Protokoll 05.06.12

Die Sitzung wird von Isabella Altunok geleitet.

Top 1: Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
Die Vorsitzende begrüßt die Mitglieder und Gäste des Forums, insbesondere die Vertreterinnen und Vertreter der Ratsfraktionen und die Referentinnen. Die Beschlussfähigkeit ist gegeben.

Top 2: Genehmigung der Tagesordnung
Die Tagesordnung wird genehmigt.

Top 3: Protokoll der Sitzung am 8. Mai 2012
Es gibt keine Anmerkungen.

Top 4: Termine
Hier aufgeführt werden nur die Termine, die nach dem Protokollversand stattfinden.
Frau Bagachuk von der Interkulturellen Bildungsberatung im Dezernat IV kündigt einen Termin im August an, der insbesondere dazu dienen soll, neue Bildungsbeauftragte aus den Migrantenorganisationen zu gewinnen. Die konkrete Einladung folgt.

Top 5: Bericht des Vorstands und der Geschäftsführung
Bericht der Geschäftsführung: Die 20. Interkulturellen Wochen finden statt vom 7. bis 23. September. Den Auftakt zum Schwerpunktthema Flüchtlinge bildet das Theaterstück „SOS für Human Rights“ des Grips-Theaters aus Berlin für Klassen der Gemeinschaftsschule Friedrichsort mit einem Begleitprogramm. Die Feier zum 20. Jubiläum der Interkulturellen Wochen findet am 21. September im Rathaus statt. Birgit Lawrenz weist darauf hin, dass die Mitgliedschaft für neue Mitglieder je nach Zeitpunkt der Antragstellung nicht immer bereits in der nächsten Sitzung möglich ist, da zunächst die Besprechung in der Vorstandssitzung erfolgen muss und danach die Listen geändert werden müssen.

Bericht des Vorstands: Özlem Ünsal dankt im Namen des Vorstands für alle, die an der Jubiläumsfeier des Forums teilgenommen, mitgewirkt und sich engagiert haben. Sie habe gute Rückmeldungen von Gästen und Kooperationspartnern bekommen. Ratsherr Schulz bedauert, auf Grund seiner dienstlichen Auslandsreise nicht dabei gewesen zu sein. Ratsherr Wehner habe ihn vertreten und Grüße überbracht. Wilfried Saust äußert sich enttäuscht über das fehlende Presse-Echo in den Kieler Nachrichten, obwohl ein Journalist der KN sogar dort gewesen sei. Er habe in letzter Zeit festgestellt, dass diese Themen weniger berücksichtigt würden. Immerhin sei die Feier von etwa 140 Personen besucht worden und viele Kielerinnen und Kieler hätte sicher Interesse an einer Berichterstattung gehabt. Özlem Ünsal weist darauf hin, dass die Gründe im Wechsel bei der Führung und in der Lokalredaktion der KN liegen könnten. Es liege ein Bericht vor, der an die Zeitung weitergegeben worden sei. Mehr sei dem Forum nicht bekannt. Positiv sei die Berichterstattung in der Landeszeitung und bereits vor einiger Zeit in der Hürriyet. Özlem Ünsal dankt Herrn Catalbaş für das Fotografieren während der Jubiläumsveranstaltung und für das ehrenamtliche Angebot, eine Dokumentation zu 10 Jahren Forum zu erstellen. Vor der Sommerpause steht noch eine Sitzung des Begleitausschusses zum Aktionsplan Integration des Landes an, bei der Frau Ünsal vertreten sein wird und gemeinsam mit Prof. Uta Klein einen Input zur Interkulturellen Öffnung der Ministerien geben wird. Zur Veranstaltung des Projektes LICAU „Zum interkulturellen Dialog anregen“ gab es eine Nachbesprechung, bei der bereits die Fortsetzung geplant wurde. Die 2. Veranstaltung soll am Montag, den 5. November von 14.00 bis 19.00 Uhr stattfinden.

