Protokoll 08.01.2013

Die Sitzung wird geleitet von Isabella Altunok.

Top 1: Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
Frau Altunok übernimmt die Sitzungsleitung in Vertretung für Özlem Ünsal, die erkrankt ist. Sie begrüßt Mitglieder und Gäste des Forums, als Vertreter der Politik Ratsherrn Schulz und Ratsherrn Rahim sowie die Referentinnen und Referenten.
Die Beschlussfähigkeit ist gegeben.

Der Vorstand drückt seine Betroffenheit und Trauer über den Tod von Wulf Jöhnk aus, den ehemaligen Beauftragten für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen des Landes, und erinnert an die enge Zusammenarbeit bei vielen Aktivitäten und Veranstaltungen sowie an den letzten Besuch von Wulf Jöhnk im Forum im Dezember 2011. Das Forum erhebt sich für eine gemeinsame Gedenkminute. Der Vorschlag von Frau Siebke, ein Kondolenzschreiben des Forums an die Familie zu senden, wird aufgenommen.

Top 2: Genehmigung der Tagesordnung
Es gibt keine Einwände.

Top 3: Protokoll der Sitzung am 4. Dezember 2012
Es gibt keine Anmerkungen oder Änderungswünsche.

Top 4: Termine
Es werden nur Termine genannt, die nach Versand des Protokolls stattfinden.
Donnerstag, 24. Januar, 17.00 Uhr, Rathaus, Magistratssaal: Vorbereitungstreffen für das AKA-Fest, das als Sommerfest rund um den Kieler Bootshafen geplant wird. Zum Vorbereitungstreffen können alle kommen, die sich an dem Fest beteiligen möchten, auch wenn sie nicht AKA-Mitglied sind.
Donnerstag, 31. Januar, 19.00 Uhr, Rathaus, Ratssaal: Bürgerforum „Mitreden über Europa“ des Informationsbüros des Europäischen Parlaments in Deutschland in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Kiel. Abgeordnete aus dem Europaparlament und dem Landtag Schleswig-Holstein diskutieren Fragen der Europapolitik. Anmeldungen unter der E-Mail-Adresse: mitreden@valentum.de.
Birgit Lawrenz informiert über mehrere Termine zur Vorbereitung der Interkulturellen Wochen 2013. Der Ökumenische Vorbereitungsausschuss für die bundesweite Interkulturelle Woche ist auf die Stadt Kiel zugekommen mit dem Anliegen, die zentrale Auftaktveranstaltung in diesem Jahr in Kiel durchzuführen. Diese wird am 21. September stattfinden und auch der Auftakt für die Kieler IW sein. Schwerpunktthema wird Rassismus sein. Im letzten Vorbereitungskreis wurde für die zukünftigen Interkulturellen Wochen ein neues „Gesicht“ vereinbart. Die IW sollen größere zentrale Veranstaltungen beinhalten, für die sich bereits in der Vorbereitung jeweils mehrere Vereine und Organisationen zusammenfinden sollen. Außerdem gehen die Bemühungen dahin, mehr junge Leute bei der Vorbereitung zu beteiligen. Folgende Termine sind für die jeweiligen AK’s zur Vorbereitung festgelegt:
Donnerstag, 24. Januar, 17.00 Uhr, IntegrationsCenterOst, Preetzer Straße 35:
Vorbereitungskreis „Umzug“. Samstag, 26. Januar, 12.00 Uhr, Türkische Gemeinde, Diedrichstraße 2: Vorbereitungskreis „Jugend“. Donnerstag, 31. Januar, 17.00 Uhr, Referat für Migration, Stephan-Heinzel-Straße 2, Raum 208: Großer Vorbereitungskreis IW.
Nähere Infos zu allen Terminen beim Referat für Migration, Frau Iwahn, Tel.: 901-2936.
Torsten Döhring gibt mehrere Termine bekannt zur Veranstaltungsreihe „Islamfeindlichkeit – Gegenstrategien und Handlungsbedarfe in Schleswig-Holstein“, die an 4 Abenden jeweils einmal im Monat um 19.00 Uhr im Landeshaus stattfinden. Die Reihe endet mit einer Podiumsdiskussion im Mai. Die Flyer werden im Forum verteilt und werden mit dem Protokoll versendet. Der erste Termin ist bereits am 15. Januar. Weitere Termine sind Dienstag, 19. Februar: „Deutsche Zustände – gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit als gesellschaftliches Querschnittsphänomen“ Dienstag, 12. März: „Islamkritik in Deutschland – die Rolle der Medien“ Dienstag, 23. April: „Diskriminierung im Arbeitsleben aufgrund islamischer Religionszugehörigkeit“ Dienstag, 21. Mai: „Podiumsdiskussion mit Bundes- und Landespolitiker/innen“.
Auf Termine zum „Deutschen Entwicklungstag – Engagement global“ weist Herr Peschke hin, der als Gast im Forum ist. Das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat angeregt, zum 1. Mal am 25. Mai 2013 einen Deutschen Entwicklungstag an 16 Standorten bundesweit durchzuführen, darunter ist auch Kiel. Herr Peschke ist zuständig für die Koordination dieses Tages in Kiel und Schleswig-Holstein. Er würde gern mit dem Forum zusammen arbeiten, da Migrant/innen hierbei eine große Bedeutung haben. Geplant ist, dass sich Entwicklungsinitiativen und lokale Akteure an diesem Tag präsentieren. Finanzielle Mittel sind vorhanden. Zunächst ist der Deutsche Entwicklungstag für 5 Jahre konzipiert. Herr Peschke lädt ein, sich zu beteiligen und kündigt den Planungsworkshop an: Mittwoch, den 30. Januar (Zeit und Ort werden in schriftlicher Einladung mitgeteilt).
Weitere Informationen über die E-Mail-Adresse Johannes.Peschke@engagement-global.de oder die Webseite www.entwicklungstag.de.

