über 50 Jahre in den Stadtteilen Gaarden und Mettenhof sowie deren Familienangehörige. Zudem sollen ethnische Vereine, Initiativen, Verbände und Migrantenorganisationen sowie Multiplikatoren und/oder bürgerschaftlich engagierte Migrantinnen und Migranten angesprochen werden. Auch an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Einrichtungen der Altenhilfe und des Gesundheitswesens wendet sich dieses Projekt.

Ziel ist die Integration von Migrantinnen und Migranten durch die Herstellung von Chancengleichheit.

Die Trägerschaft liegt beim Landsverband der AWO, Projektbeteiligte sind der Kreisverband der AWO, die Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein, Der Paritätische Schleswig-Holstein, der DRK-Landesverband sowie die AWO Pflege gGmbH Beratungsstelle Demenz und Pflege, die AWO Schleswig-Holstein GmbH UB Pflege und die Paritätische Pflege Schleswig-Holstein gGmbH.

Folgende Kooperationspartner/innen unterstützen das Projekt: die Landeshauptstadt Kiel – Amt für Familie und Soziales (Leitstelle Älter werden und Referat für Migration), der Caritasverband Schleswig-Holstein, die Jüdische Gemeinde Kiel und Region, der DRK Kreisverband Kiel, die DRK ambulante Service Schleswig-Holstein gGmbH, der Verein Migration e.V., der Beirat für Seniorinnen und Senioren der Landeshauptstadt Kiel.

Zum ersten Mal hat sich eine so große Vielzahl von Trägern und Akteuren aus der Migrationssozialarbeit, der Altenhilfe und Gesundheitsversorgung vernetzt, um die Situation von älteren Migrantinnen und Migranten nachhaltig zu verbessern.

Das Projekt wird in Gaarden von Frau Yaprak als Mitarbeiterin der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein und in Mettenhof von Frau Wagner koordiniert. Es setzt sich in den Stadtteilen aus sechs Modulen zusammen, die von verschiedenen Projektbeteiligten in unterschiedlichen Kooperationen verantwortlich durchgeführt werden.

Modul 1 umfasst Veranstaltungen und Gesprächskreise zur Gesundheitsprävention.
Modul 2 beinhaltet einen Basiskurs zur allgemeinen Pflege, psychosoziale Unterstützung für Gruppen und spezielle Pflegeaspekte.
Im 3. Modul werden die Seminarreihen „Älterwerden in Deutschland“ in türkischer und russischer Sprache vorgestellt.
Modul 4 beschäftigt sich mit der Gewinnung, Schulung und dem Einsatz ehrenamtlicher Migrantinnen und Migranten und es werden muttersprachliche Informationsveranstaltungen für Einwanderinnen und Einwanderer durch die Gesundheitslotsen des „MiMi -Projektes (“Mit Migranten für Migranten“) angeboten.
Modul 5 wendet sich an Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und andere Interessierte mit Informationen über mögliche Ausbildungswege in der Altenarbeit.
Im Modul 6 werden geeignete Materialien zum Gedächtnistraining entwickelt und eingesetzt.

Frau Wagner ergänzt, dass auch ältere Menschen aus anliegenden Stadtteilen, z. B. Kronshagen oder Dietrichsdorf willkommen sind und dass im nächsten Jahr eine Schwerpunktlegung auf das Thema „Demenz“ geplant sei.

In der anschließenden Diskussion werden verschiedene Punkte angesprochen:
Frau Scholz vermisst eine Zusammenarbeit mit dem Beirat für Seniorinnen und Senioren. Frau Wagner berichtet, dass derzeit Vorstellungs- und Informationsveranstaltungen in verschiedenen Arbeitskreisen stattfinden.
Herr Abbas kritisiert, dass über die Planung dieses Projektes zu wenig informiert worden sei und fragt nach Möglichkeiten, Teil dieses Netzwerkes zu werden. Frau Wagner sichert ihm zu, die Kontaktdaten zu senden.
Ratsherrn Rahim stellt fest, dass es ein ähnliches Projekt bereits 1995/96 gegeben habe und fragt, wie, wann und warum das Netzwerk entstanden sei und wie die damaligen Projekterfahrungen eingeflossen seien. Frau Wagner kann hierzu keine erschöpfende Auskunft geben, da sie erst seit Start des Projektes dort beschäftigt ist. Ihr ist jedoch eine Bedarfsermittlung bekannt.
Auf Fragen nach der Finanzierung berichtet Frau Wagner, dass das Projekt als Modellvorhaben aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ gefördert wird, welches allerdings 2010 für Mettenhof und 2012 für Gaarden ausläuft.

Herr Abbas kritisiert die Begrenzung auf die türkische und russische Sprache. Frau Wagner erklärt, dass dieses die Sprachgruppen seien, die am häufigsten nachgefragt würden, die Flyer seien aber auch in sehr einfachem Deutsch gehalten. Außerdem können laut Frau Pfeifer, AWO-Lotsenstation, durch das beteiligte MiMi-Projekt Sprachkompetenzen in 15 Sprachen angeboten werden. Frau Dickhoff (Pro Regio, Projekt Kulturdolmetscher) bietet Unterstützung bei weiteren Übersetzungen an.
Kritisch gesehen wird außerdem die fehlende Weiterbildung des Pflegepersonals in diesem Projekt. Ratsherr Schulz hält dies für eine wichtige Anregung für die Weiterentwicklung des Projektes. Er ist allerdings der Ansicht, das dies den Rahmen des vorliegenden Konzept sprengen würde.

Der Vorsitzende dankt Frau Wagner für die Informationen.

Top 7: Informationen aus Ausschüssen und Beiräten

Frau Dickhoff berichtet über eine Konferenz zur zukünftigen Arbeit der Jobcenter. Da sich einige Veränderungen ankündigen, regt sie an, Vertreter/innen des Jobcenters zu einer der nächsten Forumssitzungen einzuladen.

Top 8: Neue Mitglieder

Der Interreligiöse Arbeitskreis wird in Zukunft von Frau Fuhrken vertreten.

Top 9: Sonstiges

Es gibt keine weiteren Punkte.

Die Sitzung wird um 18.15 Uhr von Hussein Anaissi geschlossen.

Petra Iwahn

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