Top 6: „Interkultureller Senioren-Treff“
Frau Altunok begrüßt Frau Dickhoff von Pro Regio, Frau Harbering von KIBIS und Herrn Rahim vom Verein Shefa.
Frau Dickhoff stellt das Projekt „Interkultureller Senioren-Treff“ vor und erklärt gleich zu Beginn, dass es sich nicht um einen Treffpunkt im üblichen Sinn handelt. Auch betont sie, dass sie keine Angebote machen, mit denen eine andere Institution oder Firma Geld verdiene. Mit dem 1. März hat der Bewilligungszeitraum begonnen und mit den derzeit im Projekt arbeitenden 10 Bürgerarbeiter/innen seien sie komplett.
In Abgrenzung zu professionellen Diensten
– begleiten sie ältere Menschen z. B. zu Ämtern, Ärzten, zum Einkaufen, zu Familienfeiern etc. Es wird allerdings nicht gedolmetscht.
– machen sie Hausbesuche, z. B. wenn Eltern bei den Kindern wohnen und diese aus dem Haus müssen. Es kann gemeinsam gelesen oder gespielt werden, es wird nicht gepflegt, geputzt oder gefüttert.
Das Angebot ist kostenlos, es können aber auch keine Kosten für z. B. Taxi übernommen werden.
Die Mitarbeiter/innen werden fortgebildet in demenziellen und interkulturellen Themen, um sich den Menschen richtig zuwenden zu können. In Vorbereitung sind auch Informationen in mehreren Sprachen. Außerdem stellen sie sich derzeit in vielen Runden und Einrichtungen vor. Einige der Mitarbeiter/innen sind heute auch mit ins Forum gekommen und zeigen die Karte, mit der sie sich bei Hausbesuchen ausweisen. Außerdem werde der Besuch mit Foto angekündigt.
Die Präsentation ist dem Protokoll beigefügt.
Die Fragen aus dem Forum zum Projekt beziehen sich vor allem auf das Zeitbudget und die Einschränkungen der Unterstützung.
Frau Dickhoff betont, dass auch mit Rücksicht auf die eigene Lebenssituation der Mitarbeiter/innen eine langfristige Planung wichtig sei. Der Unterstützungsbedarf soll möglichst frühzeitig angemeldet werden. Da es sich nicht um ein Modellprojekt, sondern um ein Bürgerarbeitsprojekt handelt, kann es unter bestimmten Bedingungen auch über den bisher genehmigten Zeitrahmen (Dezember 2014) hinaus weiterlaufen.

Die Abgrenzung zu professionellen Diensten und Einschränkungen im Angebot, z. B. zum Bereich Pflege, stehen auch in Zusammenhang mit Versicherungsfragen. Dies muss unbedingt beachtet werden.
Frau Altunok dankt Frau Dickhoff für die Vorstellung des Senioren-Treffs.

Top 7: „Migration und Selbsthilfe“
Frau Harbering von der Selbsthilfekontaktstelle KIBIS möchte ihre Idee zum Thema Migration und Selbsthilfe im Forum vorstellen, da sie überzeugt davon ist, dass der Kontakt und Austausch von Betroffenen untereinander in problematischen Situationen hilft. Sie betont, dass es sich noch nicht um ein Projekt handele, sondern zunächst um eine Idee.
Ihr Anliegen sei, Menschen aus anderen Ländern und Sprachen zu finden, die sich ehrenamtlich engagieren möchten – die Initiierung von Selbsthilfegruppen von Migrant/innen für Mig-rant/innen. Sie berichtet, dass in den aktuellen Selbsthilfegruppen nur sehr wenige Menschen mit Migrationshintergrund seien, weniger als 5 %. Der Anteil von Migrant/innen in Kiel von ca. 20 % sollte sich ihres Erachtens auch in den Selbsthilfegruppen wiederfinden. Gründe für die geringe Teilnahme könnten sein
– in den Gruppen wird ausschließlich Deutsch gesprochen – die Kompetenzen liegen in Fragen zu Krankheiten, nicht im Bereich der Sprachen
– ein anderer Umgang mit Krankheiten und dem Verständnis, inwiefern eigenverantwortliches Handeln eine Rolle spielt
– im Gesundheitssystem ist Fremdsprachigkeit nicht vorgesehen, es ist schwer, Ansprechpartner zu finden.
Mit der „In-Gang-Setzer-Methode“ aus Dänemark sollen Ehrenamtliche geschult und unterstützt werden bei der Gründung von Selbsthilfegruppen. Denkbar sei auch, andere Themen als gesundheitliche aufzunehmen, wenn es den Einstieg erleichtert.
Frau Harbering möchte die Forumssitzung nutzen, um Kooperationspartner/innen zu finden. Die KIBIS bietet sich als Ansprechpartnerin für Öffentlichkeits- und Pressearbeit an und kann ebenfalls Räume zur Verfügung stellen oder bei der Raumsuche behilflich sein. Auch eine finanzielle Unterstützung für z. B. Flyer, Referent/innen oder die Anschaffung von Informationsmaterial ist denkbar. Gern steht sie auch zur Verfügung, um in Gruppen und Vereine zu gehen und sich und die KIBIS bekannt zu machen.
Frau Altunok dankt Frau Harbering für die Information und das Angebot. Die Präsentation ist dem Protokoll beigefügt.
Diskutiert werden im Anschluss die Gründe, warum Menschen aus anderen Kulturen Barrieren oder kritische Haltungen gegenüber Selbsthilfegruppen haben. Nicht überall sei bekannt, dass Selbsthilfe zur Heilung beitragen könne. Frau Harbering verdeutlicht den Unterschied zwischen einem Gespräch mit Freunden über die eigenen Gesundheitsprobleme und einer Selbsthilfegruppe. In der Selbsthilfegruppe bestehe nicht die Gefahr, dass die Freundschaft riskiert werde, man könne ehrlich sein und Konflikte könnten zur Sprache kommen.