Top 5: Bericht des Vorstands und der Geschäftsführung
Bericht der Geschäftsführung:
– Birgit Lawrenz weist auf personelle Veränderungen beim Amt für Familie und Soziales hin. Der Amtsleiter Alfred Bornhalm ist ins Büro der neuen Oberbürgermeisterin gewechselt. Kommissarische Amtsleiterin ist Astrid Witte, die sich in Kürze auch im Forum vorstellen wird.
– Der Integrationsbericht sowie der Jahresbericht des Forums werden auf der Tagesord-nung der Ratsversammlung am 17. Januar stehen. Die Sitzung ist öffentlich und eine Teilnahme von Forumsmitgliedern, auch zur Stärkung der Vorsitzenden, ist sehr erwünscht.

Top 6: Vorstellung der neuen Vorsitzenden des Beirates für Menschen mit Behinderung, Frau Bianca Körtge.
Frau Körtge dankt für die Einladung des Forums und stellt sich als neue Vorsitzende des Beirates vor. Den Beirat gibt es bereits seit 1981, damals gegründet als „Beirat für Behinderte“. Seit der Zeit habe sich viel geändert, an der Änderung des Namens sei auch das geänderte Selbstverständnis abzulesen.
Frau Körtge stellt die Aufgaben des Beirates und verschiedene Arbeitsgruppen zu zentralen Themen vor. Die Sitzungstermine reichen nicht aus für die verschiedenen Arbeitsfelder. Eine der AG’s befasst sich mit der Weiterentwicklung des Leitbildes, das auch schon Thema im Forum war. Der Beirat tagt in der Regel einmal monatlich, zurzeit werden wechselnde Sitzungsorte ausprobiert.
Großes Anliegen des Beirates ist, die Belange von Menschen mit Behinderung in der Bevölkerung präsent zu machen. Dazu gehört das Thema „Inklusion“. Mit dem „Kieler Weg“ wird selbstbestimmte Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger am gesellschaftlichen Leben in einer barrierefreien Stadt angestrebt. Frau Körtge beendet ihren Vortrag mit der Folie „Inklusion – Es ist normal verschieden zu sein“ und findet große Zustimmung im Forum.
Die Präsentation von Frau Körtge ist dem Protokoll beigefügt.
In der anschließenden Diskussion wird besonders auf die Probleme bei den Übersetzungen der Broschüre „Perspektiven – Ratgeber für Menschen mit Behinderung“ eingegangen. Dieses Thema ist für die Februar-Sitzung des Forums als eigener Tagesordnungspunkt geplant.
Der Vorstand dankt Frau Körtge für die interessanten Informationen.

