Protokoll 07.06.2016

Die Sitzung wird von Dursiye Aytekin geleitet.

Top 1: Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
Dursiye Aytekin begrüßt die Mitglieder und Gäste des Forums.
Die Beschlussfähigkeit ist gegeben.

Top 2: Genehmigung der Tagesordnung
Es gibt keine Änderungswünsche zur Tagesordnung.

Top 3: Protokoll der Sitzung am 1. März 2016
Es gibt keine Änderungswünsche.

Top 4: Termine
(es werden nur Termine genannt, die nach dem Protokollversand stattfinden)
– Wer noch einen Antrag für den Verfügungsfonds Gaarden stellen will, sollte das schnellstmöglich tun, die erste Ausschreibungsfrist läuft am 1. Juli ab, die zweite geht bis zum 15. September. Gefördert werden kleinere Investitionen, Anschaffungen oder Sachkosten, die den Menschen in Gaarden zugutekommen.
Antragsformulare und weitere Informationen unter: http://www.kielerostufer.de/Gaardenfonds.
– Am Sonntag, den 10. Juli, 11.00-17.00 Uhr, findet im Freilichtmuseum Molfsee das Sommerfest der Kulturen statt. Die Mitgliedsvereine des Forums sind aufgerufen, sich daran zu beteiligen. Bisher haben Aschkenas, die Türkische Gemeinde und die Deutsch-Philippinische Gesellschaft zugesagt. Wenn noch weitere Vereine interessiert sind, können sie sich bei Dursiye Aytekin melden (das Programmheft des Freilichtmuseums 2016 ist ausgelegt. Dort ist der Termin vermerkt).
– Am Freitag, den 24. Juli, 14 Uhr, veranstaltet die Nigerian Community ein Grillfest im Sport- und Begegnungspark Gaarden mit Essen, Trinken, Tanzen, Fußball spielen.
– Vom 19. Juni bis 28. August findet im Ostholstein-Museum in Eutin die Ausstellung „Literarische Blumenwiese“ von Atif Gülücü statt. Veranstalter ist die DeutschTürkische Gesellschaft.

Top 5: Bericht des Vorstands und der Geschäftsführung

Bericht des Vorstands
– Dursiye Aytekin berichtet, dass sie in der letzten Ratsversammlung von der Arbeit des Forums berichten durfte und im Zuge dessen auch Forderungen gestellt hat. Sie bedauert, dass sie relativ viel über Aktivitäten berichtet habe, die sich ums Tanzen und Feiern drehen. Das Forum habe doch eigentlich andere Aufgaben. Stadtrat Stöcken habe angeboten, mit einem Gästestatus des Forums im Sozialausschuss zu prüfen, wie dies genutzt wird, um dann auch eine beratende Funktion zu prüfen. Herr Zangana schlägt vor,
dass sich der Vorstand mit den Fraktionen berät, wie sie das Forum bei einem Rederecht im Ausschuss unterstützen können.
– Die Delegierten haben sich inzwischen getroffen und darauf geeinigt, wie mit den Berichten
aus Arbeitskreisen, Gremien und Ausschüssen in Zukunft verfahren werden soll. Es sollen auch weiterhin mündliche, und nicht schriftliche Berichte abgegeben werden. Dursiye Aytekin appelliert an die Delegierten, dem auch nachzukommen – sonst müsse es doch schriftliche Berichte geben. Es sei für die Arbeit des Forums notwendig, dass es über wichtige Themen informiert werde.
– Ben Diogu berichtet, dass am 26. Mai wieder ein Treffen mit der Servicestelle der AWO und den verschiedenen Foren in Schleswig-Holstein stattgefunden habe. Bei dem Treffen ging es vor allem darum, wie das Forum in Norderstedt wieder aufgebaut werden könnte. Diese Treffen sollen ab sofort einmal pro Monat stattfinden, jeweils mit einem anderem Schwerpunktthema. Das nächste landesweite Treffen wird am 30.06.2016 stattfinden.
– Am 23. Mai haben sich der Vorstand und die Geschäftsführung des Forums mit den Vorständen des Beirats für Seniorinnen und Senioren, dem Beirat für Menschen mit Behinderung und dem Jungen Rat getroffen, um sich kennenzulernen und über gemeinsame Aktivitäten zu beraten. Es soll eine gemeinsame Veranstaltung für Herbst 2017 geplant werden. Angedacht sind außerdem eine Ausstellung und ein Imagefilm zur Arbeit der Beiräte und des Forums.

