Protokoll 07.07.2015

17.00 Uhr Rathaus, Magistratssaal

Die Sitzung wird von Dursiye Aytekin geleitet.

Top 1: Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
Frau Aytekin begrüßt die Mitglieder und Gäste des Forums, insbesondere Frau Prof. Dr. Ayça
Polat von der FH und Viktorija Djadjunova von der CAU. Außerdem weist sie auf den Vertreter
der KN hin, der die Sitzung begleitet und möglicherweise Fotos macht.
Die Beschlussfähigkeit ist gegeben.

Top 2: Genehmigung der Tagesordnung
Es gibt keine Änderungswünsche.

Top 3: Protokoll der Sitzung am 2. Juni 2015
Es gibt keine Änderungswünsche.

Top 4: Termine
– Samstag, 1. August, ab 13.00 Uhr: AKA-Sommerfest im Rahmen des Bootshafensommers. Wilfried Saust heißt alle herzlich Willkommen.
– Donnerstag, 6. September, 10 – 18.00 Uhr, Haus des Sports, Winterbeker Weg, Moorteichwiese: Tag des Sports mit 150 Sportangeboten zum Mitmachen.
– Die weiteren Termine (Iftar-Fest/ Spielfest Mettenhof/ Sommerfest der Nigerian Community/ Sommerferienkurse zur Sprachförderung des Kinderhauses Blauer Elefant) liegen vor dem Protokollversand und sind zum Teil bereits über E-Mail bekanntgegeben worden.

Top 5: Bericht des Vorstands und der Geschäftsführung
Bericht des Vorstands
– Dieter Valiev berichtet über die Teilnahme am Fackellauf für Inklusion. Alle Forumsmitglieder waren per E-Mail informiert und zur Teilnahme aufgefordert worden. Zum Abschluss gab es einen Empfang im Landeshaus.
– Ben Diogu berichtet von seiner Teilnahme am Interreligiösen Gebet in der Pumpe. Er ist
beeindruckt von der Veranstaltung und der Anzahl der Teilnehmenden gewesen und geht gern wieder hin. Auch rät er allen, die Zeit haben, daran teilzunehmen.

Bericht der Geschäftsführung
– Birgit Lawrenz weist auf die neue Broschüre „Migrationsberatung in Kiel“ hin. Sie ist in
großer Auflage gedruckt worden und kann gerne weiter verteilt werden. Sie ist im Referat
für Migration erhältlich.
– Als Tischvorlage ist ebenfalls eine Reise zum interkulturellen Austausch nach Berlin
verteilt worden. Im Zentrum steht der Besuch der Sehitlik Moschee, der Neuen Synagoge
und der Gedächtniskirche. Informationen bei der Leistelle „Älter werden“ unter 901-3202.
– Parkmöglichkeiten für Forumsmitglieder auf dem Schranken-Parkplatz an der Rückseite
des Rathauses stehen nicht zur Verfügung, hier haben nur Ratsmitglieder Zugang. Ideen für Parkmöglichkeiten für andere Ausschussmitglieder oder das Forum werden ausgetauscht.