Top 7: Kultursensible Hilfeplanung für und mit Migrant/innen mit psychischen Erkran-kungen
Frau Heidsieck und Frau Bastian stellen sich vor als Mitglieder im Landesarbeitskreis Psychiatrie und Migration. Frau Heidsieck ist Leiterin der Chance Elisee beim „Kieler Fenster“, Frau Bastian neu als Mitarbeiterin der „Brücke“ für das Thema interkulturelle Öffnung. Der Landesarbeitskreis trifft sich seit 2001, vorrangiges Thema ist die interkulturelle Öffnung und die Entwicklung von kultursensiblen Handlungskompetenzen im Bereich des psychosozialen Gesundheitswesens. In zweijährigem Abstand werden Fachtage zu kulturspezifischen Themen angeboten.
2007 wurden Leitlinien entworfen für kultursensible Hilfeplanung. Zu dieser Zeit veränderte sich dieser Bereich und die Hilfeplanung wurde vom Land an die Kommunen gegeben. Im Landesarbeitskreis wurden zunächst die besonderen Hürden festgestellt, die Migrant/innen bei der Inanspruchnahme der Hilfen haben. Mit den Leitlinien sollten Kommunen Anregungen erhalten, die interkulturelle Öffnung in die örtlichen Konzepte aufzunehmen. Wichtig ist dem Arbeitskreis dabei auch, dass bei der Vergabe von Fördergeldern die interkulturelle Öffnung in die Verträge aufgenommen wird. Für die konkrete Hilfeplanung besteht die Vision und der Wunsch, dass Hilfeplaner/innen im ganzen Land mit dem Arbeitskreis und den Migrantenorganisationen als Sachverständige für kulturspezifische Aspekte ins Gespräch kommen. Die Leitlinien sind an alle entsprechenden Stellen in Schleswig-Holstein versandt worden und wurden bei einem Fachtag im letzten Jahr vorgestellt.
Die Referentinnen weisen besonders auf die Abteilung Eingliederungshilfe bei der Landeshauptstadt Kiel hin, die sich an einer Beratungsstelle für Migrant/innen bei der Chance Elisee beteiligt. Sie freuen sich sehr über diese Kooperation und wünschen sie sich dies auch von anderen Kreisen und Kommunen.
Frau Heidsieck appelliert an die Anwesenden, Interessierte, die möglicherweise Bedarf haben, an die Chance Elisee weiterzuleiten. Die Präsentation ist dem Protokoll beigefügt.

Top 8: Eingliederung und Sozialisation älterer Menschen durch die Jüdische Gemeinde Kiel e.V.
Herr Pannbacker und Frau Shames informieren über die verschiedenen Aktivitäten und Angebote der Jüdischen Gemeinde, die ihre Räumlichkeiten in der Jahnstraße am Schrevenpark hat. Herr Pannbacker ist Vorsitzender der Gemeinde, die 2004 gegründet wurde. Von 18 Mitgliedern am Anfang ist die Gemeinde inzwischen auf 150 Mitglieder angewachsen. Sie ist vielsprachig zusammengesetzt, die Hauptsprachen sind Deutsch und Russisch. 2008 ist die Gemeinde in die Jahnstraße gezogen, heute sind die Räumlichkeiten bereits zu klein und es werden neue gesucht. Die Gemeinde sieht Bedarf für ihre Integrationstätigkeiten vor allem in zwei Bereichen: zum einen die Eingliederung von säkularen Juden in die religiösen Regeln, zum anderen die Eingliederung von Migrant/innen in die deutsche Gesellschaft.
Herr Pannbacker und Frau Shames informieren über Angebote wie zum Beispiel Sozialberatung, Kochkurse für koscheres Essen, Bibliothek, Deutsch-Konversationskurse und Computerkurse. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die kulturellen Aktivitäten. Frau Shames berichtet von der musikalischen Früherziehung der Kinder sowie von der Kulturpalette mit dem mobilen Kindertheater, bei dem Kinder und Jugendliche vieler Nationalitäten zwischen 4 und 20 Jahren mitmachen. Das Kindertheater kann bei Interesse auch gebucht werden.
Im Zusammenhang mit der Seniorenarbeit wird über den Abschluss einer Kooperation mit einem Pflegedienst berichtet, der sich aus der Gemeinde heraus gegründet habe. Hierbei übernimmt der Pflegedienst die medizinisch-pflegerischen, die Sozialabteilung der Jüdischen Ge-meinde die kulturell-sozialen Aufgaben. Frau Shames betont, dass der Pflegedienst jedoch nicht nur für jüdische Kund/innen ansprechbar sei.
Auch auf Kooperationen mit Partnern wie der städtischen Leitstelle Älter werden, der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung oder dem sozialpädagogischen Beratungs- und Begleitungszentrum ELELE wird hingewiesen.
Der Vortrag der Jüdischen Gemeinde ist dem Protokoll beigefügt.

Top 9: Informationen aus Ausschüssen und Beiräten
Es liegen keine Informationen vor, da die Ausschüsse noch nicht getagt haben.

Top 10: Neue Mitglieder
Es sind keine neuen Mitglieder zu nennen.

Top 11: Sonstiges
Wilfried Saust wünscht allen ein Frohes Neues Jahr.
Frau Scholz spricht das Thema Tragen von Mützen in der Sitzung an, das aufgrund der fortgeschrittenen Zeit nicht mehr im Detail diskutiert wird.

Birgit Lawrenz

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