Protokoll 04.06.2013

Die Sitzung wird von Dr. Hussein Anaissi geleitet.

Top 1: Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
Der Vorsitzende begrüßt die Mitglieder und Gäste des Forums, insbesondere die Vertreterinnen und Vertreter der Ratsversammlung, sowie Frau Scheffer vom Beirat für Seniorinnen und Senioren und Herrn Borchert von der Polizei.
Die Beschlussfähigkeit ist gegeben.

Top 2: Genehmigung der Tagesordnung
Es gibt keine Änderungswünsche.

Top 3: Protokoll der Sitzung am 7. Mai 2013
Es gibt keine Anmerkungen.

Top 4: Termine
Es werden nur Termine aufgeführt, die zeitlich nach dem Protokollversand stattfinden.
Donnerstag, 27. Juni, 17.00 Uhr, Sartori-Speicher: Kieler-Woche-Konzert der AKA in Zusammenarbeit mit der Landesbibliothek
Sonntag, 30. Juni, 12.00 Uhr, Pumpe, „Interreligiöses Gebet in der Kieler Woche“ des Interreligiösen Arbeitskreises Kiel. Anschließend ist bei einem kleinen Imbiss Zeit für Gespräche.
Frau Fuhrken berichtet an dieser Stelle, dass in der Uniklinik unter Einbeziehung des Interreligiösen Arbeitskreises ein Raum der Stille eingerichtet wurde.
28. – 30. Juni, Karlsruhe, internationales Jahrestreffen der Ahmadiya Muslim Gemeinde. Gäste sind herzlich eingeladen, die Gemeinde zahlt die Fahrt, Unterkunft und Verpflegung.

Top 5: Bericht des Vorstands und der Geschäftsführung
Bericht des Vorstands Keine Punkte.
Bericht der Geschäftsführung Birgit Lawrenz erklärt, dass in die Anwesenheitsliste für Mitglieder die Rubrik „ständige Gäste“ für den Beirat für Seniorinnen und Senioren und die Polizei aufgenommen wurde. Zukünftig soll es in den Sitzungen einen regelmäßigen Tagesordnungspunkt „Vereine stellen sich vor“ geben. Hier erhalten die Mitgliedsorganisationen die Möglichkeit, kurz ihre Arbeit vorzustellen. Interessierte Vereine können sich an den Vorstand oder die Geschäftsführung wenden, um einen geeigneten Termin abzustimmen.

