Protokoll 14.04.2015

Die Sitzung wird von Dieter Valiev geleitet.

Top 1: Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
Dieter Valiev begrüßt die Mitglieder und Gäste des Forums sowie Ratsfrau Lisa Yilmaz. Herr Anaissi hat sich aus Krankheitsgründen kurzfristig entschuldigen müssen.
Die Beschlussfähigkeit ist gegeben.

Top 2: Genehmigung der Tagesordnung
Es gibt keine Änderungswünsche.

Top 3: Protokoll der Sitzung am 3. März 2015
Es gibt keine Änderungswünsche.

Top 4: Termine
– Montag, 4. Mai, 19.00 Uhr, KoKi: Film „Stärker als Waffen“ mit dem Regisseur aus der Ukraine
– Mittwoch, 6. Mai, 19.00 Uhr, Aula der Hebbelschule: Traditionskonzert der Europa Union
– Donnerstag, 7. Mai, 15.30 Uhr, Rathaus: Preisverleihung des Europäischen Schülerwettbewerbs
– Dienstag, 16. Juni, 18.00 Uhr, Landeshaus: Zweiter Besuch der Foren und Runden Tische aus Schleswig-Holstein im Landeshaus – Diskussion mit Politiker/innen. Der Besuch ist bei der Tagung der Foren in Malente ausführlich thematisiert und vorbereitet worden. Es wird eine Gesamtpräsentation aller Foren geben. An 4 Thementischen werden verschiedene Schwerpunkte diskutiert. Das Kieler Forum wird beim Thema Willkommenskultur und Partizipation vertreten sein. Wünsche und Vorschläge dazu nimmt Herr Valiev gerne entgegen.

Top 5: Bericht des Vorstands und der Geschäftsführung
Bericht der Geschäftsführung
 Birgit Lawrenz berichtet, dass das Thema Salafismus und die Information über eine neue Beratungsstelle auf eine spätere Forumssitzung verschoben wird. Der Rat für Kriminalitätsverhütung beim Land Schleswig-Holstein hat darum gebeten, es erst im Juni oder Juli auf die Tagesordnung zu setzen.
 Auf die Schreiben des Forums zum ewigen Ruherecht auf Friedhöfen sowie zur Unterstützung der Zuwanderungsabteilung beim Prozess Willkommenskultur liegen inzwischen Antwortschreiben vor. Die Schreiben werden mit dem nächsten Protokoll verschickt.

Bericht des Vorstands
 Isabella Altunok weist auf den neuen Forums-Flyer hin. Einige Exemplare liegen aus. Bei Bedarf kann der Flyer im Referat für Migration abgeholt werden.
 Dieter Valiev berichtet vom letzten Treffen des Arbeitskreises Job und Migration. Die Beratungsstellen sind an die Grenzen ihrer Möglichkeiten bei der Beratung für Flüchtlinge geraten. Im letzten Sozialausschuss wurde das Thema ebenfalls angesprochen und eine stärkere Unterstützung durch Land und Bund gefordert.
Wilfried Saust regt an, dass bei der Neuwahl des Vorstands in der Maisitzung sich die Kandidatinnen und Kandidaten zu ihren Schwerpunkten und Vorhaben für das Forum äußern sollten. In der Leitung der Sitzungen sollte die Geschäftsordnung stärker berücksichtigt werden, insbesondere auf die Straffung der Redebeiträge hin.

