Protokoll vom 8. August 2009

Die Sitzung wird geleitet von Hussein Anaissi und Oxana Stahlke.

Top 1: Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit

Der Vorsitzende begrüßt die Mitglieder und Gäste des Forums und stellt die Beschlussfähigkeit fest. Er bittet um Verständnis, dass er die Sitzung wegen eines anderen Termins vorzeitig verlassen muss.

Top 2: Genehmigung der Tagesordnung

Es gibt keine Änderungswünsche.

Top 3: Protokoll der Sitzung am 14. Juli 2009

Das Protokoll wird ohne Änderungswünsche genehmigt.

Top 4: Termine

  • Wilfried Saust weist auf eine Änderung der Veranstaltung „Patientenrechte für Migrantinnen und Migranten“ am 10. Oktober, 10.00 Uhr, im Rahmen der Interkulturellen Wochen hin. Sie findet nicht wie angekündigt in der Geschäftsstelle der Europa Union statt, sondern im Bürgerhaus Mettenhof, Vaasastraße 43a.
  • Frau Scholz kündigt die „Kleine Chormusik am Nachmittag“ des Beirates für Seniorinnen und Senioren an am Dienstag, 27. Oktober, 15.30 Uhr in der Mattias-Claudius-Kirche, Kiel-Suchsdorf, Alte Dorfstraße 53. Der Eintritt ist frei.

Top 5: Bericht des Vorstands und der Geschäftsführung

Bericht des Vorstands:
Oxana Stahlke geht noch einmal ein auf die oben genannte Veranstaltung „Patientenrechte“ und erinnert daran, dass diese auf Grund des Votums des Forums vorbereitet wurde. Nach der erfolgreichen Veranstaltung zum Thema Bildungssystem im vergangenen Jahr hatte sich das Forum dafür ausgesprochen, auch in diesem Jahr eine Kooperationsveranstaltung mit Europa Union und AKA anzubieten.
Frau Stahlke weist auf das neue Roll up des Forums hin, das in dieser Sitzung vorgestellt wird. Es soll die Präsentation des Forums, vor allem bei Infoständen, verbessern. Es waren zwei Angebote eingeholt und dann im Vorstand ausgewählt worden. Das Design wurde angelehnt an den Forums-Flyer.

Bericht der Geschäftsführung
Birgit Lawrenz weist auf den Beginn der Interkulturellen Wochen am 26. September hin. Eröffnung ist im neuen Bürgerzentrum Mettenhof am 26. September ab 14.00 Uhr. Einbezogen ist auch die benachbarte neue Landesgeschäftsstelle der AWO. Auch hier finden Aktionen statt. Ein „Bewegungsparcour“ verbindet Bürgerhaus und AWO-Haus miteinander. Programmhefte, Plakate sowie Postkarten zur Eröffnung und zum Infotag Gesundheit liegen zum Mitnehmen aus. Weitere können im Referat angefordert werden.
Der Integrationsbericht 2008 ist weitgehend fertiggestellt und wird mit der nächsten Einladung an die Forumsmitglieder geschickt. In der nächsten Sitzung soll die dafür erforderliche Stellungnahme des Forums abgestimmt werden.
In der landesweiten AG „Umsetzung des Nationalen Integrationsplans in Schleswig-Holstein“ wurden Handlungsempfehlungen erarbeitet, die Eckpunkte für eine konkrete Umsetzung des NIP vor Ort benennen. Das Forum wird über die Aktivitäten der Arbeitsgruppe weiter informiert.
Die neue Broschüre „Älter werden in Kiel“ ist erschienen und ist als Tischvorlage verteilt worden. Weitere Exemplare können in der Leitstelle „Älter werden“ abgeholt werden.
Der Integrationspreis Gaarden 2009 ist ausgeschrieben. Bewerbungen sind bis 26. Oktober möglich. Der nächsten Einladung werden die Faltblätter beigefügt.

Top 6: Netzwerk Ältere Migranten in Kiel

Michael Treiber ergänzt den Vortrag aus der letzten Forumssitzung. Er berichtet, dass das Projekt entstanden ist durch seine und die Initiative des Vorstands der Türkischen Gemeinde. Sie hatten festgestellt, dass es viele kleine Projekte und Aktivitäten gab, aber überall die Zeit fehlte, um sich konzentriert um diesen Bereich zu kümmern. Daraus entstand die Idee, eine Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, die sich mit dem Thema ältere Migrant/innen befasst. Beteiligt wurden die Verbände, der Seniorenbeirat, das Forum, die Leitstelle Älter werden und das Referat für Migration. Über das Programm Soziale Stadt wurde dann ein größeres Projekt beantragt – jeweils für Mettenhof und für das Ostufer. Zur Finanzierung sind Eigenmittel erforderlich, die im Rahmen von ehrenamtlicher Arbeit eingebracht werden können.

