Protokoll 06.12.2016

Die Sitzung wird von Dursiye Aytekin geleitet.

Zu Beginn der Sitzung stellt sich Arne Leisner als neuer Leiter des Amtes für Soziale Dienste vor. Dem Forum sei er schon aus seiner vorherigen Arbeit mit Flüchtlingen beim Amt für Wohnen und Grundsicherung bekannt. Er kündigt die Erweiterung der bisherigen „Handlungsempfehlungen zur Integration“ um das Thema Flüchtlinge ab Januar an. Hierzu bittet er das Forum um Unterstützung. Er möchte mit dem Vorstand ins Gespräch kommen, wie dies gestaltet werden kann. Die Mitglieder im Forum könnten viel dazu sagen.

Top 1: Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
Dursiye Aytekin begrüßt die Mitglieder und Gäste des Forums.
Die Beschlussfähigkeit ist gegeben.

Top 2: Genehmigung der Tagesordnung
Es gibt keine Änderungswünsche zur Tagesordnung.

Top 3: Protokoll der Sitzung am 1. November 2016
Es gibt keine Änderungswünsche. Das Protokoll ist genehmigt.

Top 4: Termine
Die in der Sitzung genannten Termine sind bei Versand des Protokolls bereits verstrichen.
Dursiye Aytekin fragt im Namen von Sedat Sevi (AWO IntergrationsCenter Ost) an, ob Tanzgruppen aus Vereinen des Forums beim interkulturellen Begegnungsfest am 21. Dezember 2016 in der Räucherei auftreten möchten. Die Deutsch-Philippinische Gesellschaft und die Jüdische Gemeinde e.V. fragen in ihren Vereinen nach und melden sich gegebenenfalls.

Sadık Ayhan dankt dem Vorstand im Namen aller Forumsmitglieder für die Arbeit im zu Ende gehenden Jahr und überreicht den Vorstandsmitgliedern eine Aufmerksamkeit. Die Mitglieder stimmen mit Beifall zu und der Vorstand bedankt sich.

Top 5: Aktuelle Themen – Austausch und weitere Schritte
a. Räume für Vereine
– Der Vorstand erläutert, dass die Suche nach Räumlichkeiten ein fortwährendes, großes Problem für Migrant/innenvereine ist. Er schlägt deshalb die Gründung einer Arbeitsgruppe vor. Diese solle sowohl die Bedarfe an Räumlichkeiten als auch zur Verfügung stehende Räume ermitteln, um ein niedrigschwelliges „Suche/Biete“-Portal zu schaffen.
– Frau Dickhoff teilt mit, dass die Landeshauptstadt Kiel ein Konzept zur Zwischennutzung
von Räumen im gesamten Stadtgebiet plant. Hierzu gäbe es einen Antrag an die Ratsversammlung. Sie schlägt vor, dass das Forum sich bei der Planung beteiligen könne, um bei dem Konzept berücksichtigt zu werden. Ihr Verein habe bereits gute Erfahrungen mit der Zwischennutzung von Räumlichkeiten in Gaarden gemacht.
– Frau Oğuz erklärt, dass im Frauennetzwerk zur Arbeitssituation im Walkerdamm 1 Räumlichkeiten günstig gemietet werden können.
– Birgit Lawrenz erläutert auf die Frage eines Gastes, dass die Bedarfe der Vereine und die Angebote für Räume sehr unterschiedlich seien. Eine zentrale „Vergabestelle“ könne es nicht geben. Dursiye Aytekin stellt fest, dass die Arbeitsgruppe genau solche Informationen zusammentragen und ordnen könne. Außerdem könne die Gruppe ein Raster erarbeiten, in dem relevante Informationen (Größe, Lage, Möglichkeit zur Materialienaufbewahrung und zur Nutzung am Wochenende, etc.) aufgenommen werden können.
– An der Arbeitsgruppe beteiligen sich:
Dieter Valiev,
Ben Diogu,
Edina Dickhoff,
Hussein Anaissi.
Das Referat für Migration bietet seine Beteiligung an der Arbeitsgruppe an.
– Ratsherr Oroshi schlägt vor, dass das Forum einen Antrag an die Ratsversammlung stellen sollte, in dem feste Räumlichkeiten für die Mitgliedsvereine des Forums gefordert werden, die sie dann unter einander aufteilen könnten. Frau Dickhoff gibt zu bedenken, dass der Antrag dann in den Sozialausschluss zur Beratung verwiesen würde und eine Kostenberechnung erfolgen müsse, die mindestens ein halbes Jahr dauern würde.
– Frau Dr. Parulan-Holzhüter berichtet, dass ihr Verein seit 20 Jahren Räume in der Nikolausgemeinde nutzt. Sie weist auch darauf hin, dass es letztlich in der Verantwortung der Vereine selbst liege, passende Räumlichkeiten zu finden.
– Frau Stadelmann, Flüchtlingskoordinatorin der Stadt Kiel, erklärt, dass momentan ein Nutzungskonzept für die Halle 91 in Friedrichsort erstellt werde. Eine große Halle und ein kleinerer Raum sollen in nächster Zukunft – nicht nur für die Bewohner/innen, sondern für die gesamte Stadt – zur Verfügung stehen. Stattfinden könnten dort zum Beispiel Veranstaltungen, Sitzungen, Mitgliederversammlungen – viel Leben soll in die Räume kommen. Das Konzept könne bei einer zukünftigen Forumssitzung vorgestellt werden.
– Es wird festgehalten, dass die Arbeitsgruppe „Räume“ beginnen soll und im Rahmen dieser Arbeit auch einen Antrag an die Ratsversammlung vorbereiten soll.

