Protokoll 06.09.16

17.00 Uhr Magistratsaal

Die Sitzung wird von Dursiye Aytekin geleitet.

Top 1: Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
Dursiye Aytekin begrüßt die Mitglieder und Gäste des Forums.
Die Beschlussfähigkeit ist gegeben.

Top 2: Genehmigung der Tagesordnung
Es gibt keine Änderungswünsche zur Tagesordnung.

Top 3: Protokoll der Sitzung am 5. Juli 2016
Es gibt keine Änderungswünsche. Das Protokoll ist damit genehmigt.

Top 4: Termine
Der Vorstand macht auf die kommenden Termine der Stadtteilfeste in Gaarden und Mettenhof aufmerksam, bei denen das Forum mit einem Infostand vertreten ist. Ben Diogu appelliert an die Mitglieder, das Forum dort sichtbar zu machen und den Vorstand bei der Standbetreuung zu unterstützen. Zwei Listen dazu werden herumgegeben.
Reinhard Pohl kündigt eine zweisprachige Veranstaltungsreihe an zu verschiedenen Herkunftsländern von Flüchtlingen. Sie finden jeweils in der Christian-Albrechts-Universität statt.
21. September, 18.00 Uhr, CAU, CAP 3, Hörsaal 2: Thema „Iran“
12. Oktober, 18.00 Uhr, gleiche Adresse: Thema „Afghanistan“
10. November, 18.00 Uhr, gleiche Adresse. Thema „Irak“

Weitere Veranstaltungen folgen.

Top 5: Bericht des Vorstands und der Geschäftsführung
Bericht des Vorstands
– Dursiye Aytekin dankt allen Mitgliedern, die sich am Sommerfest der Kulturen des SHHB in Molfsee beteiligt haben, insbesondere der Deutsch-Philippinischen Gesellschaft und der Jüdischen Gemeinde. Es war ein sehr schönes Fest, der Dank des Freilichtmuseums wurde an alle Forumsmitglieder weitergeleitet.
– Ben Diogu berichtet vom Arbeitskreis „Wochen gegen Rassismus“. Der AK ist noch in der Ideenfindung für die Aktivitäten 2017.
– Dursiye Aytekin erinnert an die Anfrage des Beirates für Seniorinnen und Senioren an Dr.
Evadne Parulan-Holzhüter, im Beirat über die Situation, Wünsche und Bedürfnisse von älteren Migrantinnen und Migranten zu berichten. Es gab ein Treffen, bei dem gemeinsam mögliche Punkte dazu überlegt wurden, unter anderem:
o Wie viele ältere Migrant/innen leben hier?
o Wo leben sie insbesondere?
o Wie ist ihre Lebensplanung im Alter?
o Sind die vorhandenen Angebote passend?
o Welche Unterstützung bekommen sie?

Eine Einladung für einen Arbeitskreis zum Thema Senior/innen wird vorbereitet. Die Vorsitzende wünscht sich eine gute Beteiligung daran.

– Reinhard Pohl ergänzt die Punkte und geht auf die Stellungnahme des Vorstands zum rassistischen Überfall in Kiel am 5. Juli ein. Er begrüßt die schnelle Reaktion und dankt dem Vorstand ausdrücklich dafür. Dies findet auch große Zustimmung beim Forum insgesamt.

Bericht der Geschäftsführung
– Birgit Lawrenz weist auf verschiedene Tischvorlagen hin, darunter die Vortragsreihe „Salafismus in Deutschland“, die noch bis zum 13. Oktober läuft. Das Forum hatte dieses Thema mehrfach auf der Tagesordnung.
– Die Interkulturellen Wochen starten am 1. Oktober mit einem Eröffnungsfest in der Gemeinschaftsunterkunft Schusterkrug in Friedrichsort. Das Forum ist Mitveranstalter. Plakate, Programmhefte sowie Flyer speziell für die Eröffnung liegen zum Mitnehmen und Weiterverteilen aus.
– Die Geschäftsführung schlägt vor, die Sitzungstermine für das kommende Jahr wieder auf den ersten Dienstag im Monat festzulegen mit einer Sitzungspause während der Sommerferien. Da die Mitglieder Zustimmung signalisieren, wird eine entsprechende Terminliste vorbereitet. Herr Zangana schlägt vor, als Sitzungsort auch die Räumlichkeiten der Mitgliedsvereine zu nutzen und sie damit kennenzulernen.
Vorstand und Geschäftsführung nehmen gern Vorschläge der Vereine entgegen.