Top 6: Interkulturalität, Migration und Diversity: Frau Prof. Dr. Ayça Polat, Fachbereich
Soziale Arbeit und Gesundheit an der FH Kiel, stellt sich und ihre Arbeitsschwerpunkte vor.
Frau Prof. Polat dankt dem Forum für die Möglichkeit, sich vorzustellen. Sie hatte über ihre Kollegin Frau Utzolino vom Forum gehört. An der FH ist eine neue Professur mit dem Schwerpunkt
Migration und Diversität eingerichtet worden. Diese Themen haben aus ihrer Sicht viel mit der
Arbeit der angehenden Sozialpädagog/innen zu tun und sie möchte sie ihnen nahebringen. Sie
selbst hat vielfältige Erfahrungen in der Praxis gemacht, unter anderem war sie 7 Jahre lang
Integrationsbeauftragte in der Stadt Oldenburg. In diesem Rahmen hat sie auch das dortige
Forum betreut, das viele Parallelen zu dem in Kiel aufweist. Ein wichtiges Anliegen sei ihr immer die Partizipation von Migrantenorganisationen gewesen und so möchte sie auch die Organisationen in Kiel kennenlernen.
Da die Arbeit an der FH sehr nah mit der Praxis und dem realen Leben verbunden sei, sei ihr
eine Vernetzung sehr wichtig. Wenn es Fragen gibt, die im Rahmen von Forschungsaufträgen
bearbeitet und untersucht werden können, kann sie gerne angesprochen werden. Auch eine
Zusammenarbeit bei Veranstaltungen sei denkbar.
Die Vorsitzende dankt Frau Prof. Polat und bietet eine Zusammenarbeit gerne an.
In der anschließenden Diskussion wird auf das Projekt Migration und Bildung hingewiesen, das
von Frau Utzolino betreut wird. Hier werden z. B. Studierende mit Migrationshintergrund unterstützt, wenn die Gefahr eines Studienabbruchs besteht. Außerdem werden im Rahmen des Projektes Wege und Möglichkeiten aufgezeigt, ein Studium zu beginnen, wenn die Voraussetzungen noch nicht ausreichen. Zurzeit beschäftigt die FH auch das Thema Flüchtlinge und es wird überlegt, wie sie die Möglichkeit bekommen können, an der FH zu studieren und wie an die Abschlüsse im Herkunftsland angeknüpft werden kann. Es herrscht Einigkeit, dass Bildung eine wichtige Voraussetzung für die Teilhabe in der Gesellschaft ist. Es fällt auf, dass die Zahl der Bildungsausländer deutlich höher als die der Bildungsinländer ist. Mögliche Ursachen sind schlechtere Schulabschlüsse, häufigere Studienabbrüche, eine Zurückhaltung, überhaupt ein Studium zu beginnen – dies sei auch in der 3. Generation noch spürbar.

Top 7: Vorstellung des Studienganges „Migration und Diversität“ an der CAU Kiel durch
Viktorija Djadjunova und Daniel Jäger
Dursiye Aytekin dankt Viktorija Djadjunova und Daniel Jäger für die Vorstellung des Masterstudienganges. Beide berichten, dass sie im 4. Fachsemester studieren, in unterschiedlichen Varianten. Daniel Jäger hat sich für die Variante Türkei, Viktorija Djadjunova für die Variante Osteuropa entschieden. Herr Jäger ist seit 1 ½ Jahren Mitglied im Forum, Frau Djadjonova ist Mitglied im Forum der Vielfalt in Neumünster. Beide geben allgemeine Informationen zum Studiengang und zu den Anwendungsmöglichkeiten. Es seien z. B. Studierende aus den Sozial-, Erziehungs- und Sprachwissenschaften vertreten. Wichtig sei, das Phänomen Migration unter vielen verschiedenen Aspekten zu betrachten. Für das Schreiben der Masterarbeit steht ein halbes Jahr zur Verfügung und ebenso wie bei der FH würden auch hier immer wieder Forschungsthemen gesucht, die sie bearbeiten könnten.
Die Präsentation ist dem Protokoll beigefügt.
In der anschließenden Diskussion wird ergänzt, dass bisher pro Jahr 20 neue Studierende dazukamen, jetzt sind es jedes Jahr 40, es besteht eine Zulassungsbeschränkung. Die Unterrichtssprache ist Deutsch, für Türkisch, Russisch und Polnisch gibt es Sprachkurse. Englischkenntnisse sind sehr wichtig, da man sich viel mit englischsprachiger Literatur befasst. Welche bestehenden Abschlüsse anerkannt werden, um den Masterstudiengang aufzunehmen, muss im Einzelfall abgeklärt werden. Sobald eine Anerkennung vorliegt, haben alle die gleichen Chancen, ob ausländische und inländische Studierende. Auslandssemester sind möglich, insbesondere um die Sprachkenntnisse zu verbessern. Als berufsbegleitendes Studium eignet sich
der Masterstudiengang eher nicht, da er als Vollzeitstudium konzipiert ist.
Kritisch hinterfragt wurde die Beschränkung auf die beiden Schwerpunkte und die Sprachen Türkisch, Russisch und Polnisch. Eine Erweiterung sei zurzeit nicht absehbar, bei Interesse an anderen Sprachen, könnten diese als zusätzliche Fächer studiert werden.
Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass berufliche Möglichkeiten z. B. in der Migrationssozialberatung und im pädagogischen Bereich liegen. In den sozialen Berufen sind insbesondere männliche Fachkräfte mit Migrationshintergrund gesucht, Grundvoraussetzung ist dabei das Interesse an der Arbeit mit Menschen.