b. Praktikum – und was dann?
– Der Vorstand weist nochmals auf das Projekt „Kausa“ bei der Türkischen Gemeinde S-H hin als eine Unterstützungsmöglichkeit in diesem Zusammenhang. Darüber hinaus sollen Informationen rund um Ausbildung, Praktikum und Beruf das Schwerpunktthema der Sitzung im Februar 2017 sein.
– Frau Zentner, Flüchtlingskoordinatorin der Stadt Kiel, weist auf die Praktikumsbörse am 11. Februar 2017 von 10:00 – 15:00 Uhr im RBZ Wirtschaft (Westring 444) hin. Interessierte Betriebe können sich gerne noch melden. Die Rückmeldung soll an Frau Lawrenz erfolgen.
Ziel der Börse sei es, Geflüchteten die Chance zu geben, niedrigschwellig Praktika zu absolvieren und daran anschließend eventuell auch eine Ausbildung zu machen.

c. Gestaltung der Sitzung
– Der Vorstand bittet um Rückmeldung zur neuen Gestaltung der Sitzung. In Zukunft soll es weniger Projektvorstellungen und dafür mehr Raum für eigene Themen der Mitglieder geben. Die Mitglieder begrüßen das neue Konzept.

d. Selbstverständnis Forum (Frau Siebke)
– Frau Siebke spricht einen Artikel in den KN an, der die langen Wartezeiten und schlechte
Erreichbarkeit der Zuwanderungsabteilung betrifft. Sie schlägt vor, bei der Zuwanderungsabteilung nachzuhaken und die Möglichkeiten des Forums zu nutzen, die Situation zu verbessern. Auch könnten ehrenamtlich tätige Personen, die Geflüchtete unterstützen, ins Forum eingeladen werden, um über ihre Erfahrungen zu berichten.
– Herr Imazi, Gast im Forum, bestätigt im Rahmen seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt lange
Wartezeiten von bis zu sechs Monaten. Daraus resultierende Probleme seien zum Beispiel die verzögerte Möglichkeit zur Antragstellung von Arbeitslosengeld II oder Schwierigkeiten wegen abgelaufener Aufenthaltsdokumente. Er berichtet von ähnlichen Problemen in anderen Städten. Ben Diogu ergänzt, dass so die Betroffenen die Konsequenzen tragen müssen, auch wenn sie nicht Schuld an den Verzögerungen hätten. Herr Anaissi bestätigt diese Erfahrungen.
– Der Vorstand nimmt das Thema für die nächste Vorstandssitzung auf.