Top 6: Der Pflegestützpunkt der Landeshauptstadt Kiel stellt sich vor
Hussein Anaissi begrüßt Swea Rohwer vom Pflegestützpunkt in der Leitstelle Älter werden. Frau Rohwer bedankt sich für die Möglichkeit, über die Arbeit zu berichten, und stellt Frau Schulz vor, die als neue Kollegin diesen Bereich vor kurzem übernommen hat.
In Schleswig-Holstein gibt es insgesamt 11 Pflegestützpunkte, gefördert werden sie durch das Land Schleswig-Holstein und durch eine Kooperation der Pflege- und Krankenkassen sowie der Kreise und kreisfreien Städte.
Frau Rohwer betont, dass der Pflegestützpunkt neutral, kostenfrei, individuell und unabhängig berate. Die Beratung steht allerdings nur Kielerinnen und Kielern und nur gesetzlich Versicherten zu. Für privat Versicherte gibt es andere Anlaufstellen.
Frau Rohwer bedauert, dass die Beratung oft erst in Anspruch genommen wird, wenn bereits eine akute Situation eingetreten ist. So muss in großer Eile eine geeignete Lösung gefunden werden. Sie appelliert an die Anwesenden, möglichst frühzeitig zu planen, zum Beispiel wenn nach einer größeren Operation oder einem längeren Klinikaufenthalt absehbar sei, dass das Leben in der eigenen Wohnung schwierig werden könnte.
Der Pflegestützpunkt bietet auch kostenlose Vorträge in Vereinen und Gemeinden in Kiel an, die Themenschwerpunkte können gern abgesprochen werden. Vier bis fünf Vortragsveranstaltungen pro Jahr führen sie durch, zum Beispiel zum Thema Betreuungsvollmacht. In der Türkischen Gemeinde haben bereits Vorträge stattgefunden.
Bei den Angeboten für Migrant/innen ist von großem Vorteil, dass der Pflegestützpunkt in direkter Nachbarschaft zum Referat für Migration untergebracht ist. Die Beraterinnen aus der Migra-tions- und Gesundheitsberatung des Referates können bei Bedarf so eine Brücke zur Pflegeberatung herstellen. Der Versuch eines russischsprachigen Beratungsangebotes in Zusammenarbeit von AWO und Pflegestützpunkt ist allerdings gescheitert. Es wurde nicht angenommen.
Wenn Menschen die Beratungsstelle nicht aufsuchen können, können auch Hausbesuche durchgeführt werden. Sprachprobleme seien bisher gelöst worden, auch mit Hilfe von städtischen Kolleg/innen. Auch bei den Pflegediensten bieten inzwischen fast die Hälfte andere Sprachen an.
Die Präsentation von Frau Rohwer ist dem Protokoll beigefügt.
Die anschließenden Fragen und Anregungen aus dem Forum beziehen sich vor allem auf das zuletzt genannte Beratungsangebot. Als größtes Problem wird die Kommunikation gesehen und angeregt, im Pflegestützpunkt auch Mitarbeiter/innen mit Migrationshintergrund zu beschäftigen oder Dolmetscher einzusetzen. Darüber hinaus wird angemerkt, dass diese Arbeit viel Geduld erfordere und über einen längeren Zeitraum Vertrauen aufgebaut werden müsse. Die kulturellen Unterschiede im Umgang mit Alter und Pflege sowie die Erfahrungen mit Behörden in den Herkunftsländern könnten den Zugang erheblich erschweren. Möglicherweise ist es von Vorteil, nicht in amtlichen, sondern in vertrauten Räumen ein solches Angebot zu machen. Verschiedene Wege sollten ausprobiert werden und man solle sich nicht so schnell entmutigen lassen. Auf verschiedene Angebote zur Schulung in kultursensibler Pflege wird hingewiesen.
Hussein Anaissi bietet seine Unterstützung an, wenn eine Sprachmittlung in Arabisch erforderlich ist, und könnte sich vorstellen, dass auch weitere Ehrenamtliche unterschiedlicher Sprachen dazu bereit wären.
Zum Vorschlag, mehrsprachige Flyer zu entwickeln, wird ein Austausch im Anschluss an die Sitzung mit Frau Dickhoff von Interkulturellen Seniorentreff vereinbart.
Der Vorsitzende dankt Frau Rohwer für die umfangreichen Informationen und begrüßt das Angebot des Pflegestützpunktes sehr.

Top 7: Betreutes Wohnen im Gustav-Schatz-Hof
Dr. Anaissi begrüßt Michael Frenzel, Geschäftsleiter Soziales der Diakonie Altholstein. Herr Frenzel dankt für die Einladung ins Forum und stellt Frau Wulff vor, die eventuelle Detailfragen beantworten könne. Zunächst beschreibt Herr Frenzel die allgemeinen Aufgaben des Trägers, der viel Erfahrung in der Migrations- und Flüchtlingsarbeit habe.
Die Seniorenwohnanlage im Gustav-Schatz-Hof ist in Zusammenarbeit mit der Frankgruppe entstanden. Auflage war, 25 % der Wohnungen an Migrant/innen zu vermieten. Dies sei eine besondere Herausforderung für einen kirchlichen Träger wie die Diakonie Altholstein. Zurzeit befindet sich das Objekt noch in der Bauphase, es werde damit gerechnet, dass der Wohnbereich und das pflegerische und ambulante Angebot im September bereitgestellt werden kann, Mietertreff und Kita wahrscheinlich ab November.
Ziel sei, Menschen verschiedener Herkunftsländer und –kulturen ein möglichst selbstständiges Leben zu ermöglichen und, bei Bedarf auch nach und nach, die erforderliche Unterstützung zu bieten. Sie seien zurzeit dabei, gezielt Kolleg/innen mit Migrationshintergrund einzustellen, was ihnen bereits mit Semra Başoğlu gelungen sei. Geplant sei offene Seniorenarbeit, verknüpft mit pflegerischer Arbeit, ein gezieltes Beratungsangebot für Migrant/innen, Integrationshilfen, Mietertreff und Gruppenangebote.
Die Präsentation ist dem Protokoll beigefügt.
In der anschließenden Diskussion ergänzt Herr Frenzel, dass die Migrantenquote zurzeit noch bei ca. 15 – 20 % läge bei einem Vermietungsstand von insgesamt 70 %. Es gäbe also noch Möglichkeiten für interessierte Migrant/innen. Außerdem geht er auf die Diskussion zur Religionsangehörigkeit der Mitarbeiter/innen ein, von denen in der Regel eine Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche erwartet werde. Dies sei eine Grundsatzdebatte, die allgemein im kirchlichen Bereich geführt werde. Aus dem Forum wird darauf hingewiesen, dass sich diese Diskussion und die Notwendigkeit einer Öffnung nicht nur auf die christliche, sondern auch auf die anderen Religionen beziehen müsse.
Der Vorsitzende dankt Herrn Frenzel und freut sich, dass ein solches Projekt in seinem eigenen Wohnumfeld entsteht.

