Protokoll 06.11.12

Die Sitzung wird von Özlem Ünsal geleitet.

Top 1: Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
Frau Ünsal begrüßt Mitglieder und Gäste des Forums.
Die Beschlussfähigkeit ist gegeben.

Top 2: Genehmigung der Tagesordnung
Es gibt keine Einwände.

Top 3: Protokoll der Sitzung am 4. September 2012
Es gibt keine Anmerkungen oder Änderungswünsche.

Top 4: Termine
Es werden nur Termine genannt, die nach Versand des Protokolls stattfinden.
Dienstag, 27. November, 10.00 – 16.30 Uhr, Landeshaus, Schleswig-Holstein-Saal: Tagung „Migration und Behinderung – Einladung zum Dialog“. Anmeldung über E-Mail:
clasen@diakonie-sh.de oder Tel.: 04331/593-243.
Dienstag, 27. November, 18.00 Uhr, Sportgaststätte TUS Gaarden, Röntgenstraße 5: „Flüchtlingssolidarischer Stammtisch“ mit dem Thema „Roma – Angst vor einer ‚Flüchtlingswelle‘“. Um Anmeldung wird gebeten über E-Mail: office@frsh.de oder Tel.: 735000.
Donnerstag, 29. November, 18.00 Uhr, Landeshaus, Schleswig-Holstein-Saal: „Frauen auf der Flucht“, eine Informationsveranstaltung zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.
Montag, 10. Dezember, 18.00 Uhr, Hopfenstraße 30: „Was macht eigentlich die Bundes-bank?“. Wilfried Saust weist auf den ausgelegten Flyer zu weiteren Terminen des „Forum Bundesbank“ hin.
Frau Lütgens, Studentin an der Uni Kiel, führt eine Studie zu Vorurteilen durch und sucht Personen, die Interesse haben, an dem Thema mitzuarbeiten. Eine Veranstaltung zum Thema findet statt am Freitag, den 23. November, 15.00 Uhr an der Uni Kiel. Kontakt kann über das Projekt LiCAU beim Zentrum für Lehrerbildung aufgenommen werden, E-Mail: licau@zfl.uni-kiel.de oder Tel.: 880-1266.

Özlem Ünsal ruft alle Mitglieder und Gäste auf, am kommenden Sonntag an der OB-Wahl teilzunehmen, wenn sie wahrberechtigt sind.

Top 5: Bericht des Vorstands und der Geschäftsführung
Bericht der Geschäftsführung:
– Mit dem Versand der Unterlagen für die nächste Sitzung wird auch die endgültige Liste der Sitzungstermine des Forums für 2013 verschickt. Auch erhalten die Mitglieder dann den großen Terminplan für die Ratsversammlung, die Ausschüsse und Beiräte.

– Bei der Landeshauptstadt Kiel hat eine Umfrage stattgefunden, um die Zahl der Beschäftigten mit Migrationshintergrund zu erfassen. Der Rücklauf war erfreulich hoch, ein Auswertungsgespräch findet in Kürze statt. Eine Information Anfang des Jahres im Forum ist geplant.

– Am 22. Oktober hat die Gründung eines Bildungsbeirates bei der Landeshauptstadt Kiel stattgefunden. Er setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern mit sehr breit gefächerten Bezügen zum Thema Bildung. Das Referat für Migration ist ebenfalls Mitglied. Eine Mitgliedschaft des Forums wird zurzeit geprüft. In einer der ersten Sitzungen des Forums im kommenden Jahr wird genauer über den Beirat informiert.

Bericht des Vorstands:
– Özlem Ünsal berichtet von der zweiten Veranstaltung am 5. November „Zum interkul-turellen Dialog anregen“, bei der das Forum wieder als Kooperationspartner beteiligt war. Die Veranstaltung war gut besucht und es fanden spannende Dialoge statt. Es wird eine Dokumentation erstellt, so dass sich alle Interessierten genau informieren können. Die nächste Veranstaltung ist für den 21. März geplant.

– Die Vorbereitungen der nächsten Aktionen zur internationalen Woche gegen Rassismus im März 2013 laufen. Unter Mitwirkung des THW sollen kleine Spots für Kino und THW-Spiele produziert werden, um erneut Zeichen gegen Rassismus in Kiel zu setzen.

– Im Begleitausschuss des „Aktionsplan Integration“ des Landes Schleswig-Holstein (API), in dem auch das Forum beteiligt ist, werden zurzeit Praxisbeispiele vorgestellt, in der nächsten Sitzung das Forum als „Kieler Modell“.

