Protokoll 02.06.2015

17.00 Uhr Rathaus, Magistratssaal
Die Sitzung wird von Dursiye Aytekin geleitet.

Top 1: Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
Frau Aytekin begrüßt die Mitglieder und Gäste des Forums, insbesondere Frau Witte, Leiterin
des Amtes für Soziale Dienste.
Mit einem Dank des Forums überreicht Dieter Valiev einen Blumenstrauß an Isabella Altunok.
Für Hussein Anaissi ist ein Fotoalbum erstellt worden, das ihm zu einem anderen Zeitpunkt
übergeben wird, da er heute seine Teilnahme kurzfristig absagen musste.
Die Beschlussfähigkeit ist gegeben.

Top 2: Genehmigung der Tagesordnung
Es gibt keine Änderungswünsche.

Top 3: Protokoll der Sitzung am 5. Mai 2015
Ein Schreibfehler beim Namen von Frau Scheffer ist bereits korrigiert worden.

Top 4: Termine
Auf Vorschlag des neuen Vorstands steht ab sofort während der Sitzung für die Termine eine
Pinwand zur Verfügung.
– Der MED e.V. kündigt Termine für Mädchenfußball an (8 – 12 Jahre), jeweils um 17.00 Uhr
beim TSV Russee, Rendsburger Landstraße 251. Die Termine liegen bis auf den 24. Juni vor dem Protokollversand.

Top 5: Bericht des Vorstands und der Geschäftsführung

Bericht des Vorstands
– Dieter Valiev spricht die Parkgebühren für die Forumsmitglieder an, die zur Forumssitzung
kommen. Die Geschäftsführung wird gebeten, zu prüfen, ob der Schrankenparkplatz für die
Forumsmitglieder freigegeben werden könnte.
– Dursiye Aytekin berichtet von der Olympiavorstellung im Rathaus, zu der auch das Forum
eingeladen war. Sie hat von dort Fragebögen mitgenommen und bittet die anwesenden Forumsmitglieder, diese auszufüllen und ihr zurückzugeben.

Bericht der Geschäftsführung
– Birgit Lawrenz weist auf zwei Flyer als Tischvorlagen hin (Bildungsberatung und Spendenplattform).

Top 6: Vorstellung des Konzeptes gegen religiös motivierten Extremismus
Die Vorsitzende begrüßt Nadine Kühl und Tobias Meilicke. Frau Kühl stellt sich vor als Zuständige für Schleswig-Holstein, Herr Meilicke ist Berater für Kiel. Er beschäftigt sich bereits seit 3
Jahren mit dem Thema. Das Programm „PROvention – Für Verständnis. Für Respekt. Füreinander.“ besteht aus drei Säulen: Prävention, Intervention und Netzwerkarbeit. Beim Thema Netzwerkarbeit betonen Frau Kühl und Herr Meilicke, dass sie sich über Einladungen freuen und gerne in der nächsten Zeit möglichst viele Einrichtungen und Netzwerke kennenlernen möchten. Mehrere Sprachen, darunter auch Arabisch und Türkisch, können über das Projekt abgedeckt werden.
Die Präsentation ist dem Protokoll beigefügt.

Die folgende Diskussion befasst sich vor allem mit den Fragen, inwieweit eine Zusammenarbeit
mit dem familiären und sozialen Umfeld erfolgt und wie es gelingen kann, muslimische Organisationen einzubeziehen. Festgestellt wird, dass eine Erweiterung auf die russischsprachige Zielgruppe sinnvoll wäre. Frau Kühl und Herr Meilicke betonen, dass die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern sehr wichtig sei, um die jeweilige Community zu erreichen. Zurzeit besuchen sie Moscheen in Schleswig-Holstein. Im Projekt arbeitet außerdem Mahir Ötün mit, der selbst Moslem ist. Die Religionszugehörigkeit spiele schon eine Rolle, bedeutender sei aber, dass jemand da ist, der bei großem Leidensdruck in den Familien ernsthaft hilft. Das Problem habe durchaus nicht nur religiöse Motive und sie warnen davor, Muslime auf der einen Seite und den Rest der Gesellschaft auf der anderen Seite zu sehen. Das Phänomen sei Extremismus und sowohl Rechtsextremismus als auch Salafismus hätten häufig gleiche Grundstrukturen.
Ein besonderes Anliegen sei ihnen aber auch die Prävention.
Mitgliedsorganisationen des Forums bieten ihre Erfahrungen und Unterstützung an, um Probleme in der Kommunikation möglichst zu vermeiden.
Die Vorsitzende dankt Frau Kühl und Herrn Meilicke für die Vorstellung des Projektes, die bereits zur Vernetzung beigetragen habe.