Zu jedem der Themenbereiche (z. B. Materialien für Demenzkranke, die Reihe „Älter werden in Deutschland“ in Russisch und Türkisch, das MiMi-Projekt) haben sich verschiedene Träger zusammengeschlossen.

Beide Anträge sind bewilligt worden, womit das Netzwerk beinahe überfordert gewesen sei. Für die Absicherung der Finanzierung wurde damit eine riesige Menge an Ehrenamtsstunden erforderlich. Am 1. Januar 2009 sollte das Projekt beginnen.

Träger waren ursprünglich die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der Freien Wohlfahrtsverbände. Einige Träger haben aber festgestellt, dass sie die nötigen Eigenmittel nicht aufbringen können und sich aus den Modulen herausgezogen. Da viele verschiedene Module mit vielen einzelnen Veranstaltungen geplant werden mussten, wurden zwei halbe Stellen für die Koordination der Module in den beiden Stadtteilen eingerichtet. Auch hierfür waren Eigenmittel nötig.

Es stellte sich heraus, dass die LAG für die notwendigen spontanen und schnellen Planungen und Entscheidungen nicht flexibel genug war. Um das Projekt zu retten, wurde kurz vor den Sommerferien entschieden, dass die AWO die Trägerschaft übernehmen sollte, da sie bereits mit mehreren Trägern im Projekt vertreten war. Die Vertragsunterzeichnung mit der Landeshauptstadt Kiel steht nun kurz bevor.

Michael Treiber geht ein auf das in der letzten Sitzung erwähnte Projekt aus 1995/96. Es habe nicht ausgereicht, um längerfristige Veränderungen anzustoßen. Ziel des Netzwerkes sei insbesondere, die Akteure der Altenhilfe mit ins Boot zu holen. Es sei gelungen, die Altenhilfeeinrichtungen der Wohlfahrtsverbände mit einzubinden, sie bieten Veranstaltungen an für Migrant/innen, aber auch für die eigenen Mitarbeiter/innen.

Auf entsprechende Fragen aus der letzten Sitzung erklärt Herr Treiber, dass das Projekt offen sei und andere Träger sich gern beteiligen könnten. Auch sei es nicht auf Türkisch und Russisch begrenzt, durch die MiMi-Lots/innenen könnten viele Sprachen abgedeckt werden. Eine Beteiligung als Projektpartner sei jedoch jetzt nicht mehr möglich. Auch dies wäre wieder mit hohen Eigenmitteln verbunden. Die Veranstaltungen können gern in den verschiedensten Einrichtungen durchgeführt werden. Bedingung ist, dass sie den Menschen aus Mettenhof oder vom Ostufer zugute kommen.

Das Projekt läuft nun seit 9 Monaten und die Veranstaltungen werden gut angenommen. Es stellt sich aber auch heraus, dass die Aufnahmefähigkeit in den Stadtteilen mit der großen Anzahl an Veranstaltungen an ihre Grenzen stößt.

Als großes Problem hat sich die Suche nach den Ehrenamtsstunden erwiesen, die für das Projekt erforderlich sind. Michael Treiber appelliert an alle, für die es in Frage kommt, sich bei der Koordination zu melden. Eine Homepage sei gerade im Entstehen.

Aus dem Forum wird gefragt, ob Zahlen von den Über-Fünfzigjährigen aus Gaarden und Mettenhof vorlägen. Laut Michael Treiber liegen Zahlen aus der Studie 2004 und den „Kieler Zahlen“ vor. Das Projekt sei aber nicht auf Grund von Statistiken gestartet, sondern auf Grund der Erfahrungen in der Migrationsarbeit. Es sei deutlich, dass es einen großen Aufklärungs- und Informationsbedarf gibt. Auch die Altenhilfeeinrichtungen seien mit dem wachsenden Anteil älterer Migrant/innen konfrontiert.
Oxana Stahlke gibt zu bedenken, dass die Alten aus dem Projekt 1995/96 nicht mehr diejenigen von heute seien und begrüßt das Projekt ausdrücklich.