– Dem Forum liegt ein Entwurf des Kulturreferenten für die Kulturleitlinien vor. Frau Ünsal hat in einer Stellungnahme aus Sicht des Forums auf das Fehlen interkultureller Aspekte hingewiesen.

– Anfang nächsten Jahres soll im Forum über die neuen Entwicklungen in der Beziehung zwischen Kiel und Antakya berichtet werden. Herr Atli berichtet, dass die Deutsch-Türkische Gesellschaft sich bemüht, die Bildungs- und Jugendarbeit der beiden Städte voranzubringen. Es haben bereits Treffen mit Jugendeinrichtungen in Kiel stattgefunden. Für 2013 sind bereits Projekte in Vorbereitung.

– Am 12. Dezember findet ein Konzert mit dem „Chor der Zivilisationen“ aus der Schwesterstadt Antakya im Schloss statt. Schirmherrin ist die Stadtpräsidentin, das Forum unterstützt dieses besondere Konzert. Frau Ünsal empfiehlt, dieses interkulturelle und interreligiöse Konzert des weltweit bekannten Chores zu besuchen.

Die Vorsitzende bittet Reinhard Pohl um neue Informationen zur Kritik an Übersetzungen von Veröffentlichungen der Landeshauptstadt Kiel. Herr Pohl erinnert an die Broschüre „Perspektiven“ für Menschen mit Behinderung, bei der laienhafte und fehlerhafte Übersetzungen festgestellt worden waren. Muttersprachler/innen des „Dolmetscher-Treffens“ kritisieren jedoch auch die aktuell im Netz stehenden Texte, die weiterhin Fehler aufwiesen. Die seien zum Teil gar nicht korrigiert worden. Es gehe ihnen bei der Kritik nicht nur um die schlechten Übersetzungen, sondern generell um den Umgang mit Übersetzungen bei der Stadt Kiel. Sie sollten direkt an Übersetzer/innen gehen – nicht an Übersetzungsbüros – und die/der entsprechende Übersetzer/in damit namentlich zu erkennen sein. Dumpingpreise sollten nicht hingenommen werden und bei ungewöhnlich günstigen Angeboten sei die Seriosität zu prüfen. Angebote sollten dabei grundsätzlich nach Normzeilen eingeholt werden. Jede Übersetzung müsse, wie auch bei Veröffentlichungen in deutscher Sprache, gegengelesen und geprüft werden. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, eine Stelle vorzusehen, die für alle Übersetzungen zuständig sei, um eine Adresskartei mit zuverlässigen Übersetzer/innen anzulegen.
Zwei Übersetzerinnen haben bei einem Termin mit der Stadtpräsidentin über ihre Betroffenheit gesprochen, wenn sie Verfälschungen in ihrer Muttersprache feststellen. Sie haben bei Frau Kietzer viel Verständnis für ihre Kritik und die Vorschläge gefunden. Über die weiteren Entwicklungen wird das Forum informiert.

Top 6: „Interkulturelle Gärten in Kiel-Gaarden“
Die Vorsitzende begrüßt Frau Prof. Melanie Groß von der Fachhochschule Kiel, Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit. Sie berichtet zunächst über die europaweite Bewegung „Urbane Gärten“. Bekannt seien insbesondere die „Interkulturellen Gärten“, von denen es inzwischen bereits etwa 120 in Deutschland gibt. Zurzeit gebe es eine große Bewegung zum urbanen Gärtnern, in Hamburg zum Beispiel werden Dachflächen von Parkhäusern genutzt. Dabei geht es weniger um Zierpflanzen, sondern um die Bearbeitung des Bodens mit Nutzpflanzen, also Lebensmitteln, die geerntet werden können. Nun soll die Idee, urbanes Gärtnern und interkulturelle Gärten mit Jugendarbeit zu verbinden, in Kiel umgesetzt werden. Ein urbaner Nutzgarten soll gemeinsam mit den in direkter Nachbarschaft lebenden Jugendlichen installiert und sozial-pädagogisch betreut werden. Ein Antrag auf Förderung ist beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in der letzten Woche gestellt worden. Die Laufzeit ist geplant für den Zeitraum von September 2013 bis August 2016. Offiziell heißt das Projekt „G(a)ardening! Subjektbildung – Empowerment – Teilhabe“.
Die Stadt Kiel hat eine brach liegende Fläche in Gaarden für das Projekt angeboten, der AWO-Kreisverband ist als Partner für die Betreuung des Gartens beteiligt, da die Fläche direkt an das Gelände der AWO grenzt. In der Räucherei kommen im Rahmen der offenen Kinder- und Jugendarbeit bereits verschiedene soziale Gruppen zusammen. Es sind bereits Gespräche mit den Jugendlichen geführt worden.
Aus dem Forum wird darauf hingewiesen, dass die Erfahrungen aus der Arbeit des Jugendbauernhofes in Mettenhof und des Naturerlebniszentrums Kollhorst nützlich für das neue Projekt sein könnten. Hingewiesen wird ebenfalls auf die in Gaarden vorhandenen „Bürgergärten“ mit dem Vorschlag, ein Netzwerk in diesem Bereich für gegenseitige Unterstützung und Austausch zu gründen. Empfohlen wird, das Projekt im Ortsbeirat Gaarden vorzustellen. Der Steinmarderweg, der an das betreffende Grundstück grenzt, sei ein Angstraum und Frauen trauten sich kaum, dort bei Dunkelheit zu gehen. Frau Prof. Groß könnte sich vorstellen, dass dem gerade mit dem Gartenprojekt begegnet werden könne. Sie weist darauf hin, dass sich das Projekt an junge Frauen und Männer gleichermaßen wendet. Erfahrungen zeigten, dass Menschen das Angebot, selber zu gestalten, gern annehmen.
Teilweise kritisch gesehen wird der Projektname, der schwer in andere Sprachen zu übersetzen sei. Allgemein besteht jedoch die Erwartung, dass der Titel im Gebrauch vereinfacht wird und dadurch leichter zu kommunizieren ist.
Nach Rückfrage bei den Mitgliedern bietet Özlem Ünsal die Unterstützung des Forums an und sagt zu, eine Empfehlung zu schreiben, die dann von der FH an das Bundesamt nachgereicht werden kann.