Top 6: „Ankommenspatenschaften in Kiel“
Frau Küper vom Nettekieler Ehrenamtsbüro dankt für die Möglichkeit, das Projekt im Forum vorzustellen. Sie weist auf die ausliegenden Flyer hin. Sie koordiniert das bundesgeförderte Projekt. Ihr Anliegen ist, Geflüchtete mit Kielerinnen und Kielern in Kontakt zu bringen. Das gelte gleichermaßen für Geflüchtete, die in den großen Unterkünften leben wie für diejenigen, die in Einzelwohnungen leben. Die Begegnungen sind auf Freizeit und Alltagsleben ausgerichtet und teilnehmen können Seniorinnen und Senioren ebenso wie Berufstätige, Studierende oder Schülerinnen und Schüler. Beispiele könnten sein, gemeinsam ins Café zu gehen, ein Konzert zu besuchen, Bus zu fahren oder einfach zusammen zu sein und das Leben in Deutschland kennenzulernen.
Sie betont, dass hier im Forum viele Kielerinnen und Kieler seien, die hier nicht geboren sind
und eigene Erfahrungen mitbringen. Die Vertreter/innen von Vereinen könnten ihre Mitglieder motivieren, Patenschaften zu übernehmen. Für weitere Informationen oder Fragen steht sie unter Tel.: 901 5502 oder per E-Mail: ehrenamtsbuero@nette-kieler.de zur Verfügung.
Die Vorsitzende dankt Frau Küper.

Herr Zangana berichtet von Problemen bei ehrenamtlicher Hilfe und vermisst Unterstützung,
Vernetzung sowie eine Anerkennung für die Ehrenamtlichen.

Birgit Lawrenz weist auf das regelmäßige Vernetzungstreffen der ehrenamtlichen Initiativen hin,
das bereits seit Ende 2014 stattfindet. Das nächste Treffen findet am 15. September statt. Alle
an Vernetzung und Information Interessierten können sich an das Referat für Migration wenden,
das dies gemeinsam mit dem Nettekieler Ehrenamtsbüro und dem Amt für Wohnen und Grundsicherung organisiert. Die hier verzeichneten Personen werden auch regelmäßig mit Informationen zu vielen Themen versorgt, die für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit interessant sein können. Wenn es um Beratung von Geflüchteten geht, bittet Birgit Lawrenz darum, die professionelle Migrationsberatung zu nutzen. Eine Broschüre mit den Anlaufstellen in Kiel gibt es im Referat für Migration. Bei weiteren Fragen dazu kann man sich gern an das Referat für Migration wenden.

Frau Küper bietet auch die Unterstützung durch das Nettekieler Ehrenamtsbüro an.

Top 7: „Sprache einschätzen und wertschätzen“
Die Vorsitzende begrüßt Frau Kuyumcu und Frau Harms vom Amt für Kinder- und Jugendeinrichtungen. Steffi Harms stellt sich als neue Abteilungsleiterin für den Bereich Kindertagespflege und städtische Kitas vor.
Şafak Kuyumcu erklärt, warum die Broschüre „Sprache einschätzen und wertschätzen“ entstanden ist. Ein großer Anteil der Kinder in den Kitas wächst zwei- und mehrsprachig auf. Wenn die geflüchteten Familien eine Anerkennung bekommen und in eigene Wohnungen ziehen, steigt der Anteil in den Stadtteilen weiter an. Die Stadt Kiel sei schon länger ein unkonventioneller Träger beim Thema Spracherwerb. Seit fünf Jahren läuft ein besonderer Prozess mit Fortund Weiterbildung für die Mitarbeiter/innen, unterstützt vom Bund. An der Bundesinitiative haben insgesamt 32 Einrichtungen aus Kiel, davon 16 städtische Kitas, teilgenommen. Mit der Broschüre wollen die Mitarbeiter/innen von ihren Erfahrungen berichten und ihr Wissen an andere Kolleg/innen weitergeben, um die Kinder in ihrer Sprachentwicklung bestmöglich zu stärken. Frau Kuyumcu und Frau Harms haben neben der vorgestellten Broschüre auch das Heft
„Mit mehreren Sprachen aufwachsen“ mitgebracht, das sich an Fachkräfte in Kitas, aber auch
an Eltern richtet. Für weitere Informationen steht sie unter Tel.: 901 3130 oder E-Mail:
safak.kuyumcu@kiel.de zur Verfügung.

Dursiye Aytekin dankt Frau Kuyumcu und Frau Harms für die Informationen. Im Anschluss werden noch Fragen aus dem Forum zu Gruppengrößen, dem Anteil von Mitarbeiter/innen mit Migrationshintergrund, dem Umgang mit traumatisierten Kindern, anderen Erziehungsvorstellungen in den Ländern, aus denen die Familien kommen, sowie auch die Situation in den Stadtteilen mit hohem Migrantenanteil beantwortet.