Bericht der Geschäftsführung
– Das Referat für Migration ist umgezogen. Es befindet sich jetzt nicht mehr im ersten Stock,
sondern im Erdgeschoss in der Stephan-Heinzel-Str. 2, in den Räumen 9-11 und 27-30.
Die neue Faxnummer lautet: 0431 901- 63373.

Top 6: Bildungsbericht 2015
Nancy Ladewig vom Referat Bildungsmanagement stellt den neuen Bericht zur Elternbildung und frühkindlichen Bildung vor.
Die Bildungsberichtete werden alle zwei Jahre, mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunktthemen, zusammengestellt. Der Bericht entstand in Kooperation mit sechs Ämtern, dem Statistikamt Nord, 17 Einrichtungen und Trägern sowie betroffenen Eltern.

Die zentralen Ergebnisse bezüglich der Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote für junge Familien in Kiel ergeben, dass zwar zahlreiche, vielfältige und zu einem großen Teil auch kostenlose Angebote vorhanden sind, eine Übersicht über diese ganzen Angebote jedoch fehle. Zudem unterscheidet sich die sozialräumliche Verteilung der Angebote erheblich. Die meisten Angebote hätten eine „Komm-Struktur“, aufsuchende Angebote seien nur vereinzelt vorhanden. Generell sei nur wenig soziale oder kulturelle Durchmischung zu beobachten. Familien mit niedrigem Einkommen und Migrationshintergrund sind in sämtlichen Angeboten unterrepräsentiert.

Aufgrund dieser Ergebnisse wurden Handlungsansätze entwickelt, die dazu beitragen sollen, die Situation zu verbessern. So soll eine kostenlose „KielerFamilienApp“ die vorhanden Angebote in Kiel übersichtlich darstellen. Die Angebotspalette soll erweitert, bzw. verändert und neue Formen der Ansprache gefunden werden.
Die zentralen Ergebnisse bei den Betreuungsangeboten bei den 0-3 Jährigen ergeben, dass in den letzten Jahren ein starker Ausbau der Angebote stattgefunden hat. Die Betreuungsquote liegt in Kiel bei 34%, bei Ganztagsangeboten habe Kiel den Spitzenplatz unter den westdeutschen Kommunen. Allerdings sei auch hier zu beobachten, dass die Versorgungsquote in den einzelnen Stadtteilen sehr unterschiedlich ist. Kinder mit Migrationshintergrund sind abermals unterrepräsentiert.

Nancy Ladewig erläutert, dass auch aus diesen Ergebnissen mehrere Handlungsstrategien entwickelt wurden. So soll ab sofort mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden, um auch Familien mit Migrationshintergrund zu erreichen. Außerdem soll der Anteil von Erzieherinnen und Erziehern mit Migrationshintergrund erhöht werden und mit Kulturmittlerinnen und Kulturmittlern oder speziellen Schulungen auf die Lebenswelt von Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund eingegangen werden.

Die Erkenntnisse bezüglich der Situation und Bedürfnisse von Kieler Familien zeigen, dass es einen zunehmenden Unterstützungswunsch bei Familien mit Kindern im ersten Lebensjahr gibt. Unabhängig vom sozialen oder kulturellen Hintergrund scheint es einen Verlust des intuitiven Wissens und des Generationenwissens zu geben. Die Familien beklagen zunehmend äußere Stressoren.

Es sei ein zentrales Ziel der Bildungsregion Kiel, mit allen beteiligten Akteuren zu kooperieren.
Vor allem in den Frühen Hilfen wurden die Kooperationen in den letzten Jahren stark ausgebaut. Durch Bundesmittel konnte in Kiel dafür eine hauptamtliche Koordinierungsstelle eingerichtet werden. Kiel gehöre zu den ersten Kommunen, die die Themengebiete Frühe Hilfen und Elternbildung ins Bildungsmonitoring integrieren. Die Datenbasis müsse diesbezüglich zwar noch ausgebaut werden, die Träger zeigten aber eine große Mitwirkungsbereitschaft.

Die Präsentationdes Vortrags wird mit dem Protokoll verschickt. Informationen auch unter www.kiel.de/Bildungsregion.