Top 7: „Heimat und Flucht – eine Postkartenaktion“
Ingmar Wältring, Sozialarbeiter in der Leitstelle „Älter werden“ der Landeshauptstadt Kiel, hatte das Forum bereits zu Beginn des Projektes „Postkarten an die Heimat“ informiert und um Unterstützung gebeten. Die Aktion fand statt im Rahmen der Interkulturellen Wochen und die Postkarten wurden in der Stadtbücherei ausgestellt. Nun berichtet er über die Ergebnisse der Aktion.
Die Postkarten hatten an über 50 Stellen in ganz Kiel im Zeitraum August bis September ausgelegen, zum Beispiel bei Sprachkursträgern, in den Migrationsberatungsstellen, bei Migrantenorganisationen und auch in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Neumünster. Insgesamt 131 Postkarten sind zurückgegeben worden, ein sehr erfreulicher Rücklauf. Herr Wältring berichtet über die unterschiedlichen und teilweise sehr bewegenden Texte auf den Karten in verschiedenen Sprachen. Neben Vorschlägen zur Verbesserung der Situation sind auch Äußerungen zu Mut und Hoffnung auf einen Neuanfang dabei. Manche Beiträge gehen weit über eine Postkarte hinaus.
Eine Dokumentation der Aktion mit allen Texten ist in Arbeit. Sie kann bei der Leitstelle „Älter werden“ angefragt werden. Die Postkartenausstellung kann über die Leitstelle auch ausgeliehen werden. Sie wird Ende des Jahres noch im Stephan-Heinzel-Haus am Wilhelmplatz gezeigt.
Herr Wältring dankt allen Schreiber/innen und den Institutionen, die die Karten ausgelegt oder sogar in die Gruppenarbeiten eingebunden haben, sowie der ZBBS für die gute Kooperation.
Die Präsentation ist dem Protokoll beigefügt.
Über die Postkartenaktion und weitere Programmpunkte zum Schwerpunkt Flüchtlinge der diesjährigen Interkulturellen Wochen wurde in einem Beitrag des Offenen Kanal Kiel berichtet. Ingmar Wältring zeigt im Forum diesen Beitrag. Neben der Postkartenaktion werden auch die Ausstellung der „Ärzte ohne Grenzen“ auf dem Bahnhofsvorplatz sowie die landesweite Arbeit zum Thema Flüchtlinge hervorgehoben.
Özlem Ünsal dankt Herr Wältring und freut sich, dass die Ergebnisse hier so gut präsentiert worden seien.