Michael Treiber betont, dass wichtigstes Ziel des Projektes sei, Strukturen zu verändern und Migrantenselbstorganisationen, Altenhilfe- und Migrationsfachdienste zu beteiligen. Ratsherr Schulz begrüßt bei dem Projekt besonders, dass sich verschiedene Träger zusammentun.

Auf die Frage des zeitlichen Rahmens für das Projekt, erklärt Herr Treiber, dass dies vom Programm Soziale Stadt abhänge. Möglicherweise werde es verlängert.

Frau Scholz regt an, Kinder und Enkelkinder anzusprechen, da diese für ihre Eltern sorgen würden.
Im Rahmen des Netzwerkes werden bereits Schulungen für pflegende Angehörige angeboten.

Zur Frage der Vernetzung auf Bundesebene antwortet Herr Treiber, dass eine Vernetzung über die Wohlfahrtsverbände, die in der Altenhilfe und der Migrationsarbeit tätig sind, gewährleistet ist.

Diskutiert wird die Aufteilung in Kultur-/Sprachgruppen in den Altenpflegeeinrichtungen. Dies wird nicht generell als sinnvoll betrachtet, bietet sich aber in Städten mit einem hohen Anteil von Migrant/innen einer Gruppe möglicherweise an. Da man aber nicht für jede Gruppe spezielle Angebote vorhalten kann, ist eine kultursensible Pflege anzustreben, die sich auf individuelle Bedürfnisse einstellt.

Weiter wird die Problematik diskutiert, dass ältere Migrant/innen aus verschiedenen Kulturkreisen Altenpflegeeinrichtungen oft ablehnen und von ihren Kindern erwarten, dass sie sie pflegen. Berücksichtigt werden muss auch die Tatsache, dass nicht jede Pflegeeinrichtung wirklich gut arbeitet, sich schlechte Erfahrungen in kürzester Zeit herumsprechen und dem Ruf aller Einrichtungen schaden. Es wird vorgeschlagen, in einem nächsten Projekt auch den Aspekt der schlechten Pflege zu berücksichtigen.

Michael Treiber begrüßt den Vorschlag, weist aber auch darauf hin, dass es bereits thematisiert wird und es innerhalb eines Moduls Besuche in Alten- und Pflegeeinrichtungen gibt.

Oxana dankt Michael Treiber für die ausführlichen, ergänzenden Informationen.

Top 7: Änderung der Richtlinien für die Arbeit des Forums

Die vorliegenden Änderungsvorschläge werden kurz benannt und erklärt. Es werden keine Alternativvorschläge gemacht. Dem Rechtsamt sind die Änderungen mit der Bitte um Stellungnahme von der Geschäftsführung zugeschickt worden. Aus Urlaubsgründen lag vor der Forumssitzung noch keine Reaktion vor.

Die Vorlage wird abgestimmt und mit 13 Ja-Stimmen ohne Gegenstimme angenommen.
Die Geschäftsführung wartet die Stellungnahme des Rechtsamtes ab und leitet die geänderten Richtlinien dann zum Beschluss an den Ausschuss für Soziales, Wohnen und Gesundheit und die Ratsversammlung weiter.

Top 8: Öffentlichkeitsarbeit des Forums

  • Roll up: wurde bereits im Bericht des Vorstands angesprochen.
  • Infostand beim Brunnenfest am 13. September: Hussein Anaissi hat sich zur Standbetreuung bereit erklärt. ProRegio bietet Hilfe beim Standaufbau an, da sie selbst ab 9.00 Uhr dort sind. Michael Treiber informiert den AWO-Kreisverband, dass bei Bedarf unterstützt werden soll.
  • Infostand bei der Eröffnung der IW am 26. September: Oxana Stahlke übernimmt die Betreuung des Standes. Außerdem wird Özlem Ünsal benachrichtigt.
  • Verlinkung zur Website „Aufruf wider den Optionszwang“: Oxana Stahlke und Michael Treiber begrüßen die Initiative. Aus dem Forum werden keine Bedenken gegen eine Verlinkung angemeldet. Frau Stahlke wird es veranlassen.

Top 9: Informationen aus Ausschüssen und Beiräten

Durch die Sommerpause gibt es keine neuen Informationen.

Top 10: Neue Mitglieder

Der Interreligiöse Arbeitskreis wird in Zukunft ausschließlich von Frau Fuhrken vertreten.

Top 11: Sonstiges

Es gibt keine Mitteilungen.

Birgit Lawrenz

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