Dursiye Aytekin dankt Nancy Ladewig für die Vorstellung des aktuellen Bildungsberichts.

Top 7: Migrationsfonds Kultur
Angelika Stargardt vom Amt für Kultur und Weiterbildung der Landeshauptstadt Kiel informiert über den Migrationsfonds Kultur. Eine Pressemitteilung ist heute verschickt worden, die auch an die Forumsmitglieder weitergeleitet wurde.

Wie im vergangenen Jahr hat die Ratsversammlung für den Fonds abermals 10.000 € bewilligt. Für die Landehauptstadt Kiel sei es wichtig, Migrantinnen und Migranten im kulturellen Bereich zu unterstützen. Die Gelder können für kulturelle Aktionen und Projekte beantragt werden und sind als eine Art Anerkennung/Preisgeld für gute Projekte zu verstehen. Die einzige Bedingung ist, dass eine Migrantenorganisation mit einer Institution aus dem Kulturbereich kooperiert. Angelika Stargardt betont, dass darunter weder Schulen noch Kirchen fallen würden und dass es sich bei der geplanten Aktion auch nicht ums Tanzen, Feiern oder um Folklore drehen sollte.

Für dieses Jahr ist der Bewerbungsschluss am 15. September. Im letzten Jahr seien aber trotz der kurzen Frist 19 Anträge gestellt worden, 10 sind bewilligt und damit alle Mittel ausgeschöpft worden. Gute Chancen hätten Antragssteller, die mit ihrem Projekt ein vielfältiges Publikum ansprechen würden. Die Anträge bedürfen keiner besonderen Form, sollten jedoch eine grobe Kostenplanung beinhalten. Aus dem Antrag müsse außerdem hervorgehen, wer der Kooperationspartner ist und was genau dessen Anteil ausmacht. Da das Preisgeld überwiesen wird, wäre es praktisch, wenn auch die Kontodaten im Antrag genannt würden.
Die Anträge werden von einer siebenköpfigen Jury begutachtet, die sich aus 4 Mitgliedern des
Kulturausschusses und drei Mitgliedern aus dem Sozialausschuss zusammensetzt.

Shamal Zangana erkundigt sich, ob es von den Projekten, die im vergangenen Jahr bewilligt
wurden, Berichte oder Rückmeldungen gegeben hätte.
Angelika Stargardt erklärt, dass sie im letzten Jahr kaum Rückmeldungen bekommen hätten. Im
Ratsbeschluss seien Berichte nicht ausdrücklich gefordert gewesen, sie würden sich aber über
Rückmeldungen freuen.
Ben Diogu lobt, dass die Beantragungsfrist diesmal nicht so kurz sei wie im vergangenen Jahr. Er fragt nach, mit welchen Vereinen/ Institutionen eine Kooperation möglich sei.

Angelika Stargardt erklärt, dass ein Verein wie die Nigerian Community sich beispielsweise mit
Musikschulen, Stadtbüchereien oder auch Galerien zusammenschließen könnte.

Edina Dickhoff fände es gut, wenn man irgendwo erfahren könne, welche Projekte letztendlich
gefördert werden. Angelika Stargardt weist darauf hin, dass es letztes Jahr einen Pressebericht
über die geförderten Projekte gegeben habe. Dies werde es auch in diesem Jahr wieder geben.
Sie nehme die Anregung, die Bewilligung der Gelder an Sachberichte zu knüpfen, aber gerne mit.

Rainer Kuberski fragt, wie hoch die jeweilige Fördersumme für die einzelnen Projekte sei. Angelika Stargardt erklärt, dass letztes Jahr 10 Projekte mit jeweils 1.000 € gefördert wurden. Außerdem wurde darauf geachtet, dass unterschiedliche Vereine in unterschiedlichen Stadtteilen gefördert werden. Dieses Jahr würde das wieder so sein.

Dursiye Aytekin dankt Angelika Stargardt für die Vorstellung des Migrationsfonds und hofft, dass der Ratsbeschluss im nächsten Jahr die Forderung nach Berichten beinhalten wird.