e. Vorstellung der Zeitschrift „Lebenswege“ und eines neuen syrischen Vereins
– Fadi Shalhoub stellt sich und die Zeitung „Lebenswege“ vor. Er ist Journalist und arbeitet als Chefredakteur der Zeitung. Es handelt sich um eine mehrsprachige Zeitschrift von Geflüchteten, unterstützt von der ZBBS. Exemplare der Ausgabe von September 2016 werden herumgegeben.
– Er gibt außerdem die Gründung des neuen Vereins „Syrische Gemeinde in Kiel und Umgebung e.V. – Hilfe zur Selbsthilfe“ bekannt. Flyer werden verteilt. Der Verein sei noch nicht Mitglied des Forums, möchte es aber werden.

f. Vorstellung eines Projektes zur Arbeitsmarktintegration von jungen Geflüchteten
– Frau Mazaheri stellt ein Projekt zur Arbeitsmarktintegration für junge Geflüchtete mit den
Arbeitsschwerpunkten „Elektro“ und „Metall“ an der Technischen Akademie Nord vor. Die Finanzierung erfolgt durch das Jobcenter Kiel. Neben dem beruflichen Unterricht werden Deutsch- und Mathematikkenntnisse gefördert. Es sind noch Plätze frei, Interessierte möchten sich melden. Ein Flyer ist dem Protokoll beigefügt.

Top 6: Berichte aus Arbeitskreisen, Ausschüssen und Beiräten
a. Pflegekonferenz (Waltraut Siebke)
Frau Siebke berichtet, dass sich die beiden vom Forum vorgeschlagenen Themen (interkulturelle Kompetenzen und Mehrsprachigkeit) für die Pflegekonferenz 2017 bei der Auswahl der Themen nicht durchgesetzt haben. Stattdessen werden die Schwerpunkte auf „klassischen“ Themen liegen:
1. Entlassungsmanagement (nach Krankenhausaufenthalt)
2. Verlierer/innen durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff
3. Neue Wohnformen
4. Pflegende Angehörige (materielle und immaterielle Nöte und Sorgen)
Der Vorstand bedauert, dass sich die Themen des Forums nichts durchsetzen konnten. Frau
Siebke wird sich darum kümmern, dass bei jedem Thema migrationsspezifische Aspekte berücksichtigt werden.

Top 7: Bericht des Vorstands und der Geschäftsführung
a. Vernetzungstreffen der Foren und Runden Tischen in S-H am 26./27. November
Der Vorstand berichtet, dass das Vernetzungstreffen auf Januar 2017 verlegt wurde.

b. Flüchtlingskonferenz in Lübeck am 9. November
Der Vorstand hat nicht teilgenommen.

c. Gemeinsame Veranstaltung mit den anderen Beiräten (Treffen am 21. November)
Es ist geplant eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Beirat für Seniorinnen und Senioren,
dem Beirat für Menschen mit Behinderung und dem Jungen Rat zu organisieren. Aus jedem
Beirat sollen zwei bis drei Delegierte für einen Arbeitskreis bestimmt werden. Das nächste Treffen findet am 17. Januar 2017 statt. Der Vorstand fragt das Forum, wer sich an dem Arbeitskreis beteiligen möchte. Es finden sich keine Interessierten. Birgit Lawrenz teilt mit, dass der Beirat für Menschen mit Behinderung (bisher nur mündlich) seinen Rückzug aus der Planung aufgrund von knappen Ressourcen erklärt hat. Daher sei es vielleicht sinnvoll einen Schritt zurück zu gehen und zunächst das gegenseitige Kennenlernen zu stärken. Eine Möglichkeit hierzu könne das Bestimmen von Delegierten sein, die wechselseitig an den Sitzungen der anderen Beiräte/des Forums teilnehmen – ähnlich wie der Beirat für Seniorinnen und Senioren und das Forum dies bereits handhaben. Frau Schubert erklärt, dass der Beirat für Seniorinnen und Senioren momentan noch von einer gemeinsamen Veranstaltung ausgeht. Dursiye Aytekin wird dies mit dem Vorstand des Beirates besprechen.

