Protokoll 10.01.12

Protokoll der Sitzung am 10. Januar 2012
Die Sitzung wird von Isabella Altunok geleitet.

Top 1: Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
Die Vorsitzende begrüßt Mitglieder und Gäste des Forums und stellt die Beschlussfähigkeit fest.

Top 2: Genehmigung der Tagesordnung
Es gibt keine Änderungswünsche.

Top 3: Protokoll der Sitzung am 6. Dezember 2011
Es gibt keine Änderungswünsche.

Top 4: Termine
Hier werden nur noch die Termine aufgeführt, die nach Protokollversand stattfinden.
– 20. Januar, 16.30 Uhr, Elmshorn, Feldstraße 3 (im Einwandererbund): Einladung zum Gesprächsabend mit Stefan Schmidt.
– Veranstaltungsreihe „Begegnungen 2012“ in Neumünster Einladung Begegnungen 2012

Top 5: Bericht des Vorstands und der Geschäftsführung
Bericht des Vorstands:
Özlem Ünsal berichtet über den Stand der Vorbereitungen zur diesjährigen Internationalen Woche gegen Rassismus. Gemeinsam mit weiteren Veranstaltern ist auch das Forum wieder dabei. Studierende der FH und Schüler/innen der Toni-Jensen-Gemeinschaftsschule entwickeln Plakate zu den Themen „Diskriminierung, Rassismus, Rechtsextremismus“. Eine Jury trifft eine Auswahl der Plakate, die dann vom 13. – 24. März im Holstentörn vor Karstadt präsentiert werden. Weitere Ausstellungsorte sind bereits geplant. Einige der Plakate werden auch in der Öffentlichkeit – an Bushaltestellen – in Kiel zu sehen sein. Mehrere Firmen unterstützen die Aktion.
Das Projekt LiCAU der Uni Kiel plant eine Fachveranstaltung im März zum interkulturellen Dialog in Kooperation mit dem Forum. Dort soll auch über die Arbeit des Forums informiert werden.
Özlem Ünsal schlägt vor, dass sich das Forum an den Interkulturellen Wochen zum Thema „Flüchtlinge“ beteiligt. Vorschläge und Anregungen nimmt der Vorstand gern entgegen.
Das 10-jährige Bestehen des Forums in seiner heutigen Form soll in diesem Jahr gefeiert werden. Der Vorstand möchte dazu einen Festausschuss einberufen, der die Feier plant. Es wird eine Liste herumgegeben, in die sich Interessierte eintragen möchten.
Im Zusammenhang mit dem Modellprojekt zur entwicklungspolitischen Arbeit auf kommunaler Ebene, an der sich Kiel beteiligt hatte, weist Özlem Ünsal auf eine Veröffentlichung der GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) auf ihrer Bundesseite hin, in der die Stadt Kiel besonders hervorgehoben wird. Während der Modellphase sind in Kiel neue Kooperationen, zum Beispiel mit dem BEI (Bündnis Eine Welt) entstanden. In Fortführung des Modellprojektes sind auch Vertreter/innen aus Kiel zu einer Bundeskonferenz im Februar eingeladen.
Den jährlichen Bericht vor der Ratsversammlung wird Frau Ünsal im März abgeben. Der Vorstand bittet um Themenwünsche der Mitglieder in 2012, die in eine Liste eingetragen werden können. Die Liste wird herumgegeben. Gern können auch Anregungen gegeben werden für neue Ideen, z. B. zur Veränderung der Struktur der Sitzungen oder zur Bildung von Unterarbeitsgruppen.
Die DJO (Deutsche Jugend in Europa) hat das Forum um Unterstützung in Form eines „letter of intent“ für ein besonderes Projekt gebeten. Die DJO ist Mitglied im Forum. Frau Ünsal gibt der Vertreterin der Organisation Frau Shorina die Möglichkeit, das Projekt kurz vorzustellen, um ein Votum der Mitglieder einzuholen. Ziel des Projektes ist, ein Netzwerk von Jugendlichen aufzubauen und unter anderem auch eine Verbindung zum Forum herzustellen. siehe auch: Präsentation und Kurzkonzept
Die Abstimmung ergibt 18 Ja-Stimmen ohne Gegenstimmen und Enthaltungen.
Wilfried Saust regt die Zusammenarbeit des neuen Projektes mit der Europa Union an.