Top 8: Berichte aus Arbeitskreisen, Ausschüssen und Beiräten
Waltraud Siebke berichtet von der letzten Pflegekonferenz, bei der das Thema kultursensible Pflege behandelt wurde. Besonders beeindruckt habe sie, dass die Leitung einer Einrichtung bei ihrem Vortrag über kultursensible Pflege bei Demenzkranken das Fazit zog, dass die Arbeit zwar anstrengend, aber vor allem sehr bereichernd sei und allen zugutekomme. Um die Herausforderung kultursensibler Pflege meistern zu können, müsse man mit einem ganz neuen Blick auf die Arbeit schauen.

Top 9: Mitgliederänderung
Für den DRK Kreisverband ist ab jetzt Frau Janina Rubach anstelle von Frau Gesche Jansen Vertreterin im Forum.
Für den Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V. ist ab jetzt Herr Elias Elsler anstelle von Frau Andrea Dallek Vertreter im Forum.
Ausgeschieden sind Herr Mounir Ben Aissa von der Ahmadiyya Muslim Gemeinde / HabibMoschee und Frau Brigitte Probst, persönliches Mitglied.
TIO ist nicht ausgeschieden, wie letztes Mal angekündigt, sondern weiterhin Mitglied.

Top 10: Sonstiges
– Ben Diogu dankt der Vorsitzenden für ihren tollen Vortrag in der Ratsversammlung und die Mitglieder stimmen mit Beifall zu. Er erinnert die Anwesenden daran, dass die Mitglieder des Forums hier ihren Verein vertreten. Oft sei der Saal am Ende der Sitzung jedoch leer, da viele nicht bis zum Schluss bleiben würden. Er fragt sich, was man im Verein berichten könne, wenn man nur die ersten drei Punkte mitbekommen habe. Er appelliert an alle, sich die zwei Stunden für die Sitzung freizuhalten.
– Daniel Volkert stellt sich als neuer Koordinator bei der TGSH vor. Er betreut das Projekt Samo.fa, dessen Ziel es sei, Migrantenorganisationen in der Flüchtlingshilfe zu unterstützen. Ihm sei es dabei wichtig, keine Parallelstrukturen aufzubauen, daher hoffe er auf einen regen Austausch mit Organisationen, die in diesem Bereich bereits aktiv sind, um herauszuarbeiten wo noch Bedarf besteht.
Seine Kontaktdaten lauten: Samo.fa@tgsh.de; Tel.: 0431-76114.
– Stefan Klotz vom AWO-Landesverband ist neuer Ansprechpartner in der Servicestelle für die Partizipationsgremien. Er wird die monatlichen Treffen mit den unterschiedlichen Schwerpunktthemen organisieren. Angedockt an die Servicestelle sei das Mentoringprogramm. Dabei handelt es sich um
mehrere Tandems, bestehend aus einem/r Politiker/in und einem/r Migrant/in. Die Vertreter/innen aus der Politik sollen die Mentees über einen Zeitraum von 6 Monaten auf praxisnahe Art und Weise an den politischen Alltag heranführen. Begleitend dazu werden von der Servicestelle Seminare über das politische System in Deutschland angeboten. Als Abschluss sei eine gemeinsame Fahrt nach Berlin geplant.
Das erste Projekt läuft bereits seit 3 Monaten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind zwischen 18 und 60 Jahren alt. Die einzige Bedingung ist, dass sie das 18. Lebensjahr vollendet haben und dass die Deutschkenntnisse ausreichend sind, um politische Sachverhalte zu verstehen. Die Mentoren sind sowohl Kommunal-, als auch Landespolitiker. Das nächste Projekt läuft im September an. Die Anträge dafür müssen bis Juli/August abgegeben werden. Herr Klotz kommt auch gern in Vereine, um dort zu informieren.
Herr Zangana lobt das Projekt. Es gäbe viel zu wenig Politiker mit Migrationshintergrund. Dabei sollten Migranten sich unbedingt – da sie ja hier leben – am politischen Geschehen beteiligen. Er selber könne sich gut vorstellen, Mentor zu werden.
– Dursiye Aytekin weist die Forumsmitglieder darauf hin, dass man sich inzwischen für die Leitlinie Bürgerbeteiligung, die in der letzten Sitzung vorgestellt wurde, bewerben kann. Informationen dazu wurden über den Forums-Verteiler verschickt. Dursiye Aytekin appelliert an die Mitglieder des Forums, sich unbedingt anzumelden.

Die Vorsitzende schließt die Sitzung um 18.45 Uhr.

Protokoll: Jenny Vargas Gebauer

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