Top 6: Schlaganfall-Ring Schleswig-Holstein
Dieter Valiev begrüßt den Vorsitzenden des Schlaganfall-Ringes Jürgen Langemeyer und Stefanie Otte. Herr Langemeyer dankt für die Möglichkeit, das Thema im Forum einbringen zu können und hofft, dass dennoch niemand damit persönlich in Berührung kommt. Allerdings gibt es allein in Kiel jährlich 1.000 Betroffene. In der Öffentlichkeit fällt dies oft nicht auf, da sich viele zurückziehen. Von den Folgen eines Schlaganfalles ist ein Vielfaches an Menschen betroffen.
Darunter sind natürlich auch Menschen mit Migrationshintergrund. Auch um diese Menschen möchte sich der Schlaganfall-Ring kümmern.
Herr Langemeyer erklärt, dass ein großes Problem sei, dass der Schlaganfall immer unvorbereitet komme. Aus heiterem Himmel bräche plötzlich die Katastrophe über den Menschen herein und habe sofort große Auswirkungen. Ein Teil der Betroffenen stirbt sofort, viele bleiben pflegebedürftig und nur sehr wenige können danach ohne Nachwirkungen leben. Der Schlaganfall bringt eine Beeinträchtigung im sozialen und beruflichen Leben, eine schnelle Verrentung erfolgt meistens, selbst wenn eine Verbesserung eintritt. Unterstützung brauchen die Patient/innen, aber ebenso das Umfeld, das genauso unvorbereitet getroffen wird. Der Schlaganfall-Ring hilft den Betroffenen und den Angehörigen ehrenamtlich und unentgeltlich. Herr Langemeyer bedauert, dass Menschen mit Migrationshintergrund nur schwer erreicht werden und stellt ans Forum die Frage, wie sie diese Betroffenen besser erreichen könnten.
Dieter Valiev dankt Herrn Langemeyer und Frau Otte und stellt auf die Frage von Herrn Langemeyer fest, dass ein erster Schritt mit der Vorstellung im Forum gemacht ist. In den Fragen und Anmerkungen aus dem Forum wird zunächst auf die Gründe und Risikofaktoren eingegangen.
Es liegen mehrere Flyer des Schlaganfall-Ringes aus, die über die Beratungsangebote informieren und Tipps für Patient/innen und Angehörige geben. Frau Siebke dankt ausdrücklich für die guten und hilfreichen Informationen, die auch schon in der Pflegekonferenz vorgestellt wurden, und spricht ihre Hochachtung für die Arbeit an sich sowie die Schriften aus, die als Hilfestellung unbezahlbar seien.
Diskutiert wird, dass eine Übersetzung in mehrere Sprachen sinnvoll sein könnte. Das Forum kann gern angesprochen werden, wenn dies umgesetzt werden soll.
Hingewiesen wird noch darauf, dass bei einem Schlaganfall sofort die Notrufnummer 112 angerufen werden sollte. Dann ist eine gute und schnelle Versorgung in Kiel gewährleistet.
Die Präsentation des Schlaganfall-Ringes ist dem Protokoll beigefügt.