Bericht der Geschäftsführung:
Birgit Lawrenz weist auf einen neuen Flyer des Referates für Migration hin, der in Deutsch, Türkisch und Russisch über die Angebote des Referates informiert. Bei Bedarf kann eine größere Anzahl Flyer zur Verfügung gestellt werden.
Die drei Schals, die in den letzten Sitzungen des Forums sowie bei der Veranstaltung im November im Neuen Rathaus liegen geblieben sind, werden an das Fundbüro wei-tergegeben.
Die Anmeldeformulare für die diesjährigen Interkulturellen Wochen sind vom Referat verschickt worden. Sie finden statt vom 8. bis zum 23. September. Mit dem Schwer-punktthema Flüchtlinge wird angeknüpft an die ersten Interkulturellen Wochen vor 20 Jahren in Kiel. Damals waren unter anderem die Angriffe auf Asylbewerberunterkünfte Anlass für die Gründung der „Konferenz interkulturelle Zusamenarbeit in Kiel – KiZiK“, aus der heraus die ersten Interkulturellen Wochen entstanden sind. Wer kein Anmeldeformular bekommen hat, aber sich einbringen möchte, kann sich ans Referat wenden. Auch Veranstaltungen, die sich nicht mit dem Schwerpunktthema befassen, sind willkommen.

Top 6: Vorstellung des neuen Beauftragten für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen des Landes Schleswig-Holstein Stefan Schmidt
Isabella Altunok begrüßt Herrn Schmidt als Nachfolger von Wulf Jöhnk, der sich in der letzten Sitzung des Forums verabschiedet hat.
Stefan Schmidt dankt für die Einladung und berichtet, dass er sich zurzeit überall in Schleswig-Holstein vorstellt und sich in die Aufgabenbereiche des Beauftragten einarbeitet. Er erinnert an den jahrelangen Prozess gegen ihn als Kapitän der „Cap Anamur“, in dem humanitäre Hilfe für Flüchtlinge kriminalisiert worden war. Daher sei die Arbeit in diesem Bereich für ihn nicht ganz neu, auch wenn er sich von den Grenzen der EU nun auf die Grenzen von Schleswig-Holstein konzentriere. Da er selbst aus Lübeck kommt, möchte er versuchen, auch dort Schwerpunkte zu setzen. Er sei jedoch regelmäßig in Kiel und auch über das Büro des Vereins „Borderline“ in Lübeck immer zu erreichen. Er sei überzeugt davon, dass es eine gute Zusammenarbeit mit dem Forum geben werde.
Der Vorstand dankt Herr Schmidt und weist auf bereits laufende gemeinsame Projekte für 2012 hin.