Top 8: Rückblick auf die Arbeit der Forums 2016 – Ausblick und Themenvorschläge für 2017
a. Rückblick des Vorstands
Der Vorstand hat sich sehr über die Kooperation mit dem Schleswig-Holsteinischen Heimatbund gefreut. Außerdem wurde eine verstärkte Kooperation mit anderen Beiräten in die Wege geleitet. Darüber hinaus wurde ein neues Sitzungsformat erarbeitet, um gemeinsam mehr bewegen zu können. Im März hat der Vorstand bei der Ratsversammlung über seine Tätigkeiten berichtet und Forderungen gestellt. Es zeige sich, dass das Forum etwas bewegen kann und es sei schön, dass das Forum zunehmend mehr Input durch seine Mitglieder bekommt, um beispielsweise mit Anträgen aktiv zu werden.

b. 2017: 15 Jahre Forum (Ratsbeschluss 2.7.2002)
Im Zuge des 15-jährigen Bestehens des Forums im nächsten Jahr schlägt der Vorstand die Gründung eines Arbeitskreises vor. Ziel sei es die Arbeit der letzten 15 Jahre aufzuzeigen – zum Beispiel mit einer Broschüre oder einer Veranstaltung. Sinnvoll sei es mit der Arbeit bereits im Januar zu beginnen. Nachdem sich bis auf Herrn Freuschle keine Interessierten finden, weist Frau Gutmann darauf hin, dass ihrer Erfahrung nach die Aufgaben für ein solches Projekt sehr umfangreich seien. Frau Dickhoff schlägt das Festlegen eines festen Termins vor, um so interessierte, heute nicht anwesende Mitglieder mit dem Aufruf zu erreichen.

c. Schwerpunktthemen für das nächste Jahr
– Januar: „Salafismus“ (hierzu ist das Projekt „PROvention“ eingeladen)
– Februar: „Anerkennung von Abschlüssen“
– Der Vorstand bittet um weitere Schwerpunktthemen:
– Frau Dickhoff nennt das Thema „Gemeindenahe Psychiatrie“, weil die Landeshauptstadt Kiel hierzu momentan ein neues Konzept erarbeitet. Auch das Forum soll zum Arbeitskreis eingeladen werden. Momentan sei das Thema „Migration“ in der Planungsgruppe nicht im Fokus. Das Forum sollte zu diesem Thema Stellung beziehen.
– Frau Golla nennt das Thema „Androhende Abschiebungen nach Afghanistan“. Das Forum könne eine Stellungnahme verfassen. Das Thema sei eine Belastung für viele Geflüchtete.
– Herr Pohl nennt die „Wohnungssituation von Migrant/innen“. Auch viele anerkannte Flüchtlinge müssten noch immer in Sammelunterkünften verbleiben. Zudem sei der Betrug durch Menschen, die die prekäre Situation von Geflüchteten ausnutzen, ein Problem.
– Der Vorstand benennt als Thema noch den Anteil von Beschäftigten der Landeshauptstadt Kiel mit Migrationshintergrund.

Top 9: Mitgliederänderungen
– Beim DRK-Kreisverband Kiel ist als Stellvertretung Frau Gesche Jansen zurück im Forum. Frau Janina Rubach scheidet aus.
– Für die Deutsch-Türkische Gesellschaft e.V. ist neuer Stellvertreter Herr Thomas Wetterau. Frau Rita Manzke scheidet aus.

Top 10: Sonstiges
Es gibt keine Punkte.

Top 11: Jahresausklang
Die Vorsitzende schließt die Sitzung um 18:25 Uhr.
Der Vorstand lädt die Mitglieder anschließend zum Gespräch bei Pizza und Keksen ein. Der
Vorstand wünscht eine schöne Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr.

Protokoll: Birte Skoruppa/ Birgit Lawrenz

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