Top 8: „FederKiel“
Frau Ünsal begrüßt Svetlana Voigt und Konstantin Arnaut, die das russischsprachige Branchenbuch „Kiel100“ und die Zeitschrift „FederKiel“ vorstellen. Zielgruppe sind über 50.000 russischsprachige Personen schleswig-holstein-weit und über 200 Unternehmen. Das Branchenbuch, das aufgebaut ist wie die „Gelben Seiten“, soll eine Orientierung in der Muttersprache geben. Für nicht kommerzielle Einrichtungen/ Unternehmen seien auch kostenlose Anzeigen möglich. Verteilt wird das Branchenbuch in Kiel und Schleswig-Holstein.
Die Zeitschrift FederKiel ist mit 3 Ausgaben in 2012 erschienen, mit jeweils 3.000 Exemplaren. Die Auflage steigt langsam und Herr Arnaut erklärt, dass eine größere Auflage und ein häufigeres Erscheinen angestrebt wird. Auch die Zeitschrift ist kostenlos. Sie beinhaltet Themen wie die Geschichte Schleswig-Holsteins, Ratgeber, Kinderseiten, Beiträge zu Kultur, Integration und lokalen Ereignissen.
Die Präsentation ist dem Protokoll beigefügt.
Auf Nachfragen aus dem Forum erklären Herr Arnaut und Frau Voigt, dass es ihnen wichtig sei, Themen zu Kultur und zum Leben in Kiel in der russischsprachigen Bevölkerung bekannt zu machen. Es sei ein kleines Redaktionsteam, das zum Teil ehrenamtlich arbeite. Weitere russischsprachige Zeitschriften in Kiel seien nicht bekannt. Gern gesehen seien weitere Mitarbeiter/innen oder Gastartikel. Kontakt zu ihnen kann am besten über E-Mail aufgenommen wer-den.
Özlem Ünsal dankt für die Informationen und wünscht alles Gute für die weitere Arbeit.

Top 9: Integrationsbericht 2011
Özlem Ünsal weist darauf hin, dass der Integrationsbericht des Referates für Migration und die Stellungnahme des Forums mit den Sitzungsunterlagen verschickt worden sind. Birgit Lawrenz steht für Fragen oder Bemerkungen zum Bericht zur Verfügung. Sie erklärt, dass die Stellungnahme des Forums nach der Abstimmung in den Bericht eingefügt wird. Ergänzt wird der vorliegende Entwurf noch durch einige statistische Angaben zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Kiel. Für die Beratung in den Ausschüssen und Ratsversammlung werden gedruckte Exemplare vorliegen, die dann auch an die Forumsmitglieder verschickt werden.
Frau Ünsal begrüßt die umfassenden Rückmeldungen der städtischen Ämter zu den Handlungsempfehlungen. Sie zeigten, dass die Amtsleitungen bemüht seien, das Thema in ihren Bereichen zu verankern. Es sei eine gute Grundlage für den weiteren Aufbau. Sie betont, dass sowohl die Rückmeldungen der städtischen Stellen als auch die Erstellung des Berichtes und die Auseinandersetzung des Vorstands mit dem Bericht viel Arbeit mache, beim Vorstand vor allem auf ehrenamtlicher Basis.
Wilfried Saust bittet um eine Ergänzung in der Stellungnahme des Forums bezüglich der Arbeitsgemeinschaft Kieler Auslandsvereine (AKA).
Mit dieser Ergänzung wird die Stellungnahme ohne Gegenstimmen und Enthaltungen von den Mitgliedern des Forums angenommen.

Top 10: Informationen aus Ausschüssen und Beiräten
a) Kulturleitlinien
Das Thema ist bereits unter Top 5 behandelt worden.
b) Leitbild zur Teilhabeplanung für Menschen mit Behinderung
Das Forum hat eine Rückmeldung zum Umsetzungsstand gegeben, Frau Ünsal bemerkt, dass das Thema Integration schon recht gut berücksichtigt sei.

Top 11: Neue Mitglieder
– Neu im Forum ist die Vereinigung aserbaidschanischer Studierender und Wissenschaftler in der BRD (VASW e.V.), vertreten durch Herrn Samir Abbasov.
– Bei der Ahmadiyya Muslim Gemeinde gibt es eine Veränderung. Neuer Vertreter ist Herr Mounir Ben Aissa.
– Bei Shefa gibt es eine Veränderung in der Stellvertretung, diese übernimmt Frau Ludmilla Evdokonina.
– Für die djo – Deutsche Jugend in Europa ist nur noch Herr Hanno Hüwe im Forum vertreten.
Özlem Ünsal begrüßt die neuen Mitglieder. Herr Ben Aissa stellt sich vor und erklärt seine Beweggründe für die Mitarbeit im Forum.

Top 12: Sonstiges
Herr Oroshi schlägt vor, ein Buch über die Arbeit des Forums der letzten 10 Jahre zu erstellen. Die Vorsitzende berichtet, dass Herr Catalbaş, ebenfalls Mitglied im Forum, bereits an einer Dokumentation arbeitet. Die Frage, ob noch eine Erweiterung möglich ist, wird sie mit in die Vorstandssitzung nehmen.

Birgit Lawrenz

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