Top 7: Flüchtlinge in Kiel: ehrenamtliche Initiativen und Willkommenskultur
Der Vorsitzende begrüßt Alexandra Hebestreit vom nettekieler Ehrenamtsbüro und Petra Iwahn aus dem Referat für Migration.
Petra Iwahn berichtet, dass die Hilfs- und Unterstützungsbereitschaft in der Bevölkerung für Flüchtlinge, die nach Kiel kommen, sehr groß ist. In vielen Stadtteilen organisieren sich Menschen ehrenamtlich in Initiativen. Um diese Initiativen zu unterstützen und die ehrenamtliche
Arbeit mit hauptamtlichen Stellen zu vernetzen, hat das Referat für Migration gemeinsam mit dem Amt für Wohnen und Grundsicherung und dem nettekieler Ehrenamtsbüro im November 2014 zu einem ersten Treffen eingeladen. Ein zweites Treffen folgte im März 2015. Beide Veranstaltungen waren sehr gut besucht, viele Initiativen haben sich dort getroffen und vorgestellt.
Ein nächstes Treffen ist für den 28. Mai 2015 geplant. In der Zwischenzeit werden die Initiativen mit Informationen, Ankündigungen von Veranstaltungen, Fortbildungen etc. versorgt.
Petra Iwahn weist auf die Webseite der Landeshauptstadt Kiel hin, die spezielle Informationen und Anlaufstellen für die Unterstützung von Flüchtlingen enthält (www.kiel.de/fluechtlinge).
Auch der Flüchtlingsrat (www.frsh.de) und das Kieler Netzwerk gegen Kinderarmut e. V. (www.kiel4nix.de) bieten Informationen und Kontaktadressen.
Eine weitere Austauschmöglichkeit bietet der Flüchtlingspolitische Stammtisch des Flüchtlingsrates, der monatlich stattfindet.
Alexandra Hebestreit, die seit einem Jahr das Kieler Ehrenamtsbüro leitet, stellt die Möglichkeiten des Ehrenamtsbüros vor. Hier werden interessierte Ehrenamtliche verbunden mit Gruppen und Vereinen, die in der Flüchtlingsarbeit tätig sind und Unterstützung brauchen. Frau Hebestreit ruft dazu auf, dieses Serviceangebot noch mehr zu nutzen, da es sehr viele Ehrenamtliche gibt, die eine Aufgabe suchen, aber nicht genügend Angebote. Auch rät Frau Hebestreit, sich mit weiteren Personen zusammenzutun und eine eigene Gruppe zu gründen. Gern sei sie bereit, die Kontakte herzustellen. Möglicherweise gibt es auch Aktivitäten in den Migrantenorganisationen. Gerne nimmt das Ehrenamtsbüro diese Informationen auf.
Danach wird ein kurzer Überblick über bestehende Initiativen in Kiel gegeben. Es handelt sich häufig um Nachbarschaftsinitiativen, die Wohlfahrtsverbänden wie dem Diakonischen Werk, der Ortscaritas, dem Paritätischen, dem DRK oder der Arbeiterwohlfahrt nahestehen. Es haben sich allerdings auch Initiativen in Vereinsform gebildet oder in Verbindung mit den Hochschulen. Die Initiativen unterstützen die Flüchtlinge in vielfältiger Art. Sie begleiten Einzelpersonen und Familien im Alltag, führen ehrenamtliche Deutschkurse durch und gestalten Kultur – und Freizeitangebote.
Von verschiedenen Seiten gibt es finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten für die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit. Mit unterschiedlichen Programmen fördern das Innen- und das Sozialministerium des Landes Schleswig-Holstein sowie die Landeshauptstadt Kiel diese Arbeit. Das Finanzministerium bietet gemeinsam mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein eine Spendenplattform im Internet an (www.wir-bewegen.sh). Für die Fördergelder der Landeshauptstadt Kiel ist das Referat für Migration Ansprechpartner, für die Unterstützung durch das Innenministerium
das Amt für Wohnen und Grundsicherung.
In der anschließenden Diskussion wird das Thema Sprachkurse angesprochen. Mona Golla informiert darüber, dass die ZBBS die ehrenamtlichen Sprachkursangebote mit den Anfragen der Flüchtlinge koordiniert. Dazu steht die ZBBS im engen Kontakt zur Volkshochschule, die ebenfalls ehrenamtliche Kurse anbietet. Allerdings reichen die Angebote bei weitem nicht aus.
Sie rät dringend, die offiziellen Kurse für Flüchtlinge zu öffnen. Außerdem informiert Mona Golla, dass das Netzwerk Land in Sicht Anlaufstelle für die Themen Beruf und Ausbildung ist und dass es seit kurzem bei der ZBBS auch eine landesgeförderte Stelle für die Migrationssozialberatung für Flüchtlinge gibt.
Viele Forumsmitglieder wertschätzen das ehrenamtliche Engagement. Sie begrüßen, dass den Initiativen Begleitung und Unterstützung angeboten wird. Es wird allerdings auch darauf hingewiesen, dass Ehrenamtliche zur Unterstützung Hauptamtliche brauchen, um sich z. B. Rat zu holen. Außerdem werden Fortbildungen für ehrenamtliche Dolmetscher/innen und andere Unterstützer/innen gefordert, da die Thematik sehr schwierig ist.

