Prtokoll vom 18. Januar 2010

Die Sitzung wird geleitet von Hussein Anaissi und Oxana Stahlke.

Top 1: Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit

Hussein Anaissi begrüßt Mitglieder und Gäste des Forums sowie die Referentinnen. Die Beschlussfähigkeit ist gegeben.

Top 2: Genehmigung der Tagesordnung

Es gibt keine Änderungswünsche.

Top 3: Protokoll der Sitzung am 8. Dezember 2009

Das Protokoll wird ohne Änderungen genehmigt.

Top 4: Termine

  • 21. Januar 2010, 19.30 Uhr, Legienhof: Veranstaltung über das Rücknahmeabkommen zwischen Deutschland und Syrien.
  • 12. bis 31. Januar, Landeshaus: Ausstellung „Antisemitismus – Antizionis-
    mus – Israelkritik“. Eintritt frei, Ausweis bereit halten.
  • 31. Januar, 12.00 Uhr, Pumpe: Interreligiöses Gebet.

Top 5: Bericht des Vorstands und der Geschäftsführung

Bericht des Vorstandes

  • Oxana Stahlke informiert darüber, dass Özlem Ünsal das Forum auf der vorbereitenden Sitzung zum Thema „Begeisterung für Kommunalpolitik wecken“ vertritt, die zeitgleich zur Forumssitzung im Rathaus stattfindet. Die Auftaktveranstaltung wird am 5. März im Rathaus stattfinden.
  • Am 18. Dezember hat in Hannover ein Kongress mit internationaler Beteiligung zum Thema „Demografischer Wandel“ stattgefunden. Oxana Stahlke und Inci Krah haben teilgenommen. Im Zentrum stand das „MiMi-Projekt“.

Bericht der Geschäftsführung

  • Birgit Lawrenz geht auf die per E-Mail versandte Information zu Ausbildungsstellen bei der Landeshauptstadt Kiel ein. Um Missverständnissen vorzubeugen, weist sie auf Folgendes hin: Die an zwei Stellen im Text erwähnte Voraussetzung der Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates gilt nur für die/den Brandmeisteranwärter/in und bei Verwaltungsfachangestellten für die Beamtenlaufbahn. Nicht EU-Staatler/innen können die Verwaltungsausbildung für Angestellte nach der Zwischenprüfung fortsetzen.
  • Beim zukünftigen E-Mail-Versand der Forumsunterlagen werden Mitglieder des Forums, die mit ihrer Vertretung eine gemeinsame E-Mail-Adresse nutzen, gebeten, für die Weitergabe der Einladungen zu- sorgen oder dem Referat zwei separate E-Mail-Adressen mitzuteilen.

Top 6: „AM:IGA: Alleinerziehende Mütter: Initiative gegen Armut“

Der Vorsitzende begrüßt die Referentin Edibe Oğuz vom Frauennetzwerk zur Arbeitssituation e.V. Frau Oğuz entschuldigt ihre Kollegin von der Frauenberatungsstelle Kristin Erbentraut, die erkrankt ist, und stellt ihre Einrichtung und das Projekt vor. Projektträger ist die Frauenberatungsstelle/Eß-o-Eß in Mettenhof, Kooperationspartner ist das Frauennetzwerk. Es handelt sich um ein Modellprojekt zur Verbesserung der Situation allein erziehender Frauen in Gaarden und Mettenhof. Nach einer Statistik vom September 2008 sind 42 % der Arbeitslosen in Kiel Frauen, davon 30 % allein erziehend. Dies mache die prekäre Situation und den Handlungsbedarf deutlich. Zurzeit sind insgesamt 11 Frauen im Projekt, die unter anderem aus dem Irak, aus Kasachstan, Japan und der Türkei kommen. Das Projekt könne durchaus noch weitere Frauen aufnehmen. Frau Oğuz berichtet, dass es insbesondere in Mettenhof schwierig sei, die Frauen zu erreichen, da sie zum Teil sehr isoliert leben. Ratsfrau Fehimli berichtet von ihren Erfahrungen aus der langjährigen Arbeit im Frauentreff Mettenhof.

Die Präsentation zum Projekt ist als Anlage beigefügt.

Fragen aus dem Forum
Soll das Projekt nach Ablauf neu gestartet werden?
Das Projekt läuft seit Januar 2009 und endet am 31.12.2010. Die Frauenberatungsstelle prüft zurzeit die Möglichkeiten der Weiterführung. Ein Einstieg für betroffene Frauen ist auch im Moment noch möglich, wenn auch nicht in allen Bereichen.

In welchem Alter sind die Frauen?
Gedacht ist das Projekt für Frauen über 25 Jahre, für jüngere gibt es andere Projekte.

Haben alle Teilnehmerinnen einen Migrationshintergrund?
Ja, alle.

Was ist mit Praktikum gemeint?
Es soll sich um einen Berufsvoreinstieg handeln. Wenn die Bewerbungstrainings absolviert sind, werden Praktikumsstellen gesucht, um zu prüfen, ob es sich um die richtige berufliche Richtung handelt.