Top 8: Projekt „MiMi – Mit Migranten für Migranten“
Lidia Pfeifer vom AWO-Landesverband berichtet über neue Schulungen zu interkulturellen Gesundheitslotsen. Das Projekt läuft insgesamt seit 2007. Damals seien 26 Interessierte in 50 Stunden geschult worden zu den Themen deutsches Gesundheitssystem, Vorsorge und Früh-erkennung, Kindergesundheit und Unfallprävention, Impfen und Ernährung und Bewegung. Nach den Schulungen haben die Lots/innen Veranstaltungen in ihrer Muttersprache durchgeführt. Viele der damaligen Lots/innen sind nicht mehr aktiv, da sie umgezogen sind oder einen Arbeitsplatz gefunden haben. Gemeinsam mit dem Ethnomedizinischen Zentrum Hannover sollen daher nun neue Schulungen in Schleswig-Holstein durchgeführt werden. Dafür werden 18 Teilnehmer/innen gesucht. Es wird Material in 16 Sprachen zur Verfügung gestellt.
Frau Pfeifer berichtet, dass es zurzeit keinen türkischsprachigen Gesundheitslotsen in Kiel gibt . Sie bittet die Forumsmitglieder, das Projekt in ihren Vereinen bekannt zu machen und für eine Anmeldung zu werben.
Informationen und Kontaktdaten können dem beigefügten Flyer entnommen werden.
Hussein Anaissi dankt Frau Pfeifer und appelliert an die Mitglieder und Gäste, sich für dieses Projekt einzusetzen.

Top 9: Vertretung des Forums im Beirat für Seniorinnen und Senioren und im Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus
Birgit Lawrenz weist auf die Liste hin, die mit der Einladung verschickt worden ist. Fast alle Gremien sind inzwischen besetzt. Der Vorstand hat sich bereit erklärt, im Beratungsnetzwerk mitzuarbeiten und sich die Arbeit zu teilen. Die Vertretung im Beirat für Seniorinnen und Senioren wird Hussein Anaissi zunächst wahrnehmen.

Top 10: IW 2013 – Interkultureller Umzug – Beteiligung des Forums und der Mitgliedsvereine
Birgit Lawrenz wirbt beim Forum insgesamt und bei den einzelnen Mitgliedsvereinen für eine Teilnahme am interkulturellen Umzug zum Auftakt der Interkulturellen Woche 2013 am 21. Sep-tember. Der Umzug startet am Ernst-Busch-Platz bei der Hörnbrücke in Gaarden und endet vor der Nikolaikirche am Alten Markt. Das Motto des Umzugs und der Interkulturellen Woche insge-samt lautet „Eine Stadt für alle – Kiel ohne Rassismus“. Hier sei das Forum mit allen Mitgliedern gefragt und könne zum Beispiel mit einheitlichen Fähnchen oder ähnlichem als Kieler Forum öffentlich auf sich aufmerksam machen. Der Umzug soll die ganze Vielfalt in Kiel auf fröhliche und fantasievolle Weise zeigen. Da in Kiel in diesem Jahr die bundesweite Interkulturelle Wo-che eröffnet wird, stehen wir auch mit dem Umzug bundesweit im Fokus.
Es ist ausdrücklich gewünscht, dass sich Gruppen anmelden. Dafür hat das Referat ein Anmeldeformular vorbereitet. Eine Anmeldung ist wichtig, da vor dem Termin alle Organisatoren noch einmal zu einem Treffen eingeladen werden.
Informationen und das Formular bei Birgit Lawrenz.

Top 11: Information aus Ausschüssen und Beiräten
Es gibt keine Beiträge.

Top 12: neue Mitglieder
AWO Kreisverband Kiel: Nachfolger für Özlem Ünsal ist Herr Asalettin Soylu.
Dieter Valiev, bisher Einzelmitglied, ist jetzt Vertreter für das „Kultur- und Bildungszentrum Kaukasus in D. e.V.“ Sein Stellvertreter ist Herr Murat Gucigov.
AWO Landesverband Schleswig-Holstein e.V.: Nachfolgerin für Michael Treiber ist Frau Ei-lean Layden.

Top 13: Sonstiges
Vorstand und Geschäftsführung wünschen schöne Ferien! Im Juli findet keine Sitzung statt, die nächste ist am Dienstag, 6. August in der Rotunde.

Birgit Lawrenz

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