Top 7: Kieler Antigewalt- und Sozialtraining (KAST)
Dursiye Aytekin begrüßt Udo Gerigk und Ibrahim Ortacer. Hanna Brier kommt später dazu. Herr
Gerigk berichtet, dass er bereits seit Anfang der 90er Jahre in verschiedenen Bereichen der
Migrationsarbeit tätig sei und die Koordinierungsstelle Integration in Neumünster aufgebaut habe. Herr Ortacer ist Vorsitzender des Forums und des Ditib-Moscheevereins in Neumünster. Im Auftrag von Jugendämtern und Jugendgerichten sind seit 2006 Antigewalttrainings in ganz Schleswig-Holstein durchgeführt worden. Zunächst sind sie für Gefängnisse entwickelt worden, da hier Radikalisierungen der Jugendlichen erfolgen können. In Einzel- und Gruppentrainings lernen die Jugendlichen zum Beispiel sich zu behaupten, Gewalt zu vermeiden und wie man streiten kann ohne gewalttätig zu werden.
Udo Gerigk erklärt die verschiedenen Trainingsangebote vom Antigewalt- bis zum Aussteigertraining. Bei manchen Themen werden Fachleute dazu geholt. Beim Aussteigertraining werden die Jugendlichen oder jungen Erwachsenen durch das Innenministerium zugewiesen. Zielgruppe sind Ausstiegswillige in der Rechten Szene. Sie werden darin unterstützt, eine neue Identität und Persönlichkeit aufzubauen. Wichtig ist die Arbeit im Quartier, in dem sich die Jugendlichen aufhalten, gerade auch die Zusammenarbeit mit den Moscheen.
Außerdem erleichtere es die Arbeit, wenn man Ansprechpartner kenne, die hoch angesehen seien und auf die „man hört“.
Auch auf weitere geplante Programme weist Udo Gerigk hin, eines zum Thema Häusliche Gewalt und ein weiteres zu religiös motiviertem Extremismus. Dieter Valiev ergänzt, dass hierbei eine Kooperation mit der Deutsch-Russischen Unabhängigen Gesellschaft entstanden sei.
Die Präsentation ist dem Protokoll beigefügt.

Top 8: Besuch der Foren und Runden Tische im Landeshaus am 16. Juni – Stand der Vorbereitung und Anmeldung der Forumsmitglieder
Eine Liste zum Eintragen der Mitglieder wird erneut herumgegeben. Dursiye Aytekin berichtet,
dass sie für die Veranstaltung die Moderation übernimmt. Das Kieler Forum wird dort das eigene Roll up aufstellen sowie einen neu hergestellten Counter, auf dem Flyer des Forums ausliegen werden. Von 18 – 20.00 Uhr ist der offizielle Teil geplant, im Anschluss kann man sich bei einem Imbiss austauschen.

Top 9: Berichte aus Arbeitskreisen, Ausschüssen und Beiräten
In der Vorstandssitzung ist vereinbart worden, dass in der Juli-Sitzung alle Delegierten aus ihren AK’s, Ausschüssen etc. berichten. Die derzeitige Liste wird mit der Einladung verschickt und soll im Juli auf Aktualität geprüft werden. Hier soll auch die/der neue Delegierte für den Beirat für Seniorinnen und Senioren benannt werden.