Gibt es eine Kinderbetreuung?
Im Projekt selbst gibt es keine Betreuungsplätze, aber es gibt eine Zusammenarbeit mit der Caritas. Für die Frauen in Mettenhof versuchen die Kolleginnen vor Ort etwas zu finden. Außerdem werden die Frauen ermutigt, sich eigene Netzwerke aufzubauen.

Es schließt sich eine Diskussion zum Bedarf und Angebot von Krippenplätzen an. Ratsherr Rahim weist auf den Beschluss der Ratsversammlung von 2008 hin, die Kinderbetreuung zu verstärken, und bittet um Informationen an die Politik, wenn es weiterhin Probleme gibt. Frau Schwarz, Vertreterin der Caritas, informiert darüber, dass es bei der Caritas für Kinder unter 3 und über 6 Jahre an 7 Tagen pro Woche ein Angebot in der Nikolausgemeinde gibt. Kontakt kann über sie hergestellt werden.

Müssen es Frauen mit mehreren Kindern sein?
Nein, auch mit einem Kind ist eine Teilnahme möglich.

Gibt es kompetente Ansprechpartnerinnen für Frauen mit psychischen Problemen?
Ja, eine Psychologin ist im Haus. Außerdem wird an die Frauenberatungsstelle in Mettenhof verwiesen, die psychosoziale Beratung anbietet.

Gibt es eine Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur?
Es wird eher mit dem Jobcenter und den Sozialzentren zusammen gearbeitet, hier besteht ein intensiver Kontakt.

Gibt es Konsequenzen vom Jobcenter, wenn eine Frau aus dem Projekt aussteigt?
Nein, da es keine Verpflichtung, keinen Vertrag gibt.

Hussein Anaissi dankt Frau Oğuz für die ausführlichen Informationen. Er übergibt die Leitung der Sitzung an Oxana Stahlke, da er wegen einer Elternbeiratssitzung das Forum vorzeitig verlassen muss.

Top 7: „AWO-Partizipationsprojekt Schleswig-Holstein“

Oxana Stahlke begrüßt Frau Wengel und Frau Dönen. Die Referentinnen stellen sich kurz vor und berichten dann über das Projekt, das im Oktober 2009 gestartet ist. Wesentlicher Bestandteil des Projektes ist die Schulung von Migrant/innen ab September 2010 in Bereichen der gesellschaftlichen Teilhabe und der Durchführung von Projekten. Nach den Schulungen soll dieses Wissen vor allem innerhalb der eigenen Organisation weitergegeben werden.

Die Präsentation sowie ein Flyer mit Kontaktdaten des Partizipationsprojektes sind im Anhang beigefügt.
Frau Dönen weist darauf hin, dass sie ihren Sitz gerade von Neumünster nach Kiel verlegt haben und daher noch keine Telefonnummern vorhanden sind. Über die E-Mail-Adresse sind aber beide zu erreichen.

Fragen aus dem Forum:
Warum sind die Vereine nicht von Anfang an beteiligt worden?
Das Projekt ist noch im Aufbau. Zunächst müssen die Schulungsmaterialien erarbeitet werden, um danach an die Vereine heranzutreten.

Die Kenntnisse der deutschen und einer Migrantensprache sollen gut sein. Wie kann dies überprüft werden?
In Gesprächen mit den Teilnehmenden auf Deutsch lässt sich gut erkennen, ob die Deutschkenntnisse ausreichen. Aus dem MiMi-Projekt für Gesundheitslotsen liegen Erfahrungen zum Einschätzen der Muttersprache vor. Dies hat sich nicht als Problem herausgestellt.

Was muss ein Verein tun, um sich schulen zu lassen?
Schulungen sind zentral in Kiel möglich und kostenlos. Ein Verein kann so viele Interessierte schicken, wie er möchte.

Sind die Schulungstermine eher am Wochenende oder in der Woche geplant?
Sowohl als auch, die Tageskurse sind überwiegend für das Wochenende vorgesehen.

Es wird diskutiert, ob die Anzahl der Schulungsstunden ausreicht, um so komplexe Themen wie das politische System, Partizipationsmöglichkeiten, sprachliche Unterschiede und Techniken der Präsentation und Kommunikation vermitteln zu können. Auch Parallelen zu Integrationskursen oder anderen Lotsenprojekten werden angesprochen. Festgehalten wird aber, dass es sinnvoll ist, die Themen in verschiedenen Bereichen aufzugreifen und eine Vernetzung ähnlich gelagerter Projekte und Aktivitäten herzustellen. Bedacht werden müsse auch, dass es sich um Ehrenamtliche handelt und eine Balance zwischen Anspruch und der zur Verfügung stehenden Zeit gefunden werden müsse.

