Protokoll 06.09.2011

Protokoll der Sitzung am 6. September 2011
Da Dr. Hussein Anaissi erkrankt ist, wird die Sitzung von Isabella Altunok geleitet.
Top 1: Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
Die Vorsitzende begrüßt Mitglieder und Gäste des Forums, insbesondere die Vertreterinnen und Vertreter der Ratsfraktionen sowie die Referentinnen Frau Dr. Gresele, Frau Hennig, Frau Kütük und Frau Valentin.
Die Beschlussfähigkeit ist gegeben.
Top 2: Genehmigung der Tagesordnung
Eine Änderung gibt es unter Tagesordnungspunkt 8. Die Stellungnahme des Forums zum Integrationsbericht 2010 liegt noch nicht vor, da Özlem Ünsal erkrankt ist. Die Abstimmung wird für die Oktobersitzung des Forums erneut auf die Tagesordnung gesetzt.
Top 3: Protokoll der Sitzung am 5. Juli 2011
Es gibt keine Änderungswünsche.
Top 4: Termine
Hier werden nur noch die Termine aufgeführt, die nach Protokollversand stattfinden.
27. September, 17.00 Uhr, Mehrgenerationenhaus Vinetazentrum, Kiel-Gaarden: „Arbeit und Qualifikation für Flüchtlinge und Migrant/innen“. Eine Veranstaltung im Rahmen der Interkulturellen Wochen des Flüchtlingsrates mit Kooperationspartnern.
30. September, 18.30 Uhr, IHK, Bergstraße 2, Kiel: „Zukunft Ostsee – Modellregion oder Ostseeromantik?“. Anmeldung bis 26.09.11 unter info@europa-union-sh.de.
Oxana Stahlke weist auf den Start neuer Russischkurse für Anfänger der VHS in der Humboldtschule am 15. September hin. Es folgen dann 11 weitere Termine, jeweils von 17.15 bis 18.45 Uhr.
Birgit Lawrenz kündigt die Interkulturellen Wochen in Kiel „Vielfalt – keine Frage des Alters“ an mit insgesamt ca, 80 Veranstaltungen, die vom 16. September bis zum 3. Oktober laufen. Programme und Plakate liegen aus sowie auch einzelne Veranstaltungsankündigungen.
Top 5: Bericht des Vorstands und der Geschäftsführung
Bericht der Geschäftsführung Die Sitzung des Forums am 4. Oktober liegt zeitlich direkt vor der Informations-Veranstaltung zum Bau eines Minaretts in Gaarden, die um 19.30 Uhr in der Ulu Cami, Elisabethstraße, beginnt. Den Forumsbesucher/innen soll die Möglichkeit der Teilnahme dort gegeben werden, daher wird angestrebt, die Sitzung rechtzeitig zu beenden. Zeitgleich mit dem Termin der Forumssitzung am 1. November findet im Rathaus eine „Bildungskonferenz“ statt, zu der auch die Forumsmitglieder ausdrücklich eingeladen sind. In der letzten Vorstandssitzung des Forums wurde die Empfehlung ausgesprochen, die Novembersitzung ausfallen zu lassen zu Gunsten der Bildungskonferenz und damit den Mitgliedern und Gästen die Möglichkeit der Teilnahme zu geben. Da allgemeine Zustimmung im Forum signalisiert wird, wird Birgit Lawrenz dies an die Organisatorin der Bildungskonferenz weitergeben. Damit kann auch der Magistratssaal für die Konferenz genutzt werden.
Vom Vorstand wird nichts Aktuelles berichtet.
Top 6: Kieler Gesundheitsbericht 1/2011 und Früherkennungsuntersuchungen für Kinder nach § 7a GDG (U-Untersuchungen) mit dem Schwerpunkt Migrantenfamilien
Gesundheitsbericht: Teil1 Gesundheitsbericht: Übergewicht und Verhaltensauffälligkeiten
Frau Dr. Gresele geht zunächst ein auf den Untersuchungsbereich Übergewicht bei Schulanfängerinnen und Schulanfängern und stellt fest, dass die Tendenz über die vergangenen Jahre abnehmend ist. Am höchsten sind die Zahlen für Gaarden und Mettenhof, am geringsten in „Nord“. Für die Untersuchung in Migrantenfamilien ist die in der Familie hauptsächlich gesprochene Sprache als Merkmal gewählt worden. Der Eindruck, dass vor allem Jungen mit Migrationshintergrund betroffen seien, wurde nicht bestätigt, Kinder insgesamt, die zu Hause nicht Deutsch sprechen, sind jedoch stärker betroffen als die Kinder mit deutscher Erstsprache. Die Präsentation ist dem Protokoll beigefügt.