9a: Flüchtlingskonferenz des Landes am 6. Mai und die Auswirkungen auf die Landeshauptstadt Kiel
Reinhard Pohl berichtet über die Konferenz und vor allem den dort beschlossenen Flüchtlingspakt „Willkommen in Schleswig-Holstein“. Der Pakt enthält Vereinbarungen zum Beispiel über die Zusammenarbeit von Land und Kommunen, die Unterstützung von Ehrenamtlichen, verbesserte Sprach-Bildung und die Einführung der Gesundheitskarte. Mit Appellen, Barrieren beim Zugang für Flüchtlinge abzubauen, wendet sich der Pakt auch an Verbände und Vereine, Kitas, Arbeitgeber und Wohnungswirtschaft. Auch zusätzliche finanzielle Mittel für die Kommunen und Kreise für die Koordination bei der Aufnahme von Flüchtlingen und für die Betreuung werden angekündigt. Reinhard Pohl vermisst aber Aussagen zu Migrationssozialberatung oder Dolmetschen bei Arzt oder Ärztin.
Die Präsentation ist dem Protokoll beigefügt.

Top 10: Veranstaltungen – Stand der Dinge
a. Gemeinsames Fest mit dem Schleswig-Holsteinischen Heimatbund
Am 11. Juni findet ein Treffen mit Vertretern des Trachtenverbandes im SHHB und dem Forum statt. Dann geht es um die weitere konkrete Planung des Festes am 15. November. Vom Forum sind als Tanzgruppen bisher die Jüdische Gemeinde Kiel und Region und die Deutsch-Philippinische Gesellschaft angemeldet. Da es Zweifel am Interesse der Forumsmitglieder an dem gemeinsamen Fest gegeben hat, bittet die Vorsitzende um ein Signal aus der Runde. Edina Dickhoff weist darauf hin, dass die Zusammenarbeit von SHHB und Forum eine neue Entwicklung beim Heimatbund verdeutliche und appelliert an die Mitglieder, sich dem nicht zu verschließen. Betont wird noch einmal, dass es um ein gemeinsam geplantes und durchgeführtes Fest zum gegenseitigen Kennenlernen geht, nicht um Auftritte bei einem öffentlichen Fest. Allgemeine Zustimmung für die Fortsetzung der Planungen wird signalisiert.

b. Interkulturelle Wochen 2015
Es gibt keine neuen Infos.

c. Internationale Wochen gegen Rassismus
Es gibt keine neuen Infos.

Top 11: Mitgliederänderungen
Es gibt keine aktuellen Änderungen.

Top 12: Sonstiges
 Wilfried Saust schlägt vor, die Sitzungen noch mehr zu straffen. Wenn es nur ein
Schwerpunktthema gäbe, könne man sich mehr Zeit für die Diskussion lassen. Die Sitzungen sollten um 19.00 Uhr beendet sein.
 Außerdem schlägt er vor, einen Top „Bürger fragen“ aufzunehmen, damit Gäste sich zu Wort melden können. Dies wird kontrovers diskutiert. Als Unterschied zu Ortsbeiräten oder auch zum Beirat für Seniorinnen und Senioren wird angeführt, dass man auf Antrag Mitglied im Forum werden könne und damit Rederecht habe. Auch dürften Gäste Interesse haben, sich zu den jeweiligen Schwerpunktthemen direkt zu äußern, nicht erst unter einem gesonderten Top. Die Vorsitzende schlägt vor, den Gästen grundsätzlich die Möglichkeit zu geben, sich zu Wort zu melden, aber keine ausschweifende Diskussion
zuzulassen und die Redezeit zu begrenzen. Es sollen die nächsten Sitzungen abgewartet werden, ob die Regelung funktioniert.

Die Vorsitzende dankt für die Teilnahme und schließt die Sitzung um 19.18 Uhr.
Protokoll: Birgit Lawrenz

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