Top 8: „KAUSA Servicestelle Kiel“
Die Vorsitzende begrüßt Herrn Yurteri, Herrn Senocak und Herrn Ceranka. Herr Yurteri berichtet, dass die KAUSA Servicestelle am 1. Juli 2016 gestartet und bei der Türkischen Gemeinde angesiedelt ist. Insgesamt besteht das Projekt bereits seit über 10 Jahren und mit Kiel gibt es nun 29 Standorte in ganz Deutschland. Die Servicestelle versteht sich als Koordinierungsstelle für Ausbildung und Migration mit dem Ziel, insbesondere junge Geflüchtete mit kleinen und mittelständischen Betrieben zusammenzubringen. Sie beraten und informieren Selbstständige, Jugendliche und Eltern mit Migrationshintergrund sowie junge Geflüchtete zum Thema berufliche Bildung. Herr Yurteri betont, dass sie nicht als neuer Akteur auftreten, sondern die vorhandenen Akteure und Maßnahmen unterstützen möchten, ihre Zielgruppen besser zu erreichen.
Gerade die Eltern würden häufig nicht erreicht, seien aber wichtige Entscheider bei der Berufswahl und Ausbildung der Kinder. Die Servicestelle arbeitet auch zusammen mit Schulen, Jugendtreffs und weiteren Anlaufstellen.
Sie laden Interessierte zu einem Beratungsgespräch ein, geben Impulse und leiten sie weiter an
die entsprechenden Stellen. Wichtig sei ihnen auch, kleine und mittlere Betriebe zu informieren,
wie sie Ausbilder werden können und sie dazu zu motivieren. Häufig würden hier große bürokratische Hürden gesehen. Weitere Informationen können unter der Webseite www.kausa.tgsh.de abgerufen werden.
Die Vorsitzende dankt Herrn Yurteri für die Vorstellung der Servicestelle.

In der folgenden Diskussion wird die Bandbreite an Ausbildungsmöglichkeiten angesprochen, die oft nicht bekannt ist, sowie die Überforderung von Eltern und Jugendlichen in diesem vielschichtigen System. Auch die besondere Situation und die Erwartungen von Geflüchteten werden diskutiert. Ben Diogu berichtet von seinen eigenen Erfahrungen als Geflüchteter und Unternehmer. Er betont, wie wichtig es sei, die Zeit zu nutzen und sich zu qualifizieren. Er appelliert an alle, den jungen Menschen dies deutlich zu machen und sie darin zu unterstützen.

Top 9: „Infostände des Forums auf Stadtteilfesten
a) Brunnenfest Gaarden
Das Forum ist angemeldet unter dem Dach des Ortsbeirates. Der Vorstand bittet dringend um Unterstützung und ist enttäuscht über die geringe Anmeldung auf der Liste zur Standbetreuung. Im Forum sei eine Teilnahme am Brunnenfest gewünscht worden, dies bedeute auch, dass die Mitglieder dabei seien. Auch spontane Unterstützung sei möglich.
b) Stadtteilfest Mettenhof
Für das Fest in Mettenhof gilt das gleiche.

Top 10: Interkulturelle Wochen 2016 „zusammen leben“ – Beteiligung des Forums
a) Eröffnungsfest im Schusterkrug (1. Oktober)
Das Forum ist Mitveranstalter für das Eröffnungsfest in der Gemeinschaftsunterkunft. Gemeinsam mit dem Jungen Rat ist es zuständig für die Verteilung von Luftballons. Alle Mitglieder und Gäste sollten kommen.
b) Interkultureller Kaffeeklatsch (12. Oktober)
Dieter Valiev lädt alle zu einem bunten Programm ins Mehrgenerationenhaus ein. Auch
hier ist das Forum Mitveranstalter.

Top 11: Berichte aus Arbeitskreisen, Ausschüssen und Beiräten
Es liegen keine aktuellen Berichte vor. Der Vorstand hat bereits und Top 5 berichtet.

Top 12: Mitgliederänderungen
Für den AWO-Landesverband ist neu im Forum Frau Nadine Kühl, Stellvertreter ist Herr Stefan
Klotz.

Top 13: Sonstiges
– Ratsherr Oroshi schlägt vor, in der nächsten Sitzung Politiker einzuladen, die über Konzepte der Politik, die für Migrant/innen interessant sind, informieren sollten.
– Da die Sommerpause beendet ist, lädt der Vorstand zu einem Stück Pizza ein und
wünscht guten Appetit.

Die Vorsitzende schließt die Sitzung um 18:40 Uhr.

Protokoll: Birgit Lawrenz

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