Top 8: Vertretungen des Forums in Arbeitskreisen, Ausschüssen und Beiräten
a) Berichte der Delegierten/Festlegung künftiger Vertretungen
Die beigefügte Liste wird aktualisiert
1. Begleitausschuss Lokaler Aktionsplan (LAP): Vertretung: Dieter Valiev
Das Programm ist in das Bundesprogramm „Demokratie leben“ aufgenommen und etwas anders ausgerichtet worden.
2. Bildungsbeirat: Vertretung Farzaneh Vagdy-Voss
3. AK Frauenbündnis: Vertretung Nurcan Kurun
Zurzeit gibt es nichts Neues zu berichten. Frau Kurun ist bereit, das Forum dort weiterhin
zu vertreten.
4. Pflegekonferenz: Vertretung Dieter Valiev, im Verhinderungsfall Waltraut Siebke
5. Beirat für Seniorinnen und Senioren: Vertretung Dr. Evadne Parulan-Holzhüter
Frau Parulan-Holzhüter hat zweimal teilgenommen und ist beeindruckt von der Arbeit
des Beirates. Der Beirat begrüße die Teilnahme des Forums sehr. Die Mitglieder des Forums signalisieren Zustimmung, dass Frau Dr. Parulan-Holzhüter dort offiziell für das Forum teilnimmt. Zu beachten ist, dass es keine Mitgliedschaft, sondern ein Gaststatus ist.
6. Kuratorium Bürgerhaus Mettenhof: Vertretung Dr. Hussein Anaissi
Da Herr Anaissi für die heutige Sitzung entschuldigt ist, fragt die Geschäftsführung nach,
ob die Vertretung so beibehalten werden soll.
7. Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus: Vertretung Dieter Valiev
Herr Valiev nimmt an den Sitzungen teil und erinnert, dass das neue Konzept zum religiös motivierten Extremismus in der letzten Forumssitzung vorgestellt wurde. Die Entscheidung, die Koordinierungsstellen für das Projekt bei der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein anzusiedeln, wurde im Beratungsnetzwerk kontrovers diskutiert. Kritisiert wurde, dass hierzu keine gemeinsame Strategie erarbeitet wurde und das Netzwerk vor vollendete Tatsachen gestellt worden sei. Die geringe Beteiligung des Landes von externen Organisationen, auch in anderen Fällen, wird auch von anderen Forumsmitgliedern kritisiert. Die Forumsmitglieder schlagen vor, in einer der nächsten Sitzungen das neue Gesamtkonzept des Beratungsnetzwerkes vorzustellen.
8. AK Internationale Wochen gegen Rassismus: Vertretung gesamter Vorstand
Die Vorstandsmitglieder sprechen sich jeweils ab, wer teilnimmt. Die Ideensammlung für
2016 läuft noch.
9. Jugendhilfeausschuss: Vertretung Idun Hübner
In vorhergehenden Forumssitzungen hat Frau Hübner über ihr großes Interesse und ihre
Möglichkeiten, dort mitzuwirken, berichtet. Bei dieser Vertretung handelt es sich um eine
von der Ratsversammlung gewählte beratende Mitgliedschaft. Da Frau Hübner heute
nicht im Forum ist, wird sie gebeten, in der nächsten Sitzung über Aktuelles zu berichten.
10. Ausschuss für Soziales, Wohnen und Gesundheit: Vertretung Vorstand
Bisher nimmt Dieter Valiev regelmäßig teil und berichtet, wenn wichtige Themen für das
Forum angesprochen werden. Zurzeit stehen häufig Flüchtlingsthemen auf der Tagesordnung.
11. Ausschuss für Schule und Sport: Vertretung Dr. Hussein Anaissi
Herr Anaissi wird gefragt, ob er die Vertretung weiter übernimmt. Herr Papaspyratos
überlegt noch, ob er die Vertretung übernehmen kann.
12. Kulturausschuss: Vertretung Edina Dickhoff
Frau Dickhoff berichtet, dass das AKA-Fest als Bestandteil des Bootshafensommers im