Top 7: „Migration und Bildung“: Vorstellung des Beratungsprogramms der Fachhochschule Kiel für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, siehe auch Artikel zum Projekt
Anita Gruber, Dozentin an der Fachhochschule, stellt das Mentoringprogramm vor. (Die Broschüre ist bereits mit der Einladung zur Sitzung versandt worden, weitere Exemplare liegen als Tischvorlage aus. Frau Gruber bedauert den falschen Druck auf Persisch.)
Grund für die Initiative ist die immer noch geringe Anzahl von Studierenden mit Migrationshintergrund. Junge Menschen mit Migrationshintergrund sollen ermutigt werden, ein Studium in Erwägung zu ziehen und sich über die verschiedenen Wege dahin zu informieren. 16 Studierende haben an einem Qualifikationskurs teilgenommen und sich in die migrationstheoretischen Grundlagen eingearbeitet. Sie sind in Gesprächsführung geschult worden und haben Sachkompetenz über die Hochschullandschaft erworben. Sie alle haben selbst einen Migrationshintergrund und sind nicht den direkten Weg zum Studium gegangen. Sie können daher auf Grund ihrer eigenen Erfahrungen andere besonders gut ermutigen. Sie stehen in den „Startlöchern“ und warten darauf, angesprochen zu werden.
Die Beratungsgespräche sind zum einen gedacht für die Jugendlichen selbst, aber auch für die Eltern. Sie können in verschiedenen Sprachen geführt werden. Auch Gruppen-Beratungen an Schulen können angeboten werden, wobei es sich durchaus nicht nur um Gymnasien handeln solle. Ein Anliegen ist es, gerade auch andere Schularten anzusprechen, denn auch mit einem Hauptschulabschluss sind noch Wege zum Studium möglich. Darüber hinaus können auch Gespräche in Vereinen, Jugendzentren, Eltern-Cafés etc. angeboten werden, vieles sei möglich.
Ratsherr Rahim weist auf die Problematik hin, dass junge Migrant/innen immer noch überproportional an Hauptschulen zu finden seien. Mit den Schulempfehlungen würden die Lehrkräfte eine große Verantwortung tragen. Außerdem fragt er nach der Zusammenarbeit mit dem Regionalen Übergangsmanagement (RÜM).
Anita Gruber bestätigt die Zusammenarbeit mit RÜM, auch die Bildungsbeauftragten seien informiert. Sie sieht die Problematik auch, betont aber, dass auch ein Teil der Studierenden des Mentoringprogramms ursprünglich eine Hauptschule besucht haben und mit ihrem Erfolg ein positives Beispiel geben können.
Ratsfrau Fehimli dankt für das Engagement und weist auf teilweise fehlenden Plätze an weiterführenden Schulen hin, so dass trotz guter Zeugnisse interessierte Schüler/innen abgewiesen werden.
Die Frage, ob auch junge Flüchtlinge in das Mentoringprogramm einbezogen werden können, wird von Anita Gruber bejaht, es besteht auch das Angebot, z. B. als Gruppe einen Hörsaal von innen kennenzulernen und ihnen eine „Hochschule zum Anfassen“ nahezubringen.
Ratsherr Schulz nimmt die Informationen mit zu einem Termin im Berufsbildungszentrum Technik und gibt es dort an die Schulleitung weiter.
Vorgeschlagen wird aus dem Forum, über die Stadtteilkonferenzen die Schulen zu informieren.
Anita Gruber dankt dem Forum für die Unterstützung.

Top 8: Vorstellung der neuen Website des Forums
Edina Dickhoff erläutert die Website und weist auf das obere Banner hin, das aus Einzelfotos der letzten Sitzung zusammengesetzt worden ist und eindrucksvoll zeige, wie viele Menschen im Forum aktiv seien. Im Anschluss erklärt sie den Aufbau der einzelnen Seiten mit Artikeln und Fotos. Einladungen, Protokolle, auch aus vergangenen Sitzungen, Dokumentationen, Berichte von Veranstaltungen, Antragsformulare und anderes sind bereits eingestellt.
Frau Dickhoff bittet das Forum zu entscheiden, was unter „Aktuelles“ aufgenommen werden soll. Der Vorstand empfiehlt, nur die Veranstaltungen und Aktionen aufzunehmen, an denen das Forum selbst beteiligt ist. Dies wird von den Mitgliedern bestätigt.
Das Forum einigt sich darauf, keine Links zu Mitgliedsorganisationen zu setzen, die Vereine jedoch in einer Liste aufzuführen. Einzelpersonen sollen nicht namentlich genannt werden.
Angeregt wird, die Farbgebung noch einmal zu überprüfen.
Großer Dank vom Vorstand und kräftiger Beifall von den Mitgliedern gehen an Frau Dickhoff und die Mitarbeiter/innen von ProRegio.

Top 9: Informationen aus Ausschüssen und Beiräten
Es liegen keine Berichte vor.

Top 10: Neue Mitglieder
Neu im Forum ist der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e. V. Vertreten wird er durch Herrn Markus Saxinger und Frau Andrea Dallek.
Als persönliches Mitglied ist Frau Dr. Verena Sandner Le Gall neu im Forum.
Neuer Stellvertreter für den „Blauen Elefanten – Kinderhaus im Deutschen Kinderschutzbund“ ist Herr Martin Suchau als Nachfolger von Brigitte Möller.

Top 11: Sonstiges
Markus Saxinger weist auf das Projekt access im Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein hin und bittet um Unterstützung des Forums bei der Recherche zu Migrant/innen in Zeitarbeit in Schleswig-Holstein. Dafür wird nach Migrant/innen gesucht, die in einer Zeitarbeitsfirma arbeiten oder gearbeitet haben und bereit sind zu einem kurzen Interview. Die Interviews werden anonymisiert. Er steht gern für weitere Informationen zur Verfügung.
Außerdem weist er auf den neuen „Schlepper“ hin sowie auf Informationen zum IQ-Netzwerk in Schleswig-Holstein, die ausliegen.

Birgit Lawrenz

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