Top 8: Angebote des Centrums für interkulturelle Gesundheitsförderung Shefa
Als Vertreter von Shefa ist heute Sharif Rahim im Forum. Der bisherige Vertreter Ahmad Al-Baghdadi sei nicht mehr bei Shefa, der Verein werde zukünftig von Frau Alazova im Forum vertreten. Herr Rahim berichtet, dass Shefa 1999 in Kiel entstanden sei, um in der Gesundheitsversorgung von Migrant/innen etwas zu bewegen. Die 3 Säulen Vermittlung, Information und Beratung seien Grundlage für die Arbeit des Vereins. Nach mehreren Ortswechseln und weil immer mehr Platz nötig war, hat der Verein seine Räumlichkeiten heute in der Jägerstraße.
Zurzeit bietet Shefa Beratung an und das Gesundheitsfrühstück mit Vorträgen. Die Beratung sei auch in Polnisch möglich durch einen Mediziner mit Abschluss in Polen. Außerdem werde zur Zeit ein Gesundheitswegweiser für Migrant/innen in Kiel erarbeitet. Dies stelle sich als schwierig dar, da die Informationen von Ärzt/innen spärlich kämen.
Selbsthilfegruppen gibt es zurzeit bei Shefa nicht, im Rahmen von früheren Projekten habe es Gruppen gegeben, die jedoch nach Projektende nicht weitergeführt werden konnten. Herr Rahim bedauert, dass immer wieder durch die Befristung der Projekte Menschen Anlaufstellen verlieren.
Er möchte es bei einer kurzen Information heute im Forum belassen und bietet eine ausführliche Präsentation durch die Mitarbeiter/innen von Shefa zu einem anderen Zeitpunkt an, wenn dies gewünscht ist. Auf Nachfrage aus dem Forum wird der Begriff Shefa erklärt. Er kommt aus dem Arabischen und bedeutet Gesundheit/ Heilung. Im Türkischen gibt es einen ähnlichen Begriff.
Die Vorsitzende dankt Herrn Rahim für den Bericht.

Top 9: Informationen aus Ausschüssen und Beiräten
Es liegen keine aktuellen Informationen vor.

Top 10: Neue Mitglieder
Neu im Forum ist der Landessportverband Schleswig-Holstein mit dem Projekt „Integration durch Sport“, vertreten durch Herrn Sergey Baklan. Vertretungsmitglied ist Herr Fahrid Argandival. Herr Baklan stellt sich kurz vor. Er berichtet außerdem, dass das Projekt „Integration durch Sport“ bei der Gründung von Sportvereinen oder der Organisation von Sportfesten helfen kann. Außerdem sind sie Ansprechpartner für Sportmobil und Hüpfburg.
Als persönliches Mitglied neu im Forum ist Herr Ender Calalbaş.
Eine Änderung gibt es in der djo – Deutsche Jugend in Europa, Landesverband Schleswig-Holstein. Frau Shorina hatte sich bereits im Forum verabschiedet. Zukünftig vertritt Frau Inga Riebold den Verein im Forum.

Top 11: Sonstiges
Am 9. September findet in Gaarden wieder das Brunnenfest statt. Von den Mitgliedern wird Interesse an einer Präsentation des Forums dort bekundet. Das Fest findet nur an einem Tag statt und der Stand muss von 11.00 bis 18.00 Uhr betreut werden. Dazu kommen Auf- und Abbauzeiten. Für die Standbetreuung erklären sich bereit:
Frau Krah,
Frau Siebke,
Frau Manske.
Isabella Altunok wird sich mit ihnen in Verbindung setzen. Frau Fuhrken berichtet von ihren Erfahrungen mit einem Stand beim Brunnenfest. Es sei sehr informativ gewesen und es sei keine Langeweile aufgekommen.
Die Vorsitzende schließt die Sitzung mit dem Hinweis auf die Sommerpause des Forums. Die nächste Sitzung findet statt am 7. August.
Birgit Lawrenz

Dieser Beitrag wurde unter Protokolle 2012 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.