Ausschuss besonders positiv erwähnt wurde. Auch über eine Jam-Session für Flüchtlinge wurde berichtet. Ansonsten käme das Thema Migration kaum vor. Im Zusammenhang mit Deutschkursen an der vhs seien Menschen mit Migrationshintergrund vor allem als defizitär erwähnt worden. Dass ein großer Teil der Kulturarbeit von Migrant/innen gemacht würde, fände keine Erwähnung.
13. AK Interkulturelle Wochen: Vertretung Vorstand
Da viele der Forumsmitglieder mit eigenen Veranstaltungen beteiligt sind oder ansonsten am Arbeitskreis interessiert sind, ist eine Delegation nicht nötig. Alle sind herzlich
eingeladen, zu kommen. Der Vorstand vertritt dort die besondere Beteiligung des Forums. Die nächste Sitzung findet am 3. September um 17.00 Uhr im Rathaus statt. Dann
werden Programme und Plakate sowie die Einladungskarten zum Picknick im Hiroshimapark verteilt.
14. LAG Partizipationsgremien in Schleswig-Holstein: Vertretung Vorstand
Über den Besuch der Foren im Landtag wird unter Top 9 noch berichtet.
15. AK Job und Migration: Vertretung Dieter Valiev
Herr Papaspyratos berichtet von einem Programm für Langzeitarbeitslose, die mehrere
Vermittlungshemmnisse haben, das im September startet. Mit einem zweiten Projekt sollen Beschäftigungen für Menschen gefördert werden, die sonst gar keine Chance haben, beruflich einzusteigen. Er wird sich in Gaarden dafür einsetzen, dass Migrant/innen dabei entsprechend berücksichtigt werden.
16. AK Öffentlichkeitsarbeit des Forums: Vertretung Dursiye Aytekin, Dieter Valiev, Edina
Dickhoff, Isabella Altunok
Wer zusätzlich Interesse an dem AK hat, möchte dem Vorstand Bescheid geben.
Top 9: Besuch der Foren und Runden Tische im Landeshaus am 16. Juni
Dursiye Aytekin zeigt sich enttäuscht über die geringe Teilnahme von nur 7 Kieler Forumsmitgliedern. Die anderen Foren, die teilweise eine weite Anreise hatten, waren besser vertreten.
Die Politiker/innen sind von Tisch zu Tisch gegangen und haben sich über die verschiedenen
Schwerpunktthemen informiert und diskutiert. Bei einer Endrunde haben alle vor dem Plenum
ihre Meinung dazu geäußert. Dieter Valiev berichtet, dass auch hier kritisch bemerkt wurde,
dass die vorhandenen Partizipationsgremien bei Fachfragen nicht einbezogen werden. Als befremdlich wurde empfunden, dass die Politiker/innen teilweise Gespräche zurückwiesen, da ihnen die Probleme bekannt seien. Auch Ben Diogu äußert sich enttäuscht über die Kieler Teilnahme, gerade weil es eine Veranstaltung hier in Kiel gewesen sei und fragt sich, ob hier weniger Interesse an Politik vorhanden sei als in den anderen Städten. Anstatt zu Hause zu sitzen und zu jammern, solle man rauskommen und seine Meinung sagen.
Birgit Lawrenz ergänzt, dass während der Veranstaltung angekündigt wurde, dass eine landesweite Koordinierungsstelle für die Partizipationsgremien eingerichtet werden solle. Diese Arbeit
hat bisher das AWO-Teilhabeprojekt geleistet, das ausläuft.

Top 10: Mitgliederänderungen
Neu im Forum als Vertretungsmitglied für den MED e.V. ist Herr Erol Küçükaras.
Ausgeschieden sind die Deutsch-Russische unabhängige Gesellschaft und das Kurdische-KulturZentrum.
Für den AWO Landesverband scheidet Eilean Layden aus, an ihre Stelle rückt Charlotte Sauerland nach.

Top 11: Sonstiges
Der MED wird gebeten, sich in der nächsten Sitzung vorzustellen unter dem Top „Mitgliedsvereine stellen sich vor“.
Die Vorsitzende erinnert daran, dass die nächste Sitzung erst am 1. September stattfindet und
wünscht allen schöne Sommerferien. Sie schließt die Sitzung um 18.50 Uhr.

Birgit Lawrenz

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