Top 8: Gemeinsames Fest mit dem Schleswig-Holsteinischen Heimatbund (SHHB) 2015
Der Termin steht bereits: Sonntag, 15. November, die Uhrzeit ist noch offen. Das Fest ist gedacht als eine Begegnung der Tanzgruppen aus dem SHHB und den Mitgliedsvereinen des Forums. Neben den Auftritten soll es zu einem lockeren Austausch bei einem Imbiss kommen, um sich kennenzulernen. Etwa drei oder vier Gruppen aus jeder Organisation können mitmachen.
Beteiligen aus dem Forum möchten sich möglicherweise
– die Deutsch-Philippinische Gesellschaft
– der Türkische Elternbund
– die Jüdische Gemeinde Kiel und Region
– die Deutsch-Türkische Gesellschaft hatte zu einem früheren Zeitpunkt Interesse signalisiert
Die Vereine melden sich nach Rücksprache in ihrem Verein beim Referat für Migration oder dem Vorstand. In der nächsten Sitzung wird die Frage noch einmal aufgegriffen.

Top 9: Abschiedsfeier des Forumsvorsitzenden
Die Feier findet statt, Einladungen sind verschickt worden. Nach der Diskussion verschiedener Geschenkideen gibt es eine Vereinbarung unter den Mitgliedern.

Top 10: Interkulturelle Wochen 2015
Petra Iwahn berichtet zum bisherigen Programm. Dies ist schon relativ geschlossen, in diesem Jahr soll es die Interkulturellen Wochen „aus einem Guss“ geben und eine Lenkungsgruppe hat über die Richtung und die Programmpunkte entschieden. Schwerpunktthema sind Flüchtlinge in
Kiel.
Eröffnet werden die Interkulturellen Wochen mit einem interkulturellen Picknick im Hiroshimapark am 20. September. Hier ist das Forum Mitveranstalter und alle Mitgliedsorganisationen sind aufgerufen, mit ihren Vereinsmitgliedern teilzunehmen.
Dieter Valiev berichtet von einer weiteren Veranstaltung, bei der das Forum sich beteiligt. Zusammen mit der Deutsch-Philippinischen Gesellschaft und der Islamischen Gemeinde wird eine Veranstaltung geplant, in der Flüchtlinge von ihren Erfahrungen berichten. Ein Flyer ist in Vorbereitung.

Top 11: Informationen aus Ausschüssen, Arbeitskreisen und Beiräten
Es liegen keine Berichte vor.

Top 12: Mitgliederänderungen
Neues Mitglied im Forum ist der Verein MED SV, vertreten durch Herrn Serhat Yaşar und Herrn oder Frau Akkoysun. Hier fehlen noch einige Angaben. Der Verein ist heute nicht anwesend.
Eine Änderung gibt es beim Beirat für Seniorinnen und Senioren. Frau Scheffer bleibt Vertreterin für den Beirat, Frau Sabine Schubert ist zukünftig ihre Stellvertreterin an Stelle von Herrn Klaus Zimmermann.

Top 12: Sonstiges
Auf Nachfrage von Eilean Layden wird festgehalten, dass es keine besondere Vorbereitung im Vorfeld der Neuwahl des Vorstands gibt. Kandidat/innen werden auf Vorschlag direkt in der Mai-Sitzung benannt, bzw. können sich selbst zur Wahl stellen. Alle Mitglieder des Forums (pro Verein nur eine Vertretung) wählen dann aus den Kandidat/innen Vorstand und Stellvertretungen.
Emre Akcay kritisiert die häufige Flüchtlingsthematik auf der Tagesordnung und fordert, dass auch andere Themen, z. B. EU-Bürger/innen, behandelt werden sollten. Von den Mitgliedern
wird darauf hingewiesen, dass viele andere Themen behandelt wurden, insbesondere auch die Situation der Neu-EU-Bürger/innen.
Der Vorsitzende dankt für die Teilnahme und schließt die Sitzung um 18.53 Uhr.

Protokoll: Birgit Lawrenz

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