Interkulturelle Wochen 2012

Programm der Interkulturellen Wochen 2012: Programm

Klischees und Vorurteile haben auf den 20. Interkulturellen Wochen vom 7. bis 23. September keine Chance. Sie machen dem Austausch zu aktuellen gesellschaftlichen Themen und der Neugierde auf andere Kulturen Platz. Dieses Jahr stehen über 70 Veranstaltungen wie Ausstellungen, Lesungen, Theater- und Sportveranstaltungen, Informationen und Diskussionen sowie Begegnungsfeste auf dem Programm. Der Themenschwerpunkt „Flüchtlinge“ steht dabei im Fokus. Das städtische Referat für Migration organisiert gemeinsam mit 107 Mitveranstaltern die Interkulturellen Wochen.

Bereits zum 20. Mal ist das Motto „Vielfalt in Kiel“. Der Ursprung der Interkulturellen Wochen liegt am Beginn der neunziger Jahre. Damals machten rassistische Übergriffe auf Asylsuchende Schlagzeilen wie die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen oder der Brandanschlag in Mölln vor 20 Jahren. Um dieser Gewalt und Intoleranz etwas entgegenzusetzen, wurden eine intensivere Zusammenarbeit und neue Netzwerke in der interkulturellen Arbeit notwendig. Eines der Ergebnisse waren die ersten Interkulturellen Wochen 1993 in Kiel.

Das 20. Jubiläum der Interkulturellen Wochen wird am Freitag, 21. September, im Kieler Rathaus, Ratssaal, Fleethörn 9, gefeiert. Stadtpräsidentin Cathy Kietzer und Landesinnenminister Andreas Breitner werden auf der Veranstaltung sprechen. Es gibt Musik und Tanz von der Jüdischen Gemeinde Kiel und Region sowie vom Internationalen Musik- und Kunstverein Schleswig-Holstein. Das Improvisationstheater „Tante Salzmann“ unterhält die Gäste mit dem Stück „Interkulturell – Improvisiert“. Dr. Klaus Onnasch, Gründungsmitglied der Konferenz interkulturelle Zusammenarbeit in Kiel – KiZiK, schlägt einen Bogen von der Geschichte der Interkulturellen Wochen in Kiel bis heute. Das Improvisationstheater „Tante Salzmann“ bringt die Gedanken des Publikums auf die Bühne zum Thema „Interkulturell – Improvisiert“. Semra Başoğlu moderiert den Jubiläumsabend.

Zum offiziellen Auftakt der Interkulturellen Wochen am Freitag, 7. September, um 9.45 Uhr, in der Gemeinschaftsschule Friedrichsort sprechen Bürgermeister Peter Todeskino und der Beauftragte für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen des Landes, Stefan Schmidt. Das Berliner GRIPS-Theater wird das Stück „SOS for Human Rights“ aufführen. Darin wird das Schicksal von drei jungen Flüchtlingen und ihrer Suche nach einem selbstbestimmten Leben erzählt.

Zahlreiche Veranstaltungen setzen sich mit dem Themenschwerpunkt „Flüchtlinge“ auseinander. Menschen mit Fluchterfahrungen berichten in einer Postkartenaktion über ihr Leben und ihre Flucht. Die Ergebnisse präsentiert eine Ausstellung in der Stadtbücherei. Mit einem Zeltdorf auf dem Bahnhofsvorplatz vermitteln die „Ärzte ohne Grenzen“ einen Eindruck vom Leben in einem Flüchtlingslager und appellieren an die Einhaltung der Menschenrechte. Afghanistan und der Volkssport Drachenbau stehen im Mittelpunkt mehrerer Veranstaltungen. Neben Diskussionen und Filmen gibt es auch Workshops, in denen unterschiedliche Drachen gebaut werden, die dann an der Kieler Förde aufsteigen. Mit den Perspektiven von Flüchtlingen, die lange in Deutschland leben, befasst sich der Landesflüchtlingsbeauftragte Stefan Schmidt in seinem Vortrag „Flüchtlinge in Europa – Chancen(los) in Deutschland?“ (11. September). Auch das Schicksal der Flüchtlinge während des Zweiten Weltkrieges wird beleuchtet. Die Ausstellung „Fremdes Zuhause – Flüchtlinge und Vertriebene in Schleswig-Holstein nach 1945“ im Freilichtmuseum Molfsee widmet sich diesem Kapitel.

Im Rahmen der regulären Sitzung des Migrationsforums am Dienstag, 2. Oktober 2012, um
17.00 Uhr im Rathaus, Rotunde, Fleethörn 9 befasst sich das Kieler Forum für Migrantinnen und Migranten im Nachgang zu den Interkulturellen Wochen mit dem diesjährigen Schwerpunktthema „Flüchtlinge“. Mit Filmbeitrag: „Ja dann, gute Reise … – Abschiebungshaft in Schleswig-Holstein.“
Der Film führt eine der schrecklichsten Konsequenzen der bislang bestehenden Flüchtlingspolitik vor Augen. Der Flüchtlingsrat bietet im Anschluss an die Dokumentation einen Überblick über die verschiedenen Facetten der Flüchtlingspolitik in Schleswig-Holstein.

Informationen unter 0431 / 901-24 33