Ein wichtiger Effekt des Projektes könnte sein – wie Erfahrungen aus dem MiMi-Projekt zeigen, dass Menschen sich anerkannt fühlen oder sogar Netzwerke entstehen, die es erleichtern, eine Arbeit zu finden.

Das Referat für Migration bietet an, die dort vorhandenen Vereinsadressen an das Projekt zu geben, um die Kontaktaufnahme zu unterstützen. Die Referentinnen sichern zu, dem Forum einen Abschlussbericht zukommen zu lassen. Die Vorsitzende dankt Frau Wengel und Frau Dönen für die Information und wünscht viel Erfolg für das Projekt.

Top 8: Rückblick auf die Arbeit des Forums im Jahr 2009/ Planung und Ausblick 2010

Oxana Stahlke gibt eine Liste für Wünsche und Vorschläge für 2010 in die Runde und fasst die Aktivitäten des Forums für das Jahr 2009 zusammen:

  • 15. Januar: Bericht vor der Ratsversammlung,
  • verschiedene Übersetzungen für Flyer, Broschüren und Fragebogen, an denen das Forum beteiligt war,
  • die Website für das Forum wurde weitergeführt und auf aktuellem Stand gehalten,
  • in der September-Sitzung wurde das neue Roll-up des Forums vorgestellt.
  • Veranstaltungen, in Kooperation mit anderen Mitveranstaltern, z. B.:
  • 10.Februar: „Partizipation – nur ein Wort? Engagement von Migrant/innen in der Kommunalpolitik“,
  • 24.Februar: Teilnahme am 1. Workshop zur kommunalen Entwicklungszusammenarbeit, Kiel als Modellkommune,
  • 27. März: Ganztagsveranstaltung mit der FH im Rahmen der Woche gegen Rassismus „Rassismus? Bei uns doch nicht!“,
  • 6. Mai: Teilnahme am interkulturellen Abend der Verbraucherzentrale,
  • 14. Mai: Infostand zur Verkehrssicherheitsmesse,
  • 27. Mai: Fachtag „Weiterbilden statt Stehenbleiben – Migrant/innen qualifizieren“
  • 7. Juli: 1. Konferenz zur kommunalen Entwicklungszusammenarbeit „Kiel global“,
  • 13. September: Infostand beim Brunnenfest in Gaarden,
  • 26. September: Infostand bei der Eröffnung der Interkulturellen Wochen,
  • 29. September: Infostand beim Infotag Gesundheit im Rahmen der IW
  • 9. November: Kommunale Entwicklungszusammenarbeit – Teilnahme am Erfahrungsaustausch der Modellkommunen in Bonn,
  • 17. November: 2. Konferenz zur kommunalen Entwicklungszusammenarbeit „Kiel global“,
  • 1. Dezember: Teilnahme beim Abschlussworkshop zur Modellphase „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit“,
  • 16. November: Infostand beim “Infotag Wiedereinstieg“.
  • 27. November: Teilnahme an der Pflegekonferenz zum Tagesordnungspunkt „Kultursensibler Umgang in der Altenpflege“.

Daneben wurden zahlreiche Referent/innen in die Sitzungen eingeladen, viele Informationen ausgetauscht und Diskussionen geführt.

Die Vorschläge, die auf der Liste genannt werden, werden in der nächsten Vorstandssitzung thematisiert und der Tagesordnungspunkt in der nächsten Sitzung noch einmal aufgegriffen. Aus dem Forum wird angeregt, nicht zwei so große Vorträge oder Themen wie dieses Mal in einer Sitzung aufzunehmen.

Top 9: Gesundheitskonferenzen – Stand der Dinge

Da Özlem Ünsal in dieser Sitzung nicht anwesend ist, soll das Thema in der nächsten Sitzung wieder aufgegriffen werden. Birgit Lawrenz verliest eine E-Mail von Ratsherrn Schulz, der aus Gründen von Terminüberschneidungen nicht an der Sitzung teilnehmen kann, aber mitteilt, dass zum TOP „Stellungnahme Gesundheitskonferenz“ noch eine Stellungnahme der Kooperation kommen werde.

Top 10: Informationen aus Ausschüssen und Beiräten

Aus Zeitgründen wird der TOP vertagt.

Top 11: Neue Mitglieder

Es gibt keine neuen Mitglieder.

Top 12: Sonstiges

Dr. Berndt berichtet als Gast im Forum von einem Wohnungsbauvorhaben in Gaarden mit insgesamt 80 Wohneinheiten für die Zielgruppe Senior/innen mit und ohne Migrationshin- tergrund und mit und ohne Wohnberechtigungsscheine. Er möchte Informationen einholen, ob ein solches Vorhaben Akzeptanz bei der Zielgruppe finden würde und kündigt an, dass er sich gezielt an die Teilnehmer/innen der Forumssitzung wenden werde. Seine Kontaktdaten sind zu finden über die Website des Rathauses/Ortsbeiräte/Ortsbeirat Mitte.

Protokollführung: Birgit Lawrenz

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