Auf eine Frage aus dem Forum hin, erklärt Frau Dr. Gresele, dass der Stadtteil, in dem die Schule liegt, für die Erhebung genommen wurde, nicht der Wohnort der Kinder. Dies war auf Grund des Programms nicht anders möglich.
Im Bereich Verhaltensauffälligkeiten ist die Einschätzung im Rahmen der Schuleingangsuntersuchungen durch die Kinderärzte und mit Hilfe von Fragebögen an die Eltern abgegeben worden. Hierbei handelt es sich ausdrücklich nicht um eine konkrete ärztliche Diagnose. Im Gegensatz zum Übergewicht nehmen die Verhaltensauffälligkeiten zu. Zu bedenken gibt Frau Dr. Gresele, dass das Verfahren geändert und zusätzlich der Fragebogen eingesetzt wurde, womit eine größere Sensibilität verbunden sei. Auch hier sind die Stadtteile Gaarden und Mettenhof am auffallendsten. Der Einfluss des Migrationshintergrundes wurde hier nicht untersucht. Auch handelt es sich zunächst um eine Momentaufnahme und dem Thema soll weiter nachgegangen werden. Bessere Erkenntnisse gäbe es in den Kitas. Hier wird eine deutliche Verbesserung im Verlauf des Kita-Besuches festgestellt.
Aus den Erkenntnissen zum Thema Übergewicht heraus ist bereits ein Projekt entwickelt worden. Frau Dr. Gresele stellt Frau Kütük vor, die in zwei Kursen in der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein sowie in der Elternberatung des Amtes für Gesundheit tätig ist. Sie arbeitet mit Müttern von Säuglingen und Schulkindern. Dabei wird über Lebensmittel informiert, gemeinsam in Supermärkte gegangen und es werden Anregungen für gesundes Essen gegeben und Mahlzeiten zusammengestellt. Auch wird das Thema Bewegungsmangel aufgegriffen und Bewegungsmöglichkeiten aufgezeigt. Es gibt einen großen Zulauf von türkischen Familien zu dem Projekt, das zunächst für ein halbes Jahr geplant ist und im Rahmen der „Frühen Hilfen“ läuft.
Über weitere Projekte und über den Gesundheitsbericht kann man sich unter „www.kiel.de/Leben in Kiel/Gesundheit“ informieren.
Herr Kuberski vom TUS Gaarden lädt alle Kinder und Jugendlichen in die Sportvereine ein.
Früherkennungsuntersuchungen
Frau Hennig erläutert die Praxis der Einladungen für Eltern zu den U-Untersuchungen von Kindern, die seit dem 1.4.2008 durch das Kinderschutzgesetz geregelt ist. Wenn keine Nachweise durch die Eltern eingehen, dass die U-Untersuchung durchgeführt wurde, erhalten die Eltern eine Erinnerung mit einer Karte, auf der der Arzt die Untersuchung bestätigen kann. Kommt diese Karte nicht zurück, ist das Amt für Gesundheit verpflichtet, die Eltern zu beraten und laden sie ins Amt zu einem Beratungsgespräch ein. Dies gilt für die U 4 bis U 9 (Kinder von 4 Monaten bis zu 5 Jahren). Wenn keine Kontaktaufnahme erfolgt und weiterhin kein Nachweis über die erfolgte Untersuchung eingeht, sind sie verpflichtet, das Amt für Familie und Soziales zu informieren, das dann einen Hausbesuch durchführt.
Festgestellt wird, dass Eltern mit Migrationshintergrund das Verfahren oft nicht verstehen. Frau Hennig erhofft sich durch die Information in verschiedenen Einrichtungen und Gremien, dass mehr Klarheit für die Familien entsteht und mehr Sicherheit im Umgang mit dem Benachrichtigungssystem.
Eine Information zum Thema ist dem Protokoll beigefügt.
Aus dem Forum wird vorgeschlagen, Dolmetscherbüros einzubinden. Problem daran ist, dass auf Grund des Namens nicht zwangsläufig auf Sprachschwierigkeiten geschlossen werden kann. Auf den Internetseiten des Landes gibt es Informationen in sehr vielen Sprachen.
Top 7: „Kiel-bewegt“ – Vorstellung des Unterstützungsangebotes für Menschen mit Behinderung
Frau Valentin berichtet über das Projekt der DAA, das bereits von 6 Jahren zur Kieler Woche entstanden ist. 40 Jugendliche begleiten Menschen mit Behinderung über die Kieler Woche. Das findet regelmäßig so großen Anklang, dass die Stadt auf sie zugekommen sei, ob das Angebot auch das ganze Jahr über möglich sei. Seit dem 1. Mai wird in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter an der Weiterentwicklung des Konzeptes gearbeitet, um die Teilhabe an Events und Kultur zu erleichtern. Inzwischen stehen 8 Menschen bereit, diese Begleitung zu übernehmen. Dies gilt zum Beispiel auch für den Besuch von Veranstaltungen der Interkulturellen Wochen. Dieses Angebot auch außerhalb der Kieler Woche ist zurzeit noch nicht sehr bekannt, so dass nicht nur die Begleitung zu Veranstaltungen, sondern auch Spazierengehen und einfach Ge-spräche führen möglich ist. Auch Einrichtungen und Werkstätten können das Angebot nutzen.
Klar gestellt wird, dass es nicht möglich sei, im Bereich Pflege etwas zu tun, es ginge nur um Begleitung und Assistenz. Die Mitarbeiter/innen kommen aus ganz unterschiedlichen Berufen, Voraussetzung ist Interesse und Engagement für diese Arbeit. Eine gepflegte Erscheinung, soziale Kompetenz und hohes Einfühlungsvermögen werden vorausgesetzt. In Schulungen werden die Mitarbeiter/innen qualifiziert. Das Projekt ist zunächst bis zum 31.12.2011 begrenzt.
Anfragen und Buchungen sind möglich unter der Hotline 0431/ 6619091 oder über die Website www.kiel-bewegt.de.
Top 8: Integrationsbericht 2010
Diskussionsbedarf besteht zurzeit nicht. Die Diskussion wird zusammen mit der Stellungnahme auf die nächste Sitzung vertagt. Stellungnahme zum Integrationsbericht 2010
Top 9: Sitzungstermine 2012
Die vorgeschlagenen Sitzungstermine werden übernommen mit folgenden Besonderheiten:
– Die Januar-Sitzung findet ausnahmsweise am 2. Dienstag im Monat statt (10. Januar).
– Die April-Sitzung findet trotz der Osterferien statt.
– Die Mai-Sitzung findet ebenfalls am 2. Dienstag im Monat statt (Maifeiertag am 1. Mai)
– Die Juli-Sitzung fällt auf Grund der Sommerpause aus.
– Die Oktober-Sitzung findet trotz der Herbstferien statt.
Bei den Sitzungsterminen, die von der Regel 1. Dienstag im Monat abweichen, muss davon ausgegangen werden, dass der Magistratssaal nicht zur Verfügung steht. Die Geschäftsführung gibt die beschlossenen Termine und den Wunschort Magistratssaal weiter an den Koordinator der Ausschuss-Sitzungen. Wenn alle Räume festgelegt sind, bekommen die Forumsmitglieder eine endgültige Liste der Sitzungstermine 2012 zugeschickt.
Top 10: Informationen aus Ausschüssen und Beiräten
Es gibt keine neuen Informationen.
Top 11: Neue Mitglieder
Neues Vertretungsmitglied für die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. ist Frau Sedef Atasoy in der Nachfolge für Herrn Dumlu.
Für die djo – Deutsche Jugend in Europa ist Frau Sterzer als Hauptmitglied ausgeschieden. Ein/e Nachfolger/in wurde bisher nicht benannt. Herr Ungerer ist weiterhin Stellvertreter.
Für LiCAU – Lehramt international an der CAU ist die Stellvertretung Frau Hale Öztürk ausge-schieden. Ein/e Nachfolger/in ist bisher nicht benannt.
Top 12: Sonstiges
Gute Besserung für Özlem Ünsal und Hussein Anaissi!